Vorstand mit den Gästen (von links) Heiner Wendt, Dietmar Sohns, Horst Winter, Wilhelm Körner, Klaus Baumann, Christoph SchlemmSturmschäden
Am Freitag (15.2.19) hatte die Forstgenossenschaft Barbis zur diesjährigen Jahreshauptversammlung in das Gasthaus Dreymanns Mühle eingeladen. Hierzu waren 46 Anteilseigner erschienen. Die Genossenschaft betreut eine Fläche von insgesamt knapp 190 Hektar.
Der Vorsitzende, Wilhelm Körner, eröffnete die Versammlung und arbeitete die üblichen Regularien ab. Er konnte auch den Betreuungsförster Heiner Wendt und Dietmar Sohns vom zuständigen Forstamt Riefensbeek begrüßen.
Anschließend verlas der Schriftführer Christoph Schlemm das Protokoll der letzten Jahreshauptversammlung vom 16.2.18 und das einer außerordentlichen Versammlung vom 4.5.18.
Der Kassenbericht des Rechnungsführers, Klaus Baumann, wies zum Ende des Jahres 2018 einen deutlich höheren Endbetrag auf, als üblich, was hauptsächlich an der Tatsache lag, dass viel Holz aus den Sturmschäden Anfang des Jahres verkauft werden musste. Zu diesem Thema nahmen anschließend auch noch andere Fachleute Stellung.
Steffen Fricke konnte als Sprecher der Kassenprüfer eine gute und ordentliche Kassenführung bescheinigen. Dem Entlastungsantrag wurde stattgegeben.
Wilhelm Körner erläuterte die Maßnahmen im Wirtschaftsjahr 2018 und gab die aktuellen Einschlagsmengen für das verkaufte Holz der verschiedenen Holzarten bekannt. Aufgrund des Überangebotes an Fichtenholz, insbesondere an bereits von Borkenkäfern befallenen Stämmen, wird dieses mit in die Brennholzverteilung genommen.
Der 2. Vorsitzende Horst Winter berichtete der Versammlung von den Maßnahmen, die bereits direkt nach dem Orkan „Friederike“ im letzten Jahr eingeleitet wurden. Die Sturmschäden in der Barbiser Forst waren zunächst auf ca. 6000 Festmeter geschätzt worden - letztendlich waren es jedoch ca. 8000 Fm. Durch die Sturmschäden auch in anderen Bezirken war natürlich Bewegung in den Markt gekommen, so dass mitunter schwierige Verhandlungen mit den Käufern geführt werden mussten. Trotz dieser schwierigen Umstände, konnten die Barbiser Forstgenossen letztendlich zufriedenstellende Ergebnisse erzielen, was nicht zuletzt am schnellen und umsichtigen Handeln der Verantwortlichen lag. Auch der Betreuungsförster, Heiner Wendt, lobte die Strategie des Vorstandes bei der zurückliegenden Holzvermarktung und würde dafür - im Vergleich zu Anderen - "eine glatte 1" vergeben. Er erläuterte noch einmal die deutliche Zunahme des Borkenkäfer-Problems in der gesamten Region, das durch die extreme Trockenheit im letzten Jahr verstärkt wurde. Wendt hält ein Umdenken beim Anbau neuer Flächen für unumgänglich. Man müsse weg von der Fichte und hin zu anderen Nadelhölzern und Mischwald, um gegen Klimaveränderungen gewappnet zu sein. Auch in Zukunft sind Zäune um Neuanpflanzungen aufgrund des nach wie vor hohen Wildbestandes nötig.
Der Veränderung beim Anbau haben sich die Barbiser bereits gestellt: Es sind schon jetzt neben Laubhölzern im Bereich der Nadelhölzer 3000 Douglasien angepflanzt worden.
Dietmar Sohns berichtete, dass in Niedersachsen im Jahr 2018 über 2 Millionen Fm. Schadholz angefallen seien. Dieses habe zu einem Preisverfall von 50-60 Prozent geführt. Auch er lobte ausdrücklich die Arbeit des Vorstandes und betonte, dass andere Genossenschaften und Betreiber nicht so erfolgreich gehandelt hätten. Er hofft auf eine Normalisierung des Klimas im Hinblick auch auf die Borkenkäfer-Plage. Sohns gab zu bedenken, dass durch den Wegfall der 8000 Fm verkauften Sturmholzes, die sonst übliche Einschlagsmenge von ca. 800 Fm pro Jahr somit in den nächsten 10 Jahren kaum Fichtenholz verkauft werden kann. Daher wird es unumgänglich sein, neue Bewirtschaftungskonzepte zu entwickeln.
Auch die Landesforsten hätten sich bereits mit dieser Thematik beschäftigt. Das sieht der Vorstand genauso und Körner betonte, dass das erwirtschaftete Geld entsprechend eingeteilt werden müsse. Weiter berichtete Körner von etlichen Arbeitseinsätzen der Arbeitsgruppe, die mit viel Engagement Aufräum-, Erhaltungs- und Erneuerungsarbeiten ausgeführt haben. Neuanpflanzungen und deren Sicherung mit Draht gehörten ebenfalls zu den Aufgaben. Bei den Neupflanzungen war auch eine Fremdfirma zum Einsatz gekommen.
Körner dankte den hier Aktiven und auch noch einmal dem 2. Vorsitzenden Horst Winter.
An der traditionellen Waldbegehung hatten 40 Teilnehmer teilgenommen. Nach einer kurzen Diskussion zu Grundstücksangelegenheiten wurde der Vorstand ermächtigt, entsprechende Verhandlungen führen zu können.
Bei den Wahlen wurde Dirk Berthold zum neuen Rechnungsprüfer gewählt. Weiter beschloss die Versammlung, dass es aufgrund der benannten Situation bezüglich des Holzverkaufs in diesem Jahr keine Ausschüttung aus der Verwertung der Erträge geben wird.
Als Wilhelm Körner die Versammlung beendet und zum traditionellen Imbiss geladen hatte, mussten etliche Versammlungsteilnehmer, die Mitglieder der aktiven Feuerwehr Barbis sind, die Veranstaltung im Laufschritt verlassen, da die Wehr alarmiert wurde und zu einem Einsatz ausrücken musste.