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Donnerstag, 16. Juli 2026
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Geschrieben von Petra Bordfeld /Ute Dernedde, Freiwilligen Agentur OHA am 01. Oktober 2016
Region

Bürger für ehrenamtlichen Einsatz geehrt

Feierstunde zur Verleihung der Niedersächsischen Ehrenamtskarte

Alle Geehrten, Offiziellen und Sponsoren
Alle Geehrten, Offiziellen und Sponsoren
ax Bendix am Klavier
ax Bendix am Klavier
v.l.n.r.: Klaus Liebing, Ute Dernedde mit Thomas Toebe und Ralf Kröger von der Sparkasse Osterode.
v.l.n.r.: Klaus Liebing, Ute Dernedde mit  Thomas Toebe und Ralf Kröger von der Sparkasse Osterode.

„Diese Arbeit ist unbezahlbar wertvoll für die Gesellschaft und wird es auch immer bleiben“, Worte des ersten stellvertretenden Landrates, Klaus Liebing, der im Ratssaal des Kornmagazins in Osterode einer großen Zahl von engagierten Bürgern die Niedersächsische Ehrenamtskarte überreichte. Die Organisatorin, Ute Dernedde, von der FreiwilligenAgentur OHA des Paritätischen, wiederum hatte mit gesunden Knabbereien gefüllte Beutel für drei Hunde mitgebracht, die sich übrigens immer dann, wenn Beifall ertönte, sich mit freundlichem Bellen einbrachten.

Überhaupt herrschte während dieser Feierstunde, die musikalisch von Max Bendix am Klavier eröffnet wurde, eine lockere Stimmung. Ute Dernedde mahnte allerdings an, dass diese „Orden für die Hosentasche“ bestimmt nichts dort, oder im Nachtschrank zu suchen hätten.

Nach den Musikstücken hieß sie aber nicht bloß alle Ehrengäste, Laudatoren und Festredner auf herzlichste willkommen. Sie dankte auch allen Sponsoren, welche die Wirksamkeit der Ehrenamtskarten erst möglich machten, sowie Thomas Toebe und Ralf Kröger von der Sparkasse Osterode und Dr. Hjalmar Schmidt von der HarzEnergie. Sie hatten es schließlich möglich gemacht, dass zu reichhaltigen Kanapees und zu Getränken geladen werden konnte.

Klaus Liebing betonte anschließend, dass die freiwillige Arbeit eines jeden Einzelnen das soziale Miteinander unserer Gesellschaft bereichert. Denn jeder setze sich für etwas ein, was ihm am Herzen liegt und erhöht damit die Lebensqualität.

Jeder einzelne, der an diesem Abend Geehrten gebe etwas an seine Mitmenschen weiter, wobei es bestimmt nicht um Bezahlung und Anerkennung gehe. Alle seien mit Begeisterung, Eifer und Leidenschaft bei einer Sache, die jedem persönlich am Herzen liegt. Er dankte für die Haltung, die von jedem von ihnen an den Tag gelegt werde. Denn die öffentliche Hand könnte das nicht leisten, geschweige denn bezahlen.

Harald Renz übermittelte sein Grußwort als stellvertretender Bürgermeister der Stadt Osterode. Er versicherte, dass er sich sehr freue, dass mit der Verleihung der Ehrenamtskarte das gewürdigt werde, was hier vor Ort, besonders in Bezug auf die Aufnahme, Unterbringung und Integration von Flüchtlingen in den vergangenen Monaten geleistet wurde.

Allerdings nehme aus seiner Sicht leider die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement in der Gesellschaft immer mehr ab. Die Individualisierung, das Sich-Zurückziehen ins Private und der Blick weg vom Nächsten nehmen dafür stets zu. Immer wieder sei dafür die Frage zu vernehmen: „Was bekomme ich dafür?“.

Die zu Ehrenden seien allerdings der absolute Gegenbeweis. Sie alle verdienten Respekt und Anerkennung für das, was sie freiwillig und ehrenamtlich leisten.

Danach gehörte den Laudatoren die Aufmerksamkeit. Den Reigen eröffnete Ute Dernedde, welche gleich zweimal eine Laudatio von Ulrike Stahmann, vom Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen im Landkreis Osterode, an zwei Herren übermittelte.

Als erstes bat  sie Ernst-August Aschoff, vom Ver.di-Ortsverein Osterode-Südharz, zu sich nach vorne, der für seine jahrelange ehrenamtliche Arbeit, die oftmals im Verborgenen stattfindet, geehrt wurde. Denn er kümmert sich jährlich mit über 250 Stunden um seine gewerkschaftlich organisierten Kollegen/innen.

Auch Friedrich Brod, vom Deutschen Bundeswehrverband LV Nord sKEHR – selbständige Kameradschaft ehemaliger Soldaten/Reservisten/Hinterbliebener Osterode / Harz -übermittelte Ute Dernedde die anerkennenden Worte von Ulrike Stahmann, die sich  bei ihm ebenso freue, einen Netzwerkpartner gefunden haben, der seit 2006  als Vorsitzender der Kameradschaft zum Wohl der Mitglieder mit Rat und Tat zur Seite steht.

Dr. Tobias Wittig, Vorsitzender des DRK- OV Osterode und Leiter der Bereitschaft, der die Verlängerung eben dieser besonderen Karte entgegennehmen durfte, hielt die Laudatio auf  - Jenny Behnke, Stefan Dörge, Matthias Fricke, Eric Kohlschreiber, Sascha Meyer,  Sven Haake, Kai Strüber (Verlängerung), Marvin Ostermeier, Patrick Pinnecke (Verlängerung), Kirsten Priebel und Isabella Schmökel, die neben Beruf und Familie nicht selten täglich unter dem DRK-Motto „Alle sind Brüder“ für den Anderen
unterwegs waren und sind.

Den größten Einsatz nach dem zweiten Weltkrieg habe man aber gehabt, als es galt,  hunderten von Menschen, die zwar körperlich unverletzt waren, aber sonst nichts mehr hatten, als das, was sie am Körper trugen, zu helfen. Zum „Warmlaufen“ sei man außerhalb des Landkreises tätig gewesen, dann hatte die Lindenberghalle im Mittelpunkt gestanden, wo allen Hilfe gewährt wurde, gleich welcher Religion, Nation oder Grund des Verlassens vorgelegen hat. Aber auch im Alltag stiegen die Sicherheitsanforderungen in allen Bereichen. Trotzdem liebten alle  Helfer dieses Ehrenamt, das für sie eine Berufung ist.

Danach gehörte den beiden Shelty-Damen „Bijou“ und „Taja“ sowie dem Wäller-Rüden „Attila“ die ganze Aufmerksamkeit, Denn Ute Dernedde würdigte ihre und insbesondere die Arbeit ihrer Besitzerinnen, Ursula Hädeler und Angelika Meyenberg, vom Verein „Helfer auf vier Pfoten“. Die zwei sind mit ihren drei geschulten Hunde unterwegs, um in Schulen und Kindergärten den richtigen Umgang mit Hunden vorzustellen und mit den Kindern in der Theorie und in der Praxis zu üben. Dabei bleiben auch die zwölf goldenen Regeln im Umgang mit Hunden nicht unerwähnt. Schließlich muss der beste Freund des Menschen, wie alle Lebewesen, mit Respekt und Verständnis behandelt werden.

Silke Müller, Vorsitzende der Bad Sachsaer Tafel, die übrigens bald ihr zehnjähriges Bestehen feiert, stellte diese Einrichtung vor und würdigte die ebenfalls zehn Jahre währende Arbeit von Annelie Klapproth und Helga Schumburg, mit der sie immer wieder einen Ausgleich zwischen Überfluss und Armut schafften. „Beide leisten Enormes, und sie werden weitemachen“.

Klaus Liebing ging nach eigenen Worten noch einmal in die Bütt. Diesmal wollte er zwei Personen aus seinem Heimatort, aus Neuhof, ehren. Immerhin sorgt dort Iolanda Balogh bereits seit 16 Jahren für eine gut funktionierende, intakte Senioren-Arbeit, ohne dabei nach der Hilfe der Kommune zu rufen. Außerdem gebe es keinen Umwelttag, wo sie nicht bei wäre.

Wilfried Schneitler wiederum gehört zu den Gründungsmitgliedern des 15 Jahre alten Fördervereins „Kultur- und Heimatpflege Neuhof“. Seitdem ist er stets im Einsatz für antike Maschinen und deren Reparaturen. Der kreative Mann mache auch nicht nur gute Vorschläge, er setzt diese auch um. „Er ist halt kein Dorfschnacker“.

Dass Ingrid Brand die Feuerwehrfrau und Dorothee Brettschneider die Trauerfrau für den Hospizverein Osterode sind, machte die erste Vorsitzende, Petra Schröder, in ihrer Laudatio deutlich. Beide seien ehrenamtliche, tragende Säulen für den Verein. Die Feuerwehrfrau sei schließlich, wie die Wehren auch, 24 Stunden erreichbar. Dieser Einsatz ist unsagbar kostbar, denn sie opfere diese Zeit nach eigener Aussage nicht,
sie verschenke sie und bekomme da vieles zurück.

Die Trauerfrau ist auch die zweite Vorsitzende und damit eine große Stütze, wenn Vereinsaktivitäten anstehen, wie beispielsweise das Trauercafé, welches sie leitet.

Klaus-Erwin Gröger, Bürgermeister von Wieda, ließ es sich nicht nehmen, viele Worte des Lobes, der Anerkennung und des Dankes für Siegrid Dallmann, Peter Bornkessel, Udo Roloff und Marcel Krauße kund zu tun. Wenn die vier sich nicht mit Herzblut in vielen Bereich so engagierten, wäre schon vieles in der Gemeinde nicht mehr möglich. Sie alle machten sich nicht bloß auf einem Gebiet stark, sondern tanzten sehr erfolgreich auf mehreren Hochzeiten, in deren Mittelpunkt immer wieder der Wintersportverein steht. Schließlich seien sie immer dort anzutreffen, wo Hilfe benötigt wird. Auch die Jugendarbeit habe sich als Erfolgsmodell herausgestellt.

Alle Ehrenamtlichen konnten sich über einen Veranstaltungs-Gutschein für das „Kulturkraftwerk HarzEnergie“, eine Bühne für Kleinkunst und Livemusik in Goslar, freuen. Die Gutscheine wurden von HarzEnergie gespendet.

Eine Ehrenamtskarte erhielten in diesem Jahr ebenfalls Michael Rössig vom TTV Scharzfeld e.V., Elke Uhrner für Ihre Tätigkeit bei den „Grünen Damen“ und Elisabeth Wedekind vom Tierschutzverein Bad Sachsa e.V.

Text: Petra Bordfeld mit einem Nachtrag von Ute Dernedde, Fotos: Petra Bordfeld


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