Geschrieben von ArGe Burgruine Scharzfels am 21. August 2024
Erfreuliche Spenden und ein geplantes Burgfest
Treffen der Arbeitsgemeinschaft Burgruine Scharzfels
Seit nunmehr 13 Jahren kümmert sich die ArGe um die inhaltliche und damit touristische Erschließung der zu Bad Lauterberg gehörenden Burgruine, die einst große regionale Bedeutung im Welfenlande aufwies. Die Errichtung von ca. 30 Infotafeln, Freischneidearbeiten und Veranstaltungen bilden den Kern des ehrenamtlichen Engagements der ArGe.
Als Sprecher der ArGe berichtete Firouz Vladi den acht erschienenen Mitgliedern zunächst über die erfreuliche Spendenbereitschaft. Diese erlaubt es der ArGe, die Infotafeln auf der Burg und den Rundweg ordnungsgemäß zu unterhalten. Damit die Infotafeln auch später, in „Jahrzehnten“, bei Verlust erneuert werden können, wurde unlängst der Archivgemeinschaft Bad Lauterberg ein kompletter Datensatz zu den Tafeln zur Verwahrung übergeben.
Dringend sind Freischneidearbeiten erforderlich, sowohl im Bereich der ehemaligen Schildmauer als auch im Felsen und an den Mauerwerksresten. Hierzu stehen seitens des Fördervereins Deutsches Gipsmuseum und Karstwanderweg e.V. eine neue Stihl-Akku-Motorsense nebst Akku-Heckenschere und Motorsäge zur Verfügung. Weiterhin soll im Zuge des Rundweges um die Burg die Treppenumgehung in Angriff genommen werden, denn zum Winter mit Schnee und Eis könnte die Treppe eine Gefahrenquelle darstellen; dies ist mit dem Forstamt als Grundeigentümer der Burg abgestimmt. Zu diesem Behuf ist ein Arbeitseinsatz am Sonnabend, 31.08.24, 9:00 Uhr angesetzt.
Nach intensiver Abstimmung auch mit dem Wirtspaar wurde für Sommer 2025 ein Burgfest in Aussicht genommen. Dies allerdings vereinfacht als für jedermann zugänglicher Frühschoppen. Dem kann morgens vorausgehen ein Feldgottesdienst, ggf. mit Choral oder Kantate, später Begleitung durch Dudelsack mit Mittelalterimprovisationen. Das Nähere soll am Adventskaffee geklärt werden.
Seit März 2024 liegt seitens der Fa. Götz&Ilsemann, Hildesheim, ein von der Stadt Bad Lauterberg in Auftrag gegebenes Gutachten vor: „Burgruine Scharzfels - Untersuchungen zur Projektstrukturplanung zur Verkehrssicherheit und Substanzerhaltung der Ruinenanlage mit Gasthaus“. In das Gutachten wurde die im Kontext der Dorferneuerung erstellte 12-seitige Ausarbeitung der ArGe Burgruine vom 8.3.2019 inhaltlich übernommen. Da wohl die Oberburg auf längere Jahre gesperrt bleiben könnte und der Verfall sich fortsetzt, soll die Initiative zur Beschleunigung von Maßnahmen gemeinsam ergriffen und das Gespräch Bürgermeister R. Lange auf der Burg gesucht werden. Evtl. kann die ArGe in geringem Umfange Aufgaben aus dem Gutachten übernehmen.
Die mit LEADER-Fördermitteln des Landkreises 2018 erstellte virtuelle Rekonstruktion der Burg ist weiterhin zu erreichen unter www.scharzfels.info/mobile/index und bei youtube unter www.youtube.com/watch?v=TvNRtYZ-h-k.
Das wundervoll gewordene Scharzfels-Modell von Wilhelm Peters aus Salzgitter steht jetzt im Museumstrakt des Herzberger Schlosses: noch gibt es dort baubedingt keinen Termin für die Einweihung, wohl frühestens im Spätherbst; Einladungen folgen noch, besonders auch an die Stifter. Näheres dazu siehe unter www.exklusiv-modellbau.net/burg-scharzfels.
Annett Illert hatte als Wirtin dankenswerteweise eine gute Suppe bereitgestellt. Die Anwesenden dankten ihr dazu auf das Herzlichste.
Zum Nachmittag brachen die Teilnehmer auf zum Besuch der Interessengemeinschaft Burg Straußberg e. V. Die Burg Straußberg ist ein bis heute kaum beachteter Wehrbau des 13. Jahrhunderts. Die Forschung steht am Anfang. Ebenso durch ihre Lage, zurückgezogen in den bewaldeten Bergen der Hainleite, verschafft sie sich keinen dominanten Blickfang. Der Bergfried (30 m hoch, mit Original integriertem Klo) wurde bestiegen, in Coronazeiten mit Restmitteln saniert. Für den Burgenfreund ist die Anlage ein Kleinod durch ihren hohen unverfälschten Quellenwert des mittelalterlichen Baubestandes. Der Verein hat schon große Teile der erst im 20. Jahrhundert wirklich verfallenden Burg, insbesondere das Mauerwerk in kooperativer Abstimmung mit der Denkmalpflege saniert und bemüht sich neben Wissenswertem zur Burg auch einen Hauch mittelalterlicher "Romantik" zu vermitteln. Der Dank für die ausführliche Führung bei schönstem Wetter galt Peter Steinhardt und Gefährten. Im Gegensatz zum Scharzfels steht dort noch so viel Bausubstanz samt Gewölben, dass Sanierung und Ergänzung lohnend sind, wozu der Verein die Burg für eine symbolische Mark von der Gemeinde übernommen hatte.



