Geschrieben von Christian Resow, Assistent Geschäftsleitung Harzklub Clausthal-Zellerfeld und Klaus Wiedemann, 1. Vorsitzender, Harzklub-Zweigverein Bad Lauterberg am 15. Mai 2021
Naturschutz ist ein bewegendes Thema für Kinder und Jugendliche
Harzklub und NABU treffen sich zum Erfahrungsaustausch
1938 wurde die Jugendarbeit in die Agenda des Harzklubs aufgenommen. Naturschutz und die Pflege des Harzer Brauchtums sollten generationsübergreifend weiter gegeben werden. Damals, wie heute, ist es das Ziel junge Menschen für den Aufenthalt in der Natur zu begeistern. Es ist klar erkennbar, dass sich die Aufgabenstellung des Hauptvereines und der Zweigvereine bis dato kaum verändert hat. In diesem Zusammenhang ist aber doch festzustellen, die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen hinsichtlich der Kommunikation haben sich temporär verändert. Früher war die Vereinsarbeit ein wesentlicher Teil im Familienleben. Alle Generationen nahmen häufig gemeinsam an den Aktivitäten derselben Instituion teil. Die Angebotsvielfalt für Freizeitangebote war wesentlich geringer wie in der heutigen Zeit, somit war auch die Auswahl eingeschränkter. Hinzu kommt, dass der Zugriff auf den digitalen Informationsaustausch, die individuelle Freizeitgestaltung gravierend mit beeinflusst.
Austausch per Videokonferenz
Der Harzklub hat sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die Ansprache an die jüngere Generation zu modifizieren. Aus diesem Grunde hat der Harzklub einen Erfahrungsaustausch im Rahmen einer Videokonferenz, am 11.05.2021, mit dem NABU organisiert.
Frau Drache begrüßte dazu die Teilnehmer. Insbesondere hieß sie Herrn Tino Westphal, den Vorsitzenden des NABU Kreisverbandes Darmstadt e.V. herzlich willkommen. Herr Westphal gab einen kurzen Einblick in die Arbeit des NABU, insbesondere in Hinsicht auf die Gewinnung von Kindern und Jugendlichen für die Vereinsarbeit.
Der NABU Vorsitzende stellte sich danach kurz vor und gab dann anhand einer PowerPoint-Präsentation einen umfangreichen Überblick über die sehr vielfältige Arbeit innerhalb der NAJU-Gruppe Seeheim-Jugenheim. Die Gruppe Seeheim besitzt zurzeit ca. 1.200 Mitglieder und gliedert sich in verschiedene Untergruppen.
Es zeigt auf, dass die Kinder ungefähr bis zum Alter von 16 Jahren Interesse an einer aktiven Mitarbeit haben. Dann erfolgt jedoch zumeist der Austritt aus der Gruppe. Einige ehemalige Mitglieder werden später auch zu Jugendgruppenleitern. Herr Westphal sieht als wichtiges Element bei dem Aufbau einer aktiven Jugendgruppe in regelmäßigen Treffen und verlässlichen Ansprechpartnern. Zudem strebt der NABU an, dass die Kinder einen hohen Grad an eigenen Entscheidungen haben und frühzeitig in die Arbeit einbezogen werden. Beim NABU ist dies über die verschiedenen, nach dem Alter der Kinder aufgebauten Untergruppen organisiert. Die demokratische Entscheidungsform hat einen hohen Stellenwert. Er teilte mit, dass bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, dass „Naturerlebnis“ im Vordergrund steht. Hierzu hat der NABU verschiedene Projekte und unter anderem auch einen eigenen Naturgarten eingerichtet.
Soziale Medien
Um möglichst viele Personen zu erreichen benutzt der NABU die sozialen Medien und einen eigenen Blog auf der Homepage. Hierbei zeigt sich, dass FACEBOOK nur für die Zielgruppe 40+ geeignet ist, Kinder und Jugendliche nutzen hingegen INSTAGRAM und TWITTER. In dem Erfahrungsaustausch wurde deutlich, dass auch für den Harzklub ein übergreifender Blog auf der Jugendseite denkbar ist.
Klaus Wiedemann berichtete kurz über der Arbeit im Zweigverein Bad Lauterberg. Der Zweigverein richtet im Jahr 2022 den Naturschutztag aus. Ausserdem unterstützt man aus Bad Lauterberg den Neuaufbau eines Vereines, der sich mit seiner Aufgabenstellung, Förderung der Biodiversität (Erhalt der Vielfalt), an Kinder und Jugendliche richtet und vordergründig den Bienen- und Insektenschutz fördern möchte.
Die stellvertretene Hauptjugendwartin des Harzklubs, Frau Hus, berichtete von geplanten Maßnahmen am Wanderheim in Wildemann. Hier möchte die Jugendgruppe Wanja eine Naturschutzecke für Kinder einrichten.
In gleicher Funktion bezog Frau Engel kurz zu der aktuellen Aktion, „Fotosafari für Kids“, Stellung. Hier zeigt sich leider, dass sich die Kinder zwar gern an der Aktion beteiligen, aber keine dauerhafte Bindung an den Harzklub angestrebt wird.
Der Erfahrungsaustausch war nach ca. 100 Minuten beendet. Erste Schritte, zu einer Neuausrichtung der Jugendarbeit im Harzklub, inklusive seiner Zweigvereine, sind bei diesem Dialog gefördert wurden. Trotzdem müssen noch viele Ideen in Projekte umgesetzt und mit einer Zielausrichtung umgeben werden. Als Fazit haben die Beteiligten festgestellt, dass Natur- und Umweltschutz ein bewegendes Thema für Kinder und Jugendliche ist und es sich deshalb lohnen wird auf dieser Ebene die Diskussion fortzusetzen, denn die Erfahrung ist bei den Jugendprojekten in Darmstadt schon sehr weit fortgeschritten.

