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Geschrieben von Arbeitsgemeinschaft Burgruine Scharzfels am 19. April 2022
Vereine und Verbände

Das Burgmodell reift, und: wie lange bleibt die Oberburg dem Harzer Fremdenverkehr versperrt?

ArGe Burgruine Scharzfels hat ihren „Adventskaffee“ nachgeholt

Wilhelm Peters mit seinem Modell (Fotos: ArGe Burgruine)
Wilhelm Peters mit seinem Modell (Fotos: ArGe Burgruine)
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Am Freitag, 8. April hat die ArGe Burgruine Scharzfels ihr jährliches Adventstreffen, das wegen Corona ausfallen musste, nachgeholt. In der Schlossgaststätte unter der freundlichen Bewirtung mit Kaffee und leckeren Torten kamen nicht nur die engagierten Mitglieder zusammen. Als besondere Gäste konnte Firouz Vladi als Sprecher der nunmehr seit elf Jahren wirkenden Initiative Margit und
Wilhelm Peters aus Salzgitter-Lichtenberg begrüßen.

Wilhelm Peters, Ingenieur im (Un-)Ruhestand, hat in den vergangenen Jahren viele noch stehende Schlösser und Burgen im Maßstab 1:50 nachgebaut, so zuletzt das Herzberger Welfenschloss, wie es heute im Rittersaal des Schlosses zu bewundern ist.
Bewundern auch ob der Liebe zum Detail. Auf Anregung von Lutz Peters, Bürgermeister zu Herzberg a.D., entsteht derzeit die Burg Scharzfels neu, als Modell mit der besonderen Herausforderung der Rekonstruierung einer Ruine aufgrund alter Pläne und der Höhengliederung mit Oberburg auf dem Felsen. Wohl zum Jahresende wird das Modell ebenfalls im Herzberger Schloss vorgestellt werden können. Mit eindrucksvollen Fotos erläuterte Frau Margit Peters den Gästen den bisherigen Werdegang des Modellbaus.

Was sonst noch war? Dr. Sigrid Vogel, Göttingen, trug einen köstlichen Essay über die Entstehung eines Rosenbeetes vor, in dem die ArGe im vergangenen Frühsommer Edelrosen der Sorte „Aurora von Königsmarck“ pflanzte, samt Details zur Namensgebung dieser besonderen Züchtung. Nachzulesen unter: www.scharzfels.info/rose/index.htm. Neu organisiert werden muss die Freihaltung der Ruine von Bewuchs, dessen Wurzelwerk die Steine sprengen könnte. Gefallen hatten alle an dem großen Panoramabild der rekonstruierten Burg, das jetzt am Holzhäuschen gleich vorn am Eingang zur Unterburg angebracht werden konnte. Allen Spendern sei Dank, mit ihren Spenden solche Maßnahmen auf der Burg verwirklichen zu können.

Leider haben lockere Steine an der Ruine der Oberburg samt einem nicht mehr ganz sicheren Geländer dazu geführt, dass auf Veranlassung des Kreisbauamtes die Stadt Bad Lauterberg als Unterhaltungsverpflichtete die Oberburg aus Sicherheitsgründen für Besucher sperren musste. Die Enttäuschung der Gäste ist groß und sie lassen die Wirtsleute in der Schlossgaststätte, die sie als Urheber sehen, ihren Unmut spüren. Die Reparatur durchzuführen wäre kein großer Aufwand, doch fordert die Denkmalschutzbehörde des Landkreises dazu ein denkmalpflegerisches Fachgutachten. Nun sind bedingt durch die Corona-Pandemie bei Stadt, Kreis und Land die Kassen ziemlich leer, und allein für das Gutachtenhonorar wird kaum Geld da sein, geschweige denn für eine ordentliche Sanierung. Hier haben sich die öffentlichen Stellen, jeweils gut gemeint, so miteinander verhakt, dass eine Lösung nicht in Sicht scheint.

Die Beteiligten könnten sich auf eine provisorische, also günstige Lösung verständigen, damit die Harzer Touristen nicht ausgesperrt bleiben und Zeit gewonnen wird für eine vernünftige und umfassende Sanierung und die Hereingewinnung der dafür erforderlichen Mittel. So hatte bereits vor etwa 30 Jahren die Landesforstverwaltung als Grundeigentümerin der Burg freiwillig, aber in ihrer Verantwortung für die historische Liegenschaft und den Fremdenverkehr im Harz die Burgruine an den wichtigsten Stellen saniert, wofür Forstoberrat a.D. Arnulf Kühl, Sieber, nicht hoch genug zu danken ist.

Am 11. September ist wieder der bundesweite „Tag des Offenen Denkmals“. Werden die Verantwortlichen bei Kreis, Kommune und Land es schaffen, bis dahin dem wachsenden Touristeninteresse entgegenzukommen und die Oberburg den Gästen im Südharz wieder zu öffnen?



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