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Mittwoch, 28. Februar 2024
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Geschrieben von PM Oberharzer Bergwerksmuseum am 20. November 2023
Region

Vortrag zum Nazi-Sprengstoffwerk Tanne in Clausthal-Zellerfeld

Dr. Friedhart Knolle referiert am 01. Dezember

Werk Tanne, Foto: Jürgen Wode
Werk Tanne, Foto: Jürgen Wode

Traditionell zum Auftakt der "Weihnachtsschicht im Oberharzer Bergwerksmuseum" wird das Veranstaltungswochenende mit einem Vortrag am Freitag eröffnet. Nachdem im letzten Jahr der Harzer Multimediajournalist und Autor Sobotta sein neues Buch "Secret Places Harz" vorgestellt hat, hält dieses Jahr der Harzer Geologe Dr. Friedhart Knolle vom BUND-Regionalverband Westharz zum lange verdrängtem Thema der Rüstungsaltlast Werk Tanne in Clausthal-Zellerfeld einen Vortrag.

Brisante Altlast

Dieses geheimnisvolle Werk stellt eine bis heute brisante Altlast im Stadtgebiet von Clausthal- Zellerfeld dar. Was steckt dahinter? Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten begannen die ersten Planungen für einen massiven Ausbau der Spreng- und Kampfstoffproduktion in Deutschland. Dazu gehörte auch die heute nur unter dem Tarnnamen „Werk Tanne“ bekannte TNT-Produktionsstätte am Stadtrand von Clausthal-Zellerfeld. Das Werksgelände ist zum größten Teil bewaldet und befindet sich in privater Hand. Der Großteil der Fläche ist jedoch wegen des dort vorhandenen Gefährdungspotenzials immer noch nicht frei zugänglich.

Bereits Anfang 1934 hielten NS-Rüstungsexperten im Oberharz Ausschau nach einem geeigneten Gelände. Dabei wurden sie bei Clausthal fündig. Ende 1936 war die Sprengstoff-Fabrik in ihren Grundzügen bereits fertiggestellt. Wie viele Schwesterwerke war auch Tanne ein sog. "Schlafwerk", das nach seiner Fertigstellung zunächst "eingemottet" wurde, um dann kurz vor dem Überfall auf Polen in Betrieb genommen zu werden. In der Sprengstoff-Fabrik Tanne wurde zum einen der Sprengstoff Trinitrotoluol (TNT) hergestellt, weiterhin wurden TNT und andere angelieferte Sprengstoffe in Bomben, Minen und Granaten abgefüllt. Ein wichtiger dritter Bereich war die Sprengstoffaufbereitung aus Fehlchargen und Beutemunition. Reste der Sprengstoffe und ihre hochgiftigen Abbauprodukte, die z.T. krebserregend sind, finden sich bis heute im Werk und im Grundwasser unter dem Werk und belasten die Umwelt.

Giftige Abwässer

Zwar wurden die Clausthaler Pfauenteiche saniert und mit Wasserrückhaltebecken versehen, aber das stoppt nur einen Teil der Umweltbelastung. Sogar im Wasser des 13 Lachter-Stollens bei Wildemann und des Ernst August-Stollens bei Gittelde konnte das Gift aus Werk Tanne nachgewiesen werden. Die Abwässer waren so giftig, dass eine Abwasserleitung des Werks bis nach Osterode gebaut wurde, wo die Giftstoffe in Schluckbrunnen bei Petershütte versenkt wurden. Wohin sie von dort unterirdisch flossen, ist bis heute nicht ganz klar. Der Neutralisationsschlamm der Kläranlage des Werks Tanne wurde z.T. mitten im Stadtgebiet von Clausthal-Zellerfeld abgelagert, so im Bereich des Ostbahnhofs und eines ehemaligen Sportplatzes. Der Schlamm enthält bis heute ein erhebliches Potential krebserregender Stoffe.

Der Vortrag von Dr. Friedhart Knolle findet am Freitag, den 01. Dezemer statt, Vortragsbeginn ist um 17:30 Uhr. Vortragsort ist der Besprechungsraum 1. Stockwerk im Roten Haus, Bäckerstr. 7, 38678 Clausthal-Zellerfeld. Der Einlass findet ebenda statt.

Eintritt an diesem Abend ist frei, Spenden werden erbeten. Aus organisatorischen Gründen wird um eine Anmeldung bis zum 01.12. um 10 Uhr im Museum, unter 05323 98 95 0 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gebeten.


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