Geschrieben von Markus Herzberg (Feuerwehr Herzberg) am 31. Januar 2019
Einsatzreichstes Jahr der Geschichte
Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Herzberg
Auf das bislang einsatzreichste Jahr ihrer Geschichte hat am Samstag (26.01.2019) die Feuerwehr Herzberg in ihrer Jahreshauptversammlung zurückblicken können.
Ortsbrandmeister Uwe Bock konnte neben Gerd Thiele und Kai-Uwe Große vom Feuerwehrausschuss der Stadt Herzberg auch den Fachbereichsleiter Wolfgang Nünemann, den neuen Pastor der Nicolaigemeinde Gerd Florian Beckert sowie Abordnungen der befreundeten Feuerwehren aus der Stadt Herzberg sowie den Schwerpunktfeuerwehren Bad Lauterberg und Osterode als Gäste begrüßen. Weiterhin waren der stellvertretende Kreisbrandmeister Karsten Krügener und vom Kreisfeuerwehrverband Osterode der 2. Vorsitzende Markus Herzberg der Einladung gefolgt.
Jahresbericht des Ortsbrandmeisters
In seinem Jahresbericht blickte Uwe Bock auf das bisher einsatzreichste Jahr in der Geschichte der Feuerwehr Herzberg zurück. Insgesamt wurde die Feuerwehr Herzberg im Jahr 2018 zu 149 Einsätzen gerufen. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 waren es lediglich 115 Einsätze. Neben 33 Brandeinsätzen mussten die Mitglieder der Feuerwehr zu 76 technischen Hilfeleistungen, zwei Verkehrsunfällen mit eingeklemmten Personen, 13 Brandsicherheitswachen, einer Alarmübung und 22 Fehlalarmen durch Brandmeldeanlagen ausrücken.
Uwe Bock bedankte sich bei den Kameradinnen und Kameraden für die teilweise nicht ganz einfachen Einsätze. Zusätzlich falle enorm viel Zeitaufwand bei der Nachbereitung an, oft bedürfe es mehr als einer Stunde, bis die Fahrzeuge und Geräte nach Einsätzen wieder einsatzbereit seien.
Ein weiteres Hauptaugenmerk habe im vergangen Jahr auf der Ersatzbeschaffung für die 28 Jahre alten Drehleiter gelegen. So seien mehrere Informationsveranstaltungen für Rat und Verwaltung über die Notwendigkeit der Ersatzbeschaffung durchgeführt worden. Die Politik habe zwischenzeitlich die erforderlichen Haushaltsmittel bereitgestellt und einer Neubeschaffung zugestimmt. Eine Ausschreibung der neuen Drehleiter stehe unmittelbar bevor. In diesem Zusammenhang bedankte sich Uwe Bock bei den am Beschaffungsprozess beteiligten Personen.
Ebenfalls viel Zeit in Anspruch genommen habe die Einführung des neuen landesweiten Feuerwehrverwaltungsprogramms „FeuerON". Neben Einrichtung und Schulungen sei begonnen worden, sämtliche Daten zu kontrollieren und in das neue Programm zu übertragen.
„Wir führten das gesamte Jahr über auch wieder einige Brandschutz- und Feuerlöscher-Unterweisungen in Firmen, Behörden und Pflegeeinrichtungen durch“, so Uwe Bock, „ebenso besuchten wieder viele Gruppen aus Kindergärten und Schulen das Feuerwehrhaus in der Sieberstraße, um sich über die Arbeit der Feuerwehr zu Informieren.“
Mitgliederzahl in der Einsatzabteilung leicht gestiegen
Die Mitgliederzahl in der Einsatzabteilung ist gegenüber dem Vorjahr leicht auf 71 gestiegen. Es gibt 17 Kameraden in der Altersabteilung, zwölf passive Mitglieder und 197 Mitglieder im Förderverein. Insgesamt ergibt sich eine Zahl von 336 Mitgliedern. Erwähnenswert sei auch, dass sich unter den fünf Doppelmitgliedern der Wehr ein weiterer Ortsbrandmeister und zwei stellvertretende Ortsbrandmeister anderer Wehren befinden.
18 Kameradinnen und Kameraden leisten neben ihrer Tätigkeit in der Feuerwehr Herzberg auch Dienst in verschiedenen Fachzügen der Kreisfeuerwehr.
Von den Mitgliedern wurden sieben technische Lehrgänge an der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Lasfelde sowie 13 Lehrgänge an der „Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz“ in Celle und Loy besucht.
Zum Abschluss berichtete Ortsbrandmeister Bock, dass im Feuerwehrhaus in diesem Jahr der Schulungsraum gestrichen, die Deckenbeleuchtung erneuert und die Trinkwasserleitungen ersetzt werden sollen. Außerdem wird im Jahr 2019 das 60-jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr gefeiert.
Feuerwehrnachwuchs
Jugendfeuerwehrwart Florian Becker berichtete, dass derzeit 28 Jugendliche Mitglied in der Herzberger Jugendfeuerwehr sind, jeweils 14 Jungen und Mädchen. Insgesamt wurden 240 Stunden Ausbildungsdienst geleistet. Neben 26 praktischen Diensten und Schulungen sowie gemeinsamen Diensten mit den Jugendfeuerwehren Bad Lauterberg und Gieboldehausen wurde auch ein 24-Stunden-Ausbildungsdienst durchgeführt. Die traditionelle Weihnachtsfeier beendete das Jahr.
Den Bericht für die Kinderfeuerwehr hielt in diesem Jahr Angelina Zier. Sie bedankte sich beim bisherigen Kinderfeuerwehrwart Kai Eisenträger für das langjährige Engagement. Kai Eisenträger hat aufgrund einer beruflichen Weiterbildungsmaßnahme das Amt abgegeben, steht aber weiterhin mit Rat und Tat der Kinderfeuerwehr zur Seite. Bei den monatlichen Treffen standen unter anderem ein Besuch bei der Polizei sowie eine Fahrt ins Regenbogenland in Bad Sachsa mit anschließender Übernachtung im Feuerwehrhaus auf dem Programm.
Sicherheit, Geräte und eine neue Drehleiter
In den Feuerwehren der Stadt Herzberg werde die persönliche Schutzbekleidung erneuert, so Sicherheitsbeauftragter Thomas Wündrich. Es seien mehrere Modelle im direkten Trageversuch getestet und sich am Ende für einen Hersteller entschieden worden. Neben den Atemschutzgeräteträgern sollten anschließend auch die „normalen“ Einsatzkräfte mit geeigneter Bekleidung ausgestattet werden. Von den fünf Unfällen im vergangenen Jahr seien vier im Zusammenhang mit Einsätzen und einer im Rahmen der Dienstsportgruppe passiert.
Arbeitsreich sei auch das Jahr für die Gerätewarte gewesen, so Gerätewart Michael Steffanowski. Neben den üblichen Wartungen hätten auch etliche kleinere Reparaturen durchgeführt werden müssen. Die meiste Zeit hätte für die Drehleiter und das Tanklöschfahrzeug aufgewendet werden müssen. Hier mache sich langsam das Alter der Fahrzeuge bemerkbar, so Steffanowski weiter. Neben einer neuen Tragkraftspritze konnte auch ein neuer Hochdrucklüfter und eine zweite Wärmebildkamera in Dienst gestellt werden. Bei vier angesetzten technischen Diensten sowie nach Einsätzen wurden die Gerätewarte durch die Mannschaft unterstützt.
Wolfgang Nünemann, Fachbereichsleiter der Stadt Herzberg, bedankte sich im Namen der Stadt bei den Kameradinnen und Kameraden für den Einsatz zum Wohle der Bevölkerung. Er berichtete der Versammlung über diverse Beschaffungen und Investitionen des vergangenen Jahres. Die Ausschreibung der neuen Drehleiter werde zeitnah erfolgen, sobald der Haushalt der Stadt genehmigt sei. Hierfür seien 820.000 Euro im Haushalt eingeplant. Die Dreheiter solle nach den derzeitigen Planungen Ende 2020 ausgeliefert werden.
Bericht des Stadtbrandmeisters
Stadtbrandmeister Gerd Herrmann bedankte sich bei den Einsatzkräften, der Stadtverwaltung und dem Rat für die gute Zusammenarbeit. Das neue Feuerwehrverwaltungsprogramm „FeuerON“ habe den Feuerwehren der Stadt viel Arbeit beschert. Er ist sehr erfreut, dass im Jahr 2019 die Hälfte aller Atemschutzträger der Stadt Herzberg mit einer neuen Schutzjacke und -hose ausgestattet werden könnten. Die fünf Feuerwehren der Stadt Herzberg haben derzeit 227 Einsatzkräfte. Hiervon unterstützen 46 Einsatzkräfte und sechs Fahrzeuge die Kreisfeuerwehr.
Der sehr warme Sommer sorgte für zahlreiche Einsätze. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl der Einsätze im gesamten Herzberger Stadtgebiet um etwa 30 Prozent auf 198 an. In diesem Zusammenhang überbrachte Gerd Herrmann ein Lob der Nationalparkverwaltung für den Einsatz an der Hanskühnenburg. Hier musste auf einem Wanderweg eine zwei Kilometer lange Schlauchleitung verlegt werden, um einen Flächenbrand zu löschen.
Weitere Grußworte
Stellvertretender Kreisbrandmeister Karsten Krügener überbrachte die Grüße des Kreisbrandmeisters und des Landkreises Göttingen. Um die Bedeutung des Altkreises Osterode im Bereich des Brandschutzes zu verdeutlichen, berichtete er, dass von acht Drehleitern im Landkreis Göttingen fünf im Gebiet des Altkreises Osterode vorhanden seien. Das Sturmtief Friederike habe im Frühjahr schlagartig für eine große Arbeitsbelastung bei den Rettungskräften gesorgt. Die im letzten Jahr vom Arbeitskreis Digitalfunk beschlossene Einrichtung von Führungsstellen auf Gemeindeebene sei im Bereich der Stadt Herzberg umbesetzt worden. Weiterhin ging er auf den Einsatz beim Moorbrand in Meppen ein. Er hoffe, dass die beiden im Landkreis Göttingen vorhandenen Löschfahrzeuge des Katastrophenschutzes in nächster Zeit durch Neubeschaffungen ersetzt werden.
Als Vertreter der Polizei bedankte sich Oberkommissar Burkhard Günther für die gute und professionelle Zusammenarbeit. Pastor Becker nutzte die Gelegenheit sich den Kameradinnen und Kameraden als neuer Pastor der Nicolaigemeinde vorzustellen.
Wahlen
Bei den anstehenden Wahlen wurde Löschmeisterin Angelina Zier zur Kinderfeuerwehrwartin und Hauptlöschmeister Jan Hainich zu ihrem Stellvertreter gewählt.
Beförderungen
Zum Feuerwehrmann:
Fabian Köppel und Torben Künemund
Zum Oberfeuerwehrmann:
Patrick Förste, Steffen Füllgrabe und Jan-Niklas Hölscher
Zum/r Hauptfeuerwehrmann/-frau:
Marvin Diedrich, Sebastian Heinold, Tobias Bick und Annike Richter
Zum Oberlöschmeister:
Niklas Fuchs und Dr. Thomas Wündrich
Zum Hauptlöschmeister:
Renè Wündrich
Ehrungen
Mit dem niedersächsischen Feuerwehrehrenzeichen für 25-jährige aktive Mitgliedschaft wurden Löschmeister Kai Eisenträger und Hauptlöschmeister Markus Herzberg geehrt.
Mit dem niedersächsischen Feuerwehrehrenzeichen für 40-jährige aktive Mitgliedschaft wurden Hauptbrandmeister Ralf Mönnich, Hauptlöschmeister Thomas Heinold, Oberbrandmeister Volker Carl und Hauptbrandmeister Uwe Bock geehrt.
Mit dem Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen für 75 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr wurde Brandmeister Helmut Thies ausgezeichnet.
