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Geschrieben von ski am 17. März 2019
Vereine und Verbände

Mit abgespecktem Programm Geld und Kraft sammeln

Der Kulturkreis Bad Lauterberg wird die Musiktage künftig nur noch alle zwei Jahre anbieten

Anett Böger, Cornelia Bär, Nicole Herbst, Sven Kamrad, Thorsten Kleint (v.li.)
Anett Böger, Cornelia Bär, Nicole Herbst, Sven Kamrad, Thorsten Kleint (v.li.)
Thorsten Kleint wurde als Beisitzer verabschiedet
Thorsten Kleint wurde als Beisitzer verabschiedet
Die Queenz of Piano waren ein Highlight der Musiktage 2018
Die Queenz of Piano waren ein Highlight der Musiktage 2018

Es war nur eine kleine Zahl an Mitgliedern, die sich zur Jahreshauptversammlung des Kulturkreises Bad Lauterberg am 14.03. im Hotel Riemann eingefunden hatte. Dabei hatte der Verein im vergangenen Jahr durchaus sehenswerte Veranstaltungen auf die Beine gestellt, wie der Jahresrückblick bewies: von den „Stillen Hunden“ über die Musiktage bis zu den Universitätstagen mit dem Thema Dreissigjähriger Krieg.

Dabei sind natürlich insbesondere die Musiktage im Sommer der Höhepunkt, aber auch der größte finanzielle und organisatorische Kraftakt, den der Kulturkreis und sein Vorstandsteam bewältigen müssen. Schwierig, wenn dann auch noch das Wetter nicht mitspielt: das Auftaktkonzert mit der Singakademie Harz war aufgrund der Sommerhitze ebenso schweißtreibend für die Künstler wie für die Zuschauer, und das geplante Open-Air im Innenhof des Vital Resort Mühl musste aufgrund des schlechten Wetters nach drinnen verlegt werden und fand wenig Besucher.

Überhaupt, die Zuschauerresonanz hat nachgelassen und bleibt ein Grund zur Besorgnis. Dazu kommen die hohen Kosten für die Veranstaltungen: „Es sind nicht nur die Honorare, sondern vor allem auch die versteckten Kosten wie GEMA, Künstlersozialkasse und vor allem die Technik“, erklärte Kulturkreis-Vorsitzende Cornelia Bär. Dementsprechend waren im vergangenen Jahr auch mehr Ausgaben als Einnahmen zu verzeichnen.  Auch der Bericht von Schatzmeister Sven Kamrad ließ keinen Zweifel zu: trotz allen Spenden und Sponsoring-Aktivitäten bleibt das Anbieten von kulturellen Veranstaltungen eine teure Angelegenheit.

Nun hat der Vorstand beschlossen, auf die veränderte Situation zu reagieren. In diesem Jahr wird es erstmals keine Musiktage mehr geben, da das Jahresprogramm insgesamt abgespeckt wird, um dann im nächsten Jahr wieder ein umfangreicheres Programm bei den Musiktagen anbieten zu können.

Programm 2019

Dennoch müssen Musikliebhaber nicht auf ein musikalisches Highlight verzichten: In Zusammenarbeit mit der Singakademie Harz wird es am 10. August ein großes Sommerkonzert geben unter dem Motto: „Der Barock: Glanz Europas“. Unter anderem werden dort die Coronation Anthems von Händel zu hören sein.

Geplant ist außerdem eine Shakespeare-Nacht am 17. August: Schauspieler des Theaters Magdeburg werden verschiedene Szenen aus Shakespeares Werken spielen. Geplant ist dies wiederum im Innenhof des Vital Resort Mühl: „Das ist so eine schöne Atmosphäre dort unter den Bäumen. Vielleicht kennen das einfach zu wenige, so dass sie es sich nicht vorstellen können“, sagt Cornelia Bär. Bleibt zu hoffen, dass diesmal das Wetter mitspielt: „Wenn es jetzt wieder nicht klappt mit der Open-Air-Veranstaltung – dann geb ich es auf“. Der Kursaal wird für solche Fälle ja immer mitreserviert. Doch so schön die Akustik des Kursaals auch ist: „Für manches wäre der Vortragssaal im Haus des Gastes einfach besser“. Denn dort sitzt man zum einen erhöht, zum anderen ist er nicht so riesig und bei Veranstaltungen mit weniger Besuchern kommt man sich dort nicht verloren vor. „Das ist ja auch für die Künstler nicht schön, wenn sie vor einem halbleeren Saal spielen“.

Ein Klavierkonzert ist dank des Sponsorings von Professor Dr. Berend Willms für den 17. Oktober geplant. Zum Weihnachtskonzert in der St. Andreas-Kirche wird der Kulturkreis einen Zuschuss und organisatorische Unterstützung geben. Dazu konnte Dorothea Peppler berichten, dass es in diesem Jahr endlich wieder das Weihnachtsoratorium von Bach geben wird – aber mit einer Besonderheit: „Es werden 10 Saxophonisten in barocker Spielpraxis mit alter Stimmung die Instrumentalteile übernehmen“.

Musiktage nur noch alle zwei Jahre

Durch das abgespeckte Jahresprogramm 2019 sollen dann größere Rücklagen gebildet werden, um 2020 wieder Musiktage mit hochklassigen Veranstaltungen anbieten zu können. Es ist also eine Art Durchatmen in diesem Jahr, um sowohl Geld als auch Kraft zu sammeln – denn auch die Organisation der Veranstaltungen ist inzwischen um einiges aufwändiger geworden, wie die Vorsitzende sagte.  Die Musiktage werden künftig dementsprechend nur alle zwei Jahre stattfinden.

Satzung modernisiert und Vorstand wiedergewählt

Mit den administrativen Details des Vereins befassten sich die Kulturkreismitglieder auch noch und beschlossen eine Satzungsänderung, in welcher die alte, seit den 1980er Jahren gültige Satzung entrümpelt und an die jetzigen Verhältnisse und das aktuelle Recht angepasst wurde.

Der Vorstand stellte sich – zur großen Erleichterung der Anwesenden - größtenteils zur Wiederwahl und wurde einstimmig im Amt bestätigt, so dass der erste Vorsitz bei Cornelia Bär, der stellvertretende Vorsitz bei Nicole Herbst und die Schriftführung bei Anett Böger verbleibt. Erik Cziesla kandidierte nicht mehr für das Amt des 2. Schriftführers, das nach der Satzungsänderung auch nicht mehr benötigt wird. Sven Kamrad bleibt Schatzmeister, der künftig Kassenwart heißt. Inge Holzigel ist weiterhin Beisitzerin. Thorsten Kleint gibt den Beisitz ab, um sich auf den Vorsitz der Singakademie Harz e.V. zu konzentrieren, und wurde mit einem Präsentkorb verabschiedet. Dabei werden die beiden Vereine natürlich auch weiterhin eng zusammenarbeiten – das große Sommerkonzert ist ja bereits in Sichtweite.



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