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Geschrieben von PM Landkreis Göttingen am 25. April 2018
Region

Comic soll helfen, andere Kulturen zu verstehen

„Interkultureller Knigge“: Mitwirkende an Integrationsprojekt gesucht

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Das Integrationsbüro des Landkreises Göttingen plant für Ende 2018 die Herausgabe eines „interkulturellen Knigge“. Er soll in Form eines Comichefts über verschiedene Ursachen interkultureller Konflikte informieren und Tipps für den Umgang damit geben. Privatpersonen, Bildungseinrichtungen, Vereine, Migrantenselbstorganisationen, Betriebe, Jugendzentren sowie Vertreterinnen und Vertreter von Begegnungsstätten können bei der Erstellung des Comicheftes mitwirken. Interessierte können sich melden bei Isa Sandiraz, Integrationsbeauftragter des Landkreises Göttingen, oder bei der Projektkoordination, Telefon 0551 / 525 – 27 26 oder E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

Konflikte durch Missverständnisse und Sprachschwierigkeiten

In Deutschland leben Menschen verschiedenster Herkunftsländer, Kulturen und Religionen zusammen. Diese Vielfalt ist auch im Landkreis Göttingen zu spüren. Meist ist das Miteinander friedlich, dennoch kommt es auch immer wieder zu Spannungen und Problemen, die ganz unterschiedliche Ursachen haben können. Die Kreisverwaltung sieht es als eine wichtige Aufgabe an, dieser Vielfalt gerecht zu werden und möglichen Konflikten entgegenzuwirken. Das geplante Comicheft ist dazu ein Beitrag.

Konflikte entstehen häufig aufgrund von Missverständnissen und Sprachschwierigkeiten. So haben Menschen, die erst kurz hier leben, oft Schwierigkeiten, sich in Deutschland zurechtzufinden. Viele Dinge, die für in Deutschland aufgewachsene Menschen selbstverständlich sind, müssen Migrantinnen und Migranten erst neu lernen, beispielsweise die deutschen Verkehrsregeln oder wie hier der Müll getrennt wird.

Manche Menschen haben aufgrund ihrer Sozialisation in einer anderen Kultur auch unterschiedliche Herangehens- und Verhaltensweisen in bestimmten Situationen. Wenn solche kulturellen Codes anderen unbekannt sind, führt das zu Missverständnissen. Ein anschauliches Beispiel hierfür sind Handzeichen: Der nach oben gestreckte Daumen steht hierzulande für etwas Positives, während er in anderen Ländern als anstößige Geste wahrgenommen wird.

 

Gegen Vorurteile und Stereotype

Daneben existieren auch Vorurteile, Stereotype und Ressentiments auf verschiedenen Seiten, die zu Konflikten oder Spannungen im Zusammenleben führen. Menschen neigen dazu, bestimmte Erwartungshaltungen an das Verhalten einer Person zu richten, sobald sie hören, dass diese aus einem bestimmten Land kommt. Alles was zu diesem Bild passt, wird als Bestätigung kultureller Vorurteile wahrgenommen. Gegenteilige Erfahrungen werden teils unterbewusst ignoriert.

Mit dem Comicheft will der Landkreis Göttingen hier für mehr Sensibilität im Umgang sorgen. Denn auch bei Menschen, die aus einem Land kommen, existiert untereinander eine große Vielfalt. Zahlreiche andere Erfahrungen und Merkmale prägen den Charakter jeder Person. Das Comicheft soll zu gegenseitiger Empathie und Verständnis beitragen, indem es Menschen dazu anhält, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren. Der Umgang miteinander sollte nicht von festgefahrenen Meinungen und Vorurteilen geprägt werden. Vielmehr ist es für ein friedliches Zusammenleben entscheidend, sich offen zu begegnen und die Menschen individuell kennenzulernen.

 

Comic mit Humor und wahren Begebenheiten

Gleichzeitig soll mit dem Heft gezeigt werden, dass – sollte es zu Spannungen kommen – diese auch mit Humor genommen werden können. Ein Comicheft bietet hierfür eine gute Möglichkeit. Durch dieses Medium werden in gleichzeitig lustiger aber auch ernster Weise Denkanstöße geliefert, das eigene Verhalten, die eigenen Einstellungen und Stereotype gegenüber Menschen anderer Herkunftsländer zu hinterfragen.

Die Geschichte für das Comicheft wird nicht frei erfunden. Vielmehr sollen reale Begebenheiten und Ereignisse gesammelt und zusammengefasst werden. Hierfür finden Workshops und Einzelinterviews statt, in denen verschiedene Personengruppen über ihre Erfahrungen befragt werden: Welche Schwierigkeiten sind ihnen begegnet? Welche Vorurteile und Stereotype haben sie miterlebt oder wurden an sie selbst gerichtet? Um ein vielschichtiges Bild zu erhalten, sollen dabei unterschiedliche Milieus befragt werden, von der Schulklasse bis zum Sportverein.


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