Geschrieben von PM Kreisverband Legasthenie Osterode e.V. am 20. September 2021
Bestmöglich Lesen, Schreiben, Rechnen lernen
Landesverband Legasthenie und Dyskalkulie fordert: Schulen müssen ihrer Verantwortung gerecht werden
Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie haben nicht die Möglichkeit, in der Schule ausreichend Lesen, Schreiben und/oder Rechnen zu lernen. Dies ist nach Ansicht des Landesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie auch ein Grund für die immens hohe Zahl der funktionalen Analphabeten unter den Schulabgängern. „Wir können doch nicht weiterhin dabei zusehen, wie unsere Kinder links liegengelassen werden, nur weil die Schulbehörde ihrer Verantwortung nicht gerecht wird, eine angemessene, individuelle Förderung durchzuführen“, beklagt Friedhelm Espeter, Vorsitzender des Landesverbandes.
Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie ruft bundesweit gemeinsam mit der Deutschen Kinderhilfe – der ständigen Kindervertretung, am 30.09.2021 zum 5. Mal zum Tag der Legasthenie und Dyskalkulie auf. Kinder, die aufgrund ihrer Legasthenie oder Dyskalkulie in der Schule scheitern, sollen eine Stimme bekommen und die Gesellschaft auf ihre Probleme aufmerksam werden.
Der Landesverband Niedersachsen, seine Kreisverbände mit den Ortsgruppen und Stützpunkten und eine Vielzahl von BVL-zertifizierten Therapeuten unterstützen diesen Aktionstag tatkräftig, z. B. mit Informationsveranstaltungen oder Info-Tischen am 30. September.
„Uns ist es wichtig, dass den Kindern mit Lernschwierigkeiten qualifiziert geholfen wird“, sagt Espeter. „Erfolgreiche Förderung ist möglich, das zeigen die außerschulischen, privaten Einrichtungen und die Modelle, wo therapeutische Förderung in der Schule integriert ist.“ Eltern, die es sich leisten können, finanzieren die außerschulische Förderung selbst. Kinder aus wirtschaftlich benachteiligten Familien haben diese Chance nicht. In den Fällen, wo die Schüler aufgrund der psychischen Belastung in ihrer Schulsituation seelisch erkranken, werden diese Maßnahmen zeitweise vom Jugendamt (§35a SGB) bezahlt. „Es ist einfach nicht nachvollziehbar, warum ein Kind erst seelisch krank werden muss, um in den Genuss von angemessenen Fördermaßnahmen zu kommen“, sagt Espeter. Die vorhandenen schulrechtlichen Regelungen in Niedersachsen sind veraltet und reichen bei weitem nicht aus, um Schülerinnen und Schüler mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie ausreichend zu unterstützen. „Wenn weder Förderung noch Nachteilsausgleich anforderungsgerecht umgesetzt werden, dann muss man sich nicht wundern, wenn unsere Kinder in der Schule scheitern“, bedauert Friedhelm Espeter.
Der Tag der Legasthenie und Dyskalkulie am 30.09.2021 soll helfen, auf diese Probleme aufmerksam zu machen. Der Kreisverband Legasthenie Osterode e.V. informiert im Schaufenster der Regionalen Koordinationsstelle für Vereine und Verbände, Martin-Luther-Platz 8 in der Osteroder Innenstadt zu diesem Thema. Der Verein bietet Betroffenen Beratung und Unterstützung. Weitere Informationen zur Legasthenie und Dyskalkulie finden Sie unter https://www.bvl-legasthenie.de/ bzw. https://www.legasthenie-verband.de/vor-ort/osterode.html.
