Geschrieben von Christoph Schlemm, Forstgenossenschaft Barbis am 08. März 2023
Wald im Wandel
Aus der Jahreshauptversammlung der Forstgenossenschaft Barbis
Am Freitag, 17.02.2023, hatte die Forstgenossenschaft Barbis ihre Mitglieder zur Jahreshauptversammlung für das Wirtschaftsjahr 2022 in die Gaststätte Olympia eingeladen. Der Vorsitzende Horst Winter eröffnete die Versammlung und begrüßte neben den 52 anwesenden
Anteilseignern den Betreuungsförster Heiner Wendt vom Forstamt Riefensbeek. Im Anschluss verlas Schriftführer Christoph Schlemm das Protokoll der letzten Jahreshauptversammlung vom 25.03.2022. Die Versammlung hatte keine Einwände gegen das Protokoll und nahm es einstimmig an.
Kassenführer Klaus Baumann stellte in seinem Kassenbericht die Einnahmen und Ausgaben des Wirtschaftsjahres 2022 ausführlich dar. Zum Ende des Wirtschaftsjahres wies der Kassenstand im Vergleich zum vorherigen Wirtschaftsjahr 2021 einen Überschuss auf.
Kassenprüfer Oliver Seifert bescheinigte Rechnungsführer Klaus Baumann eine sehr gute Kassenführung und stellte den Antrag auf Entlastung des Rechnungsführers und des Vorstandes, dem von der Versammlung einstimmig stattgegeben wurde.
Der Vorsitzende Horst Winter berichtete über den Fortgang der Kalamitätsschäden in den Beständen. Besonders betroffen sind die Fichtenbestände am Beberteich und am Wahrberg. Die Bäume an der Waldkante zur Kraftfahrstraße B 243 am Barytwald sind ebenfalls trocken geworden und müssen aus Gründen der Verkehrssicherung mittels Harvester abgeräumt werden. Aktuell wurden 5000 Douglasien bestellt, mit denen kleine Kahlflächen aufgeforstet werden sollen. Die Befürchtungen um den Eschenbestand am Röhlberg haben sich leider bestätigt. Die Winterstürme haben erneut eine hohe Anzahl an vorgeschädigten Eschen zu Fall gebracht.
Beim Brennholz kam es zu einer extremen Steigerung der Anmeldungen. Diese Mengen könne so in Zukunft nicht zur Verfügung gestellt werden. Die Reduzierung der Abgabemenge auf rund 10 rm und eine Erhöhung des Abgabepreises wurde zur Diskussion gestellt. Bei 2 Enthaltungen entschied die Versammlung, den Abgabepreis für das Brennholz zu erhöhen und die Abgabemenge flexibel nach
vorhandener Masse zu gestalten.
Zum Thema Windenergie konnte Horst Winter berichten, dass mehrere Projektierer an der Errichtung von Windenergieanlagen im Raum Königshagen interessiert sind. Bedingt durch den Versammlungsbeschluss vom 05.02.2016, in dem sich die Versammlung gegen ein Vertragsangebot eines Projektierers aussprach, werden der Forstgenossenschaft keine weiteren Details von Vertragsangeboten unterbreitet. Nach kontroverser Diskussion entschied sich die Versammlung bei 4 Gegenstimmen zur Revidierung des Versammlungsbeschlusses von 2016 und steht Vertragsangeboten offen gegenüber.
Auf Bitte von Horst Winter stellte Dietmar Sohns das Förderprojekt Klimaangepasstes Waldmanagement in einer Präsentation vor. Im Anschluss sprach sich die Versammlung bei 1 Enthaltung für die Beantragung der Fördermittel aus. Forstaufseher Wolfgang Geisler berichtete über die zahlreichen Einsätze der Arbeitsgruppe, die im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 1.250 Arbeitsstunden geleistet hat. Im Jahr 2022 wurden insgesamt 6.000 neue Bäume gepflanzt. Hierbei handelte es sich um Eichen, Buchen, Douglasien, Lärchen und
einige Walnüsse. Der größte Teil der Arbeitsstunden musste für Pflegearbeiten an den Kulturen aufgewendet werden.
Bei der Brennholzanmeldung ist der Meldetermin bis zum 01.10.2023 für die Selbstwerber strikt einzuhalten. Nachmeldungen können bei der Planung des Einschlages nicht mehr berücksichtigt werden.
Betreuungsförster Heiner Wendt konnte berichten, dass kalamitätsbedingt der Einschlag über der Planung liegt. Verlierer des Klimawandels ist die Buche, deren Einschlag aber sensibel erfolgen sollte. Bei den Wahlen stand turnusgemäß die Wahl eines Rechnungsprüfers an. Rechnungsprüfer Oliver Seifert schied nach 2 Jahren aus. Als Nachfolger wurde Matthias Körner einstimmig gewählt. Die traditionelle Waldbegehung soll am 17.06.2023 stattfinden.
Bevor Vorsitzender Horst Winter die Versammlung zum gemeinsamen Imbiss lud, wurde einstimmig beschlossen, dass es aus der Verwertung der Erträge keine Ausschüttung geben wird.
