Geschrieben von PM am 12. April 2022
21.000 neue Bäume gepflanzt
Aus der Jahreshauptversammlung der Forstgenossenschaft Barbis
Am Freitag, 25.03.2022, hatte die Forstgenossenschaft Barbis ihre Mitglieder zur Jahreshauptversammlung für das Wirtschaftsjahr 2021 in die Gaststätte Dreymanns Mühle eingeladen. Der Vorsitzende Horst Winter eröffnete die Versammlung und begrüßte neben den 34 anwesenden Anteilseignern den Betriebsdezernenten des Forstamtes Riefensbeek Daniel Zimmermannn, den Betreuungsförster Heiner Wendt, den Forstreferendar David Pörtner sowie die Jagdpächter Hans-Peter Kahl und Guido Gumnior.
Im Anschluss verlas Schriftführer Christoph Schlemm das Protokoll der letzten Jahreshauptversammlung vom 29.10.2021. Die Versammlung hatte keine Einwände gegen das Protokoll und nahm es einstimmig an. Der Kassenführer Klaus Baumann stellte in seinem Kassenbericht die Ein- und Ausgaben des Wirtschaftsjahres 2021 ausführlich dar. Zum Ende des Wirtschaftsjahres wies der Kassenstand einen erheblichen Minderbetrag auf, der allerdings aufgrund des kurzfristigen Einganges von Fördermitteln differenziert zu betrachten ist.
Kassenprüferin Manuela Golla konnte Rechnungsführer Klaus Baumann eine sehr gute Kassenführung bescheinigen und stellte den Antrag auf Entlastung des Rechnungsführers und des Vorstandes, dem von der Versammlung einstimmig stattgegeben wurde.
Vorsitzender Horst Winter konnte sich in seinem Bericht recht kurzfassen, da die letzte Jahreshauptversammlung erst wenige Monate zurücklag. Horst Winter berichtete über den Holzeinschlag und die recht gute Vermarktung des Holzes. Aktuell wurden jeweils 2500 Lärchen und Douglasien bestellt, mit denen kleine Kahlflächen aufgeforstet werden sollen. Die Freiflächen Krämer Berg und die Restfläche Kamp sollen mit Fördermitteln aufgeforstet werden. Die Fläche Auf der Heide soll lediglich im Bereich von Fehlflächen aufgeforstet werden. Sorgen bereitet der Eschenbestand am Röhlberg, der sich augenscheinlich gut vom Eschentriebsterben erholt hatte. Die Winterstürme haben aber gezeigt, dass das Wurzelwerk stark geschädigt ist und viele Eschen dem Sturm zum Opfer gefallen sind. Beim Thema Brennholz stand zunächst die Reduzierung der Abgabemenge auf 10 rm zur Diskussion. Aufgrund der derzeitigen angespannten Lage auf dem Energiemarkt bestand im Vorstand Einigkeit darüber, diese Maßnahme auszusetzten, um den Anteilseignern noch genügend Brennholz zur Verfügung zu stellen.
Forstaufseher Wolfgang Geisler berichtete über die zahlreichen Einsätze der Arbeitsgruppe, die im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 1.400 Arbeitsstunden geleistet hat. Im Jahr 2021 wurden insgesamt 21.000 neue Bäume gepflanzt. Hierbei handelte es sich um Eichen, Buchen, Elsbeeren, Erlen, Douglasien, Weißtannen und Lärchen. Der überwiegende Teil der Pflanzen wurde durch eine Fremdfirma im Zuge der Fördermaßnahmen gesetzt. 6.000 Pflanzen wurden von der Arbeitsgruppe in die Erde gebracht. Bei der Brennholzanmeldung ist der Meldetermin für die Selbstwerber strikt einzuhalten. Nachmeldungen können bei der Planung des Einschlages nicht mehr berücksichtigt werden.
Auf Wunsch des Vorsitzenden Horst Winter berichtete Betriebsdezernent Daniel Zimmermann über die derzeitige Lage in den Forstämtern und dem Holzmarkt. Den Winterstürmen sind überwiegend grüne Fichten zum Opfer gefallen. Der Holzmarkt nimmt diese Mengen aber problemlos auf, was sich auch durch höhere Erlöse positiv bemerkbar macht. Auch die Landesforsten werden sich im Zuge der Wiederaufforstung mit einem bunten Mix an Pflanzen und Sortimenten breit aufstellen, um hierdurch eine Risikominimierung zu betreiben. Zur Neuregelung der Beförsterung teilte Daniel Zimmermann mit, dass die Umstellung auf die direkte Förderung zum 01.01.2024 erfolgen soll. Derzeit sind Pilotprojekte in mehreren Forstbetriebsgemeinschaften gestartet. Bislang liegen aber noch kaum Erfahrungen vor.
Betreuungsförster Heiner Wendt kann berichten, dass der Einschlag von Fichte abgeschlossen ist. Für die Neubepflanzung der Freiflächen sollen wieder Fördermittel generiert werden. Kalamitätsbedingt liegt der Einschlag erheblich über den Vorgaben der Forsteinrichtung aus dem Jahr 2020. Besonderes Augenmerk gilt den an Trockenstress leidenden Buchen, die selektiv eingeschlagen und einer zügigen Nutzung zugeführt werden müssen. An die anwesenden Jagdpächter richtet Heiner Wendt die Bitte, den Jagddruck hoch zu halten, um die Verbissbelastung zu senken. Jagdpächter Hans-Peter Kahl dankt für die erfolgreiche und positive Zusammenarbeit und berichtet über die Abschusszahlen der beiden letzten Jahre.
Bei den Wahlen stand turnusgemäß die Wahl des Rechnungsführers und eines Rechnungsprüfers an. Rechnungsführer Klaus Baumann stellte sich zur Wiederwahl und wurde einstimmig wiedergewählt. Rechnungsprüferin Manuela Golla schied nach 2 Jahren aus. Als Nachfolger wurde Sebastian Grunert einstimmig gewählt. Um das Mitgliedsverzeichnis auf dem aktuellen Stand zu halten, bittet Schriftführer Christoph Schlemm die Anteilseigner um Mitteilung an den Vorstand, wenn es zur Übergabe bzw. zum Verkauf
des Anteils kommt.
Die Schäferei Gesellschaft Südharz, vertreten durch den Geschäftsführer Friedrich Deppe und die Prokuristin Ulla Schumann, erläuterten den bereits in der letzten Versammlung vorgestellten Antrag, in dem die Forstgenossenschaft Barbis gebeten wird, gegen Zahlung eines Betrages auf ihr Vorkaufrechts am Grundstück Schafstall zu verzichten. Hierzu verliest Vorsitzender Horst Winter die
juristische Einschätzung des von der Forstgenossenschaft konsultierten Notars. Im Anschluss an die kontroverse Diskussion entscheidet sich die Versammlung in geheimer Abstimmung mit breiter Mehrheit gegen das Angebot der Schäferei Gesellschaft Südharz. Bevor Vorsitzender Horst Winter die Versammlung zum gemeinsamen Imbiss lud, wurde einstimmig
beschlossen, dass es keine Ausschüttung aus der Verwertung der Erträge geben wird.