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Geschrieben von PM am 06. Oktober 2016
Region

Stillen – Fundament für eine nachhaltige Entwicklung

40. Kalenderwoche ist Weltstillwoche

Sandra Siewert, leitende Hebamme in der HELIOS Klinik Herzberg/Osterode
Sandra Siewert, leitende Hebamme in der HELIOS Klinik Herzberg/Osterode
Stillen ist die einfachste, natürlichste und gesündeste Ernährung für ein Baby
Stillen ist die einfachste, natürlichste und gesündeste Ernährung für ein Baby


Jährlich rückt in der 40. Kalenderwoche – der Weltstillwoche – das Stillen in den Blickpunkt. Als leitende Hebamme in der HELIOS Klinik Herzberg/Osterode berät Sandra Siewert jedes Jahr über 500 Frauen beim Stillen, gibt Ratschläge und Anleitung.

„Stillen ist die einfachste, natürlichste und gesündeste Ernährung für ein Baby und vermittelt den besten Start ins Leben. Muttermilch liefert dem Kind alle notwendigen Nährstoffe in der richtigen Zusammensetzung und wichtige Abwehrstoffe. Sie ist ein vollwertiges, leicht verdauliches Nahrungsmittel, das das Kind zudem vor Allergien, Durchfallerkrankungen und anderen Infektionskrankheiten schützt“, erläutert Sandra Siewert, Leitende Hebamme in der HELIOS Klinik Herzberg/Osterode. Neben den positiven Einflüssen auf die Gesundheit bietet Stillen dem Säugling zudem Geborgenheit, Vertrauen und Liebe, Zuwendung und Hautkontakt: Die Nähe beim Stillen unterstützt die Bindung zwischen Mutter und Kind.

Stillzeit
Gestillt werden sollte nach Bedarf, das bedeutet, dass die Mütter ihr Kind nur dann an die Brust nehmen und stillen, wenn dieses durch bestimmte Stillzeichen, wie z.B. Suchbewegungen oder Schmatzen, danach verlangt. „Genauso bedeutet es aber auch, dass die Mütter – z.B. bei einer zu vollen Brust, bei Milchstau oder wenn die Alltagssituation es erfordert – die Kinder stillen und eventuell dazu auch wecken. Das frühere Prinzip nachdem man das Kind zu festgelegten Zeiten Stillen muss, ist überholt“, erklärt Sandra Siewert. Das ausschließliche Stillen empfiehlt das Hebammen-Team dabei bis zum Ende des sechsten Monats. Ab dann können Frauen mit der Zufütterung von Beikost beginnen.

Während der Stillzeit sollten die Mütter ihrem Kind zuliebe auf alkoholische Getränke und das Rauchen verzichten. „Das Kind trinkt und raucht sonst über die Muttermilch mit. Bei der Einnahme von Medikamenten oder bei Lokalbetäubungen sollten die Frauen den Arzt informieren, dass sie stillende Mütter sind. In den meisten Situationen gibt es geeignete Medikamente, die mit dem Stillen vereinbar sind“, erklärt Sandra Siewert.

Still-Probleme
Dass die natürlichste Sache der Welt nicht unbedingt die einfachste ist, weiß auch die Hebamme. Sie rät den jungen Müttern, gerade in den ersten Tagen ein bisschen Geduld und Zeit aufzuwenden: „Zusammen bringen Mutter und Kind alle Fähigkeiten zum Stillen mit, aber am Anfang muss man sich noch als Team einspielen – so muss auch das Neugeborene das Saugen an der Brust erst richtig einüben“, so Sandra Siewert. Bei Fragen oder Problemen sollten sich die Frauen immer vertrauensvoll an ihre Hebamme wenden. Das Hebammen-Team der Klinik steht auch nach dem Klinikaufenthalt jederzeit rund um die Uhr im Kreißsaal unter Telefonnummer 05521 866-370 für Ratschläge zur Verfügung.

Stillförderung in der Klinik
Als zertifiziertes babyfreundliches Krankenhaus liegt der HELIOS Klinik Herzberg/Osterode die Unterstützung des Stillens und die Förderung der Bindung zwischen Eltern und Kind sehr am Herzen. Im ganzheitlichen Geburtshilfe-Konzept werden junge Familien von der Schwangerschaft über die Geburt bis zum Wochenbett betreut. „Wir informieren die Frauen während der Schwangerschaft über die Vorteile des Stillens und das Konzept des ‚Stillen nach Bedarf‘. Nach der Geburt können Eltern und Kind auf unserer Familienstation rund um die Uhr zusammenbleiben und sich ungestört von den Klinikroutinen kennenlernen“, erzählt Sandra Siewert. Dabei ist immer eine Hebamme ansprechbar, wenn die Frauen Hilfe benötigen oder Fragen haben. „Wir zeigen den Müttern, was sie tun können, wenn ihre Babys weinen oder nicht trinken wollen, welche Stillpositionen es gibt und was beim Stillen zu beachten ist. Es ist ganz normal, dass sie nach der der Geburt noch unsicher sind“, so die Hebamme.

Die Stillquote der HELIOS Klinik Herzberg/Osterode liegt bei 97 Prozent. „Es gibt immer wieder Frauen, die nicht stillen können oder nicht stillen wollen. Dabei sollte keine Mutter ein schlechtes Gewissen haben –wichtig ist für uns, dass es Mutter und Kind gut geht. Unter einer unglücklichen Mutter, die sich zum Stillen zwingt, leidet auch der Säugling“, erklärt Sandra Siewert. Die Frauen, die nicht stillen wollen oder können, werden von den Hebammen beraten, welche Ersatzmilchprodukte am geeignetsten sind und individuell in der Flaschenernährung des Säuglings angeleitet.
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