Geschrieben von Karl-Heinz Wolter am 29. September 2020
Kahlschlag und Käferbefall
Jahreshauptversammlung der Forstgenossenschaft Bartolfelde
Am Freitag, dem 25.09.2020, fand im großen Schützenhaus in Bartolfelde die diesjährige Jahreshauptversammlung der Forstgenossenschaft Bartolfelde statt, die bereits Anfang des Jahres geplant war, aber aus den bekannten Gründen abgesagt wurde. Da im großen Saal alle geltenden Corona-Schutzvorschriften eingehalten werden konnten, hatte der Vorstand um den 1. Vorsitzenden Detlef Rathmann jetzt zu der Versammlung eingeladen, er konnte 23 Teilnehmer begrüßen. Die notwendigen Formalien der Versammlung konnten zügig abgearbeitet werden, so dass Rathmann in seinem Jahresbericht eines der prägenden Themen aller Holzwirtschaftsbetriebe in unserer Region ansprechen konnte: Die Schäden in den Wäldern durch Käferbefall, Trockenheit und Sturm.
Da der Betreuungsbeamte des Forstamtes kurzfristig krankheitsbedingt abgesagt hatte, übernahm Rathmann zusätzlich die Aufgabe, die Anteilsinhaber über die Tätigkeiten aus dessen Bereich zu informieren. Neben einigen Trockenschäden an Buchen sind in den Wäldern die Hauptschäden an den Fichtenbeständen zu beklagen - wie fast überall im Harz. Nachdem man vergeblich versucht hatte, den Borkenkäfer mit verschiedenen Mitteln zu bekämpfen, mussten jetzt große Flächen in den "Gemeindehecken" komplett eingeschlagen werden. Bis auf ganz wenige Ausnahmen stehen auf den Flächen der Genossenschaft nun keine Fichten mehr. "Wenn man diesen Kahlschlag dort so sieht, blutet einem schon das Herz" so ein Vorstandsmitglied. Im Jahr 2019 sind 1229 Festmeter Fichtenholz aufgearbeitet worden. Aber im Vergleich zu früheren Zeiten bringt der Verkauf des Holzes bei weitem nicht mehr so viel Geld in die Kasse, da der Preisverfall auf dem Holzmarkt weiter anhält. Hinzu kommt, dass für die entsprechenden Arbeiten der Fachfirma (Harvester-Einsatz) die Genossenschaft in Vorleistung gehen musste. "Es sind sehr schwierige Zeiten für alle Forstbetreiber" so Rathmann.
Denn durch den Kahlschlag steht für viele Jahre kein verkaufbares Holz mehr zur Verfügung und die Rücklagen werden für Nachforstungen und Erhaltungsmaßnahmen benötigt. In diesem Zusammenhang stellte ein Mitglied die interessante Frage, wo denn die Gewinne aus den gewaltigen Preisverschiebungen bleiben, denn die Preise für Verbraucher für Nutzholz, Pellets usw. seien ja nicht nach unten gegangen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr wurden Waldbegehungen im eigenen Bereich und auch mit den Nachbargenossenschaften durchgeführt. Eine neue Satzung wird derzeit überarbeitet; Läuterungsarbeiten wurden vergeben. Da die Forstämter demnächst nicht mehr die Vermarktung übernehmen, wird über eine Neuausrichtung nachgedacht. Eine neue Forsteinrichtung ist erstellt worden. Maßnahmen zu Neuanpflanzungen auf den jetzigen Freiflächen werden derzeit geprüft und geplant. Bei den anstehenden Vorstandswahlen übernahm zunächst das älteste anwesende Mitglied, Ludwig Dörpmund, die Wahlleitung. Dabei wurde einstimmig der bisherige Vorsitzende Detlef Rathmann für weitere 6 Jahre in seinem Amt bestätigt, wenngleich er betonte, dass es für ihn dann die letzte Amtsperiode sei.
Auch die anderen Vorstandsposten wurden jeweils einstimmig durch Wiederwahlen besetzt. Das sind: Otto Morich (2. Vors.), Armin Hilscher (Stellv. 2. Vors.), Lutz Schönstedt (Schriftführer), Frank Schrader (stellv. Schriftführer), Wolfgang Carl (Kassenwart) und Christian Dill als Waldläufer. Neuer Kassenprüfer wurde Rene Weber. Zum Schluss der Versammlung gab es Diskussionen und Aussprachen zu verschiedenen Themen; unter anderem ging es auch um eine anders ausgerichtete Nutzung der entstandenen Freiflächen. Nach wie vor ist bedauerlicherweise zu beobachten, dass in einigen Gebieten der Genossenschaft illegal Müll entsorgt wird - das beginnt mit der unerlaubten Anfuhr von privatem Grünabfall bis zur Entsorgung von anderem Schrott und Bauabfällen. Bei Beobachtungen egal welcher Art bittet der Vorstand um entsprechende Mitteilungen oder selbst Anzeige zu erstatten.