Geschrieben von ski am 03. Februar 2014
Von der Schwesternhelferinnentracht bis zum Einsatzoverall: 100 Jahre DRK
Der DRK-Ortsverein Bad Lauterberg hat Grund zum Feiern. Doch ihn plagt derzeit auch eine Sorge





Am 11. April 1914 wurde die Bad Lauterberger freiwillige Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz offiziell gegründet. Ein Sanitätsbataillon war jedoch schon einige Jahre früher aus einem Samariterdienst entstanden, und der 1905 gegründete Vaterländische Frauenverein stand Pate für die Gründung. Und im Kriegsjahr 1914 gab es dann gleich viel zu tun. Wie es dann weiterging, von der Absetzung der nicht linientreuen Vorsitzenden Emmi Finke zu NS-Zeiten bis zur Technisierung mit verschiedenen Fahrzeugen und Ausrüstungsgegenständen, davon berichtete Justitiar Thomas Voigt am Freitag (31.1.14) bei der Jahreshauptversammlung. Zahlreiche Gäste besuchten die Jubiläums-JHV, die im Haus des Gastes mit einem anschließenden Empfang feierlich begangen wurde.
Die Gäste konnten sich aber auch ein höchst lebendiges Bild von der Historie des DRK machen: die Mitglieder der Jugendrotkreuz-Gruppe unter Leitung von Birgitta Krüger führten die historischen Uniformen gekonnt vor. Von der Schwesterhelferinnentracht (mit Häubchen und Wendeschürze) über die graue Uniform bis zum Overall, der einfach als Einsatzkleidung übergezogen wird - so konnte man sich den Wandel noch einmal vor Augen führen. In 100 Jahren hat sich schließlich vieles verändert.
Manch einem Gast wurde da ganz nostalgisch zumute - auch angesichts der Erinnerungen an die diversen Fahrzeuge (der K-Wagen, der M-Wagen, der heißgeliebte Hanomag....), von denen Voigt zu erzählen wusste. Und war man früher noch mit einer Sanitätstasche unterwegs, deren Inhalt etwa dem eines heutigen Kfz-Verbandskastens entsprach, so wurde nach und nach aufgerüstet: Funkalarmierung, Beatmungsgeräte, Defibrillator...
Heute kann sich der DRK-Ortsverein über seine aktiven und engagierten Mitglieder freuen, die allein in der Bereitschaft mit 22 Aktiven im vergangenen Jahr über 4700 Dienststunden abgeleistet haben. Auch der Blutspendedienst war fleißig und kann sich über 451 Spender freuen. Und dank der 19 Jugendrotkreuz-Mitglieder ist auch für Nachwuchs gesorgt.
Sorgen bereitet dem Verein allerdings derzeit die ungewisse Unterbringung. Noch hat das DRK sein Depot im Stadthaus in der Ahnstraße, das verkauft werden soll. Eine andere geeignete Unterbringung für seine Fahrzeuge und sein Material konnte der Vorstand noch nicht finden. Zu viel kosten darf die neue Bleibe nämlich auch nicht. Die Finanzlage des Vereins ist zwar solide, doch trotz des eifrigen und zeitintensiven Einsatzes der Mitglieder z.B. mit Waffelständen beim Frühjahrs- und Herbsthappening, beim Wintermarkt und beim Muschinsky-Sommerfest und etlicher Spenden gibt es insgesamt wenig Spielraum für die Anmietung teurer Räumlichkeiten.
Was die Bleibe des Vereins betraf, hatte auch Bürgermeister Dr. Thomas Gans wenig Trost zu bieten. Eine Parallele zwischen Stadt und Verein fiel ihm dafür auf: der Ortsverein muss einen Großteil seiner Mitgliedseinnahmen an den DRK-Kreisverband abtreten - eine große Belastung. "Das ist genau wie bei der Stadt, wenn wir den Landkreis nicht hätten, ginge es uns finanziell auch besser", scherzte er. Aber der Verein erhielt zum Jubiläum etwas vom Kreisverband zurück: eine Beachflag soll künftig die Aufmerksamkeit von Passanten bei Veranstaltungen anziehen.
Die feierliche Jahreshauptversammlung war aber nur der Auftakt: das Jubiläumsjahr begeht der Verein mit etlichen Veranstaltungen. Die nächste wird ein Vortrag von Dr. Barbara Bialucha-Nebel sein, die über das Thema Herzschmerz informiert - passenderweise am Valentinstag.
Einige langjährige Mitglieder konnten ihre Ehrung persönlich entgegennehmen: Ulrike und Jürgen Heinecke sind seit 25 Jahren dabei, aus den Reihen der Bereitschaft wurden Melanie Laule (5 Jahre), Jörg Böttcher (10 Jahre), Rainer Fiedler (15 Jahre) und Sven Enterlein (25 Jahre) geehrt.
Nicht anwesend waren Ilse Wiegand (25 Jahre Mitglied), Rosi Reimann (30 Jahre), Irene Kellner (40 Jahre) und Friedrich Bönhold (50 Jahre).