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Geschrieben von PM Haus & Grund am 22. April 2023
Vereine und Verbände

Haus und Grund Bad Lauterberg greift brennendes Thema auf

Über Sinn oder Unsinn, sowie Eignung und Effizienz von Wärmepumpen

RA Andreas Körner bedankt sich beim Wärmepumpenspezialisten Olaf Koch (Fotos: Haus & Grund)
RA Andreas Körner bedankt sich beim Wärmepumpenspezialisten Olaf Koch (Fotos: Haus & Grund)
Eine Außen-Wärmepumpe am Wohnhaus
Eine Außen-Wärmepumpe am Wohnhaus

Der Verein Haus und Grund Bad Lauterberg und Umgebung e.V. hatte zu seinem 2. Stammtisch des Jahres eingeladen. Der Einladung folgten fast 60 Mitglieder und Hauseigentümer, denn das angekündigte Thema könnte aktueller nicht sein. Am selben Tag nämlich hatte das Bundeskabinett dem Gesetzentwurf zum Gebäudeenergiegesetz zugestimmt und das fordert ab 2024, dass neue Heizungen mit mindestens 65 % erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Der Kooperationspartner des Vereins, die Firma Olaf Koch – Heizungen und Bad berichtet über den Wärmepumpen Hype, der zurzeit durch alle Medien geht.

Funktion der Wärmepumpe

Vereinfacht ausgedrückt ist eine Wärmepumpe ein Gerät, das der Umwelt die Wärme entnimmt und sie an das Heizsystem wieder abgibt.  Es gibt verschiedene Arten von Wärmepumpen, je nach Wärmequelle. Eine Luftwärmepumpe nutzt die Energie aus der Umgebungsluft. Das ist in der Übergangszeit sehr effizient, aber bei sehr kalten Außentemperaturen ist mitunter ein zusätzlicher Elektroheizstab erforderlich. Eine Erdwärmepumpe hingegen zieht die Wärme aus dem Erdreich. Das kann entweder über Flächenkollektoren erfolgen, die wie eine Fußbodenheizung in den Erdboden verlegt werden oder über Tiefenbohrungen. Beides erfordert allerdings umfangreiche Erdarbeiten, Kollektoren müssen unterhalb der Bodenfrostgrenze verlegt werden und Bohrungen müssen in der Harzer Gegend sehr tief erfolgen, meist mehrere hundert Meter tief. Durch die Leitungen fließt Sole – eine frostsichere Flüssigkeit, aus der die Wärme abgezogen wird. Soll die Wärme aus dem Grundwasser gewonnen werden, benötigt man eine Brunnenwärmepumpe. Dafür müssen zwei Brunnen gebohrt werden, ein Saugbrunnen zum Ansaugen des Grundwassers und ein Schluckbrunnen für die Rückführung. Hier besteht im Harz allerdings die Gefahr von Vereisung durch die Hohlräume in den Bergbaugebieten.

Die richtige Wahl

Die Wahl der richtigen Wärmepumpe ist also gar nicht so einfach. Olaf Koch rät: „Bestellen Sie einen Gebäudeenergieberater, der schaut sich das Gesamtkonzept an und berechnet anhand einer Leistungskennzahl, ob sich eine und wenn ja welche Wärmepumpe sich für den konkreten Einzelfall eignet.“. Es bedarf aber noch weiterer Überlegungen und Voraussetzungen für die Installation einer Wärmepumpe. Soll es eine Innen- oder Außenanlage sein; kann der Mindestabstand zum Nachbarn eingehalten werden; ist die anliegende Hausstromleitung ausreichend; passen die Speicher und Heizkörper zur Anlage und so weiter und so weiter. Schnell summieren sich da notwendige Investitionen auf und überfordern finanziell den Eigentümer. Hier darf man gespannt sein, welche Förderungen in Anspruch genommen werden können.

Mangelnde Infrastruktur

In der von vielen alten Fachwerkhäusern geprägten Harzregion ist die Energiewende gar nicht so einfach umsetzbar. Erdbohrungen sind im steinigen Untergrund fast aussichtslos und die Gebäude sind statisch nicht für den Aufbau von PV-Anlagen oder Fußbodenheizungen geeignet. Die anliegenden Stromleitungen reichen für die benötigten Abnahmen nicht aus, schließlich soll ja zukünftig auch noch das Elektroauto mitgeladen werden. Und dann die Lieferzeiten; wer heute eine Wärmepumpe bestellt, wartet mitunter ein Jahr auf die Auslieferung. Macht sie also Sinn, die Wärmepumpe? Sofern die Vorlauftemperatur nicht 50 °C überschreitet und die Jahresarbeitszahl mindestens 3,5 erreicht, dann kann sie sich rechnen, die Wärmepumpe.

Jahresfahrt und Vereinsnews

Andreas Körner, der Vorsitzende des Vereins Haus & Grund Bad Lauterberg und Umgebung e.V. bedankte sich für die umfangreichen Erklärungen von Olaf Koch und die vielen Fragen im Anschluss ließen erahnen, dass noch sehr viel Aufklärungsbedarf besteht. Rechtsanwalt Körner hofft, dass in Anbetracht der sich aufzeigenden Probleme endlich ein wenig Realitätssinn in das „grüne Ministerium“ in Berlin einziehen würde. Die Energiewende ist wichtig, darf jedoch die Bürger auch nicht immer mehr überfordern. Wenn der Gesetzgeber derartige Investitionen den Wohnungseigentümern auferlegt, so passt dies nicht zu den weiteren Bestrebungen der aktuellen Regierung, dann auch noch die Möglichkeiten von Mieterhöhungen wegen Modernisierungen immer weiter einzuschränken. Bei den aktuellen politischen Schnellschüssen muss man sich nicht wundern, wenn der dringend erforderliche Wohnungsneubau aufgrund der zunehmenden Verunsicherungen der Bürger immer mehr stockt!

Über Neuerungen im Miet- und Wohneigentumsrecht klärt der Vereinsjustiziar und Fachanwalt beim nächsten Stammtisch, am 14. Juni 2023 in der Waldgaststätte Bismarckturm auf. Ein weiteres Highlight wird die Jahresfahrt nach Goslar sein, die am 26. August stattfindet. Neben der Besichtigung der Kaiserpfalz steht auch der neue 65 Meter hohe Harzturm in Torfhaus auf dem Programm. Mitglieder können sich für die Fahrt bereits anmelden. Bekannt gegeben wurde außerdem, dass der Verein einen neuen Kooperationspartner finden konnte. Die Ideengärtnerei Borowski mit der Gärtnerei am Friedhof und dem Blumenfachgeschäft in der Innenstadt wird den Mitgliedern 3% ab einem Rechnungsbetrag von 50 € bei Vorlage der Mitgliedskarte gewähren.


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