Geschrieben von Boris Janssen am 24. Februar 2015
Vierzehn Vorbilder und eine Überraschung
Sportlerehrung: Nick Näther erneut Sportler des Jahres – Friedhild Finselberger, Voltigier-Team Südharz I und Lutz Helmboldt ebenfalls geehrt – Bürgermeister spricht von Erhalt aller Turnhallen


Gymnastik-Seniorin Friedhild Finselberger (MTV Lauterberg), Schwimm-As Nick Näther (LSKW), das Voltigier-Team Südharz I (RV Südharz) und der internationale Tischtennis-Schiedsrichter Lutz Helmboldt (TTC Grün-Weiß Osterhagen) sind Bad Lauterbergs Sportlerinnen und Sportler des Jahres 2014. In einer wieder gemeinsam von Stadtsportbund und Stadt Bad Lauterberg ausgerichteten Feierstunde erhielten sie am Montagabend (23.02.2015) ihre Auszeichnungen. Ausgewählt hatten sie die im Stadtsportbund vertretenen 17 Vereine auf ihrer Sitzung im Januar.
Die Geehrten
Friedhild Finselberger beeindruckte nicht mit besonders herausragenden Einzelleistungen, sondern vielmehr mit einer außergewöhnlichen sportlichen Einstellung und Disziplin. Auch nach ihrem 90. Geburtstag im vergangenen Jahr nimmt sie noch immer jede Woche mindestens fünf Gymnastik-Angebote des MTV wahr und tut damit alles, um sich gesund und fit zu halten.
Sportliche Leistungen waren dann aber bei der Wahl von Nick Näther ausschlaggebend. Sie waren sogar so gut, dass der 14-Jährige gleich zum zweiten Mal in Folge Bad Lauterbergs Sportler des Jahres ist. Trotz der eher bescheidenen Trainingsbedingungen in der Kneippstadt erschwamm er sich bis zur Landesebene mehrere Titel und schaffte es sogar bei einem Internationalen Schwimm-Meeting aufs Treppchen.
Mit Disziplin, Ehrgeiz und daraus resultierendem sportlichen Erfolg überzeugte auch das Voltigier-Team Südharz I des RV Südharz aus Bartolfelde. Nach einer durchwachsenen Saison steckte das Team den Kopf nicht etwa in den Sand. Eine neue Taktik brachte auch neuen Erfolg – und zwar durchschlagenden: Die Mannschaft trat in der Saison bei fünf Turnieren an, errang dabei vier Siege und einen zweiten Platz. Außerdem stieg das Team mit zwei erhaltenen Aufstiegsnoten in die nächsthöhere Leistungsklasse auf.
Das Voltigier-Team Südharz I sind: Voltigiererinnen Anne Scheller, Jana Bockfeld, Lena Holzapfel, Luzia Kanngießer, Maike Sonnabend, Marie Nebel, Sarah Carl und Viktoria Hirt sowie die Trainerinnen Nadine Dreymann, Sandra Knobloch und Frauke Meyer.
Lutz Helmboldt erhielt seine Auszeichnung in der Kategorie Ehrenamt. Seit 2001 engagiert er sich im Vorstand des TTC Grün-Weiß Osterhagen, bereits seit 1996 im Schiedsrichterwesen des Tischtennissports. Damals begann es mit der Ausbildung zum Kreisschiedsrichter, inzwischen ist Helmboldt Nationaler Oberschiedsrichter und Internationaler Schiedsrichter mit weltweiter Qualifikation, die ihm schon Einsätze bei zwei Europameisterschaften bescherte.
Mehr über die Sportlerinnen und Sportler des Jahres 2014 erfahren Sie hier.
„Aushängeschilder der Stadt“
Der Vorsitzende des Stadtsportbundes Kurt Hübner freute sich, „dass wieder Sportler gefunden wurden, die zu ehren sich lohnt.“ Sie alle hätten ihre Auszeichnung durch ihre sportlichen Leistungen verdient, wozu eben auch Vorbereitung, Ehrgeiz und Disziplin gehörten.
Auch Bürgermeister Dr. Thomas Gans betonte die Bedeutung der sportlichen Tugenden. Er gratulierte den Preisträgern zu ihrer sportlichen Haltung: „Sie haben Vorbildfunktion – und Vorbilder können wir gebrauchen.“ Sport habe außerdem eine soziale Funktion: Er biete sinnvolle Freizeitbeschäftigung und spannende Unterhaltung, er lehre Regeln einzuhalten, verlässlich zu sein, Niederlagen hinzunehmen und sein Gegenüber zu achten und er helfe dabei, sich jung zu halten. Insofern seien die Geehrten „Aushängeschilder unserer Stadt“.
Deshalb tritt die Stadt auch gerne als Veranstalter der Sportlerehrung auf. Man wolle sich gemeinsam mit den Sportlern über die erreichten Leistungen freuen, die erneut in den unterschiedlichsten Disziplinen erzielt wurden. „Und wir wollen damit die Verbundenheit von Stadt und Sport zeigen“, erklärte Gans.
Bürgermeister: „Müssen wohl auf keine Halle verzichten“
Um diese Verbundenheit zu unterstreichen, überraschte der Bürgermeister mit einem unerwartet deutlichen Statement zum Thema Turnhallen: „Es sieht zum jetzigen Zeitpunkt so aus, als wenn wir von den sieben Turnhallen in öffentlicher Hand auf keine einzige verzichten müssen.“ Aus taktischen Gründen wollte er zwar noch keine näheren Details nennen, allerdings brachte Thomas Gans damit neben den Grundschul- und KGS-Hallen als siebtes auch die Gymnastikhalle im Haus des Gastes ins Gespräch, die bisher gar nicht von Vereinen genutzt wird. Die Wirkung seiner Worte waren dem Bürgermeister bewusst: „Ich denke, das ist ganz in Ihrem Sinne.“
Die Geehrten bekamen vom Stadtsportbund die bewährten Sachpreise. Kurt Hübner dankte den Sponsoren Familie Gollée (Kirchberg-Therme) und Familie Kröger (Modehaus Rudolphi). Die Stadt steuerte statt des Kugelschreibers aus den Vorjahren dieses Mal für Jeden einen Regenschirm bei: „Der Zukunftsvertrag wirkt schon – die Geschenke werden größer“, witzelte der Bürgermeister. Nur die Urkunden müssen noch nachgereicht werden, „die hat der Drucker zerfetzt, und wir wollen ja ordentliches Papier nehmen.“
Zum ersten Mal hat die Sportlerehrung nicht im altehrwürdigen Ratssaal stattgefunden, sondern in einem eher schmucklosen Seminarraum im Haus des Gastes – als Generalprobe für nächstes Jahr, wenn das Rathaus hierher umgezogen ist und der Ratssaal ohnehin nicht mehr zur Verfügung steht. Darunter hat die Atmosphäre aber nur wenig gelitten, nicht zuletzt dank der liebevollen Vorbereitung durch das Team vom Stadtmarketing – Karin Dreymann, Janine Schröter und Doralies Baltzer. Ebenfalls zum ersten Mal war der Kreissportbund bei der Sportlerehrung vertreten, und zwar mit dem Beauftragten für Sportabzeichen Günther Thiele.