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Dienstag, 20. Oktober 2026
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Geschrieben von PM BuntVernetzt am 20. Juni 2026
Vereine und Verbände

Kommunalpolitik verständlich gemacht

BuntVernetzt setzte auf Austausch bei „Kola & Kommunales“

Die Gäste des Podiums: Professor Dr. Oliver Junk und Jessica Herzberg (Fotos: BuntVernetzt)
Die Gäste des Podiums: Professor Dr. Oliver Junk und Jessica Herzberg (Fotos: BuntVernetzt)
Franka Bleul, Mitglied von BuntVernetzt eröffnet die Veranstaltung
Franka Bleul, Mitglied von BuntVernetzt eröffnet die Veranstaltung
In der Veranstaltung: Professor Dr. Oliver Junk und Jessica Herzberg stehen Moderator Christoph Höland Rede und Antwort
In der Veranstaltung: Professor Dr. Oliver Junk und Jessica Herzberg stehen Moderator Christoph Höland Rede und Antwort
Zwischen Vortrag und Fragerunde gab es dem Namen der Veranstaltung Kola und Kanapees
Zwischen Vortrag und Fragerunde gab es dem Namen der Veranstaltung Kola und Kanapees

Mit einem informativen Abend unter dem Titel „Kola & Kommunales mit Kanapees – Wissenswertes über Kommunalpolitik“ hat das Walkenrieder Bündnis BuntVernetzt am 13. Juni den Blick auf kommunale Entscheidungen geschärft. Die Veranstaltung fand im Gemeindesaal der Ev.-luth. Kirchengemeinde statt. Sie setzte auf Wissensvermittlung statt Parteipolitik und richtete sich an alle, die besser verstehen wollen, wie kommunale Gremien arbeiten und wo Bürgerinnen und Bürger Einfluss nehmen können.

Eröffnet wurde der Abend von Franka Bleul, Mitglied des Bündnisses BuntVernetzt. In ihrer Begrüßung machte sie deutlich, worum es an diesem Abend gehen sollte: „Wir sind überzeugt, dass es jeder und jedem von uns besser gelingt mitzumachen, wenn wir verstehen: Wieso, Weshalb, Warum.“

Moderiert wurde die Veranstaltung vom Fernsehjournalisten Christoph Höland. Gleich zu Beginn lockerte er den Abend mit einem Quiz mit dem Publikum auf, bei dem es um typische Zuständigkeiten der Kommunalpolitik ging. So wurde schnell deutlich, wie komplex das Zusammenspiel von Bund, Land und Kommune ist.

In Seinem ersten Wortbeitrag erläuterte Professor Dr. Oliver Junk von der Hochschule Harz den historischen Hintergrund des föderalen Systems in Deutschland. Der Aufbau von Bund, Ländern und Kommunen sei eine Lehre aus der Diktatur gewesen: Nach 1949 habe man bewusst auf eine starke Machtverteilung gesetzt, damit sich staatliche Verantwortung nicht wieder an einer Stelle bündele und Entscheidungen näher an den Menschen getroffen würden.

Im weiteren Verlauf des Abends ging es um Fragen, die viele Menschen direkt im Alltag betreffen – von Schulstandorten und Spielplätzen über Straßen bis hin zu Finanzen und Zuständigkeiten. Dabei wurde deutlich, dass kommunale Politik nur dann gut funktioniert, wenn die verschiedenen Ebenen nicht gegeneinander ausgespielt, sondern sinnvoll miteinander verzahnt werden.

Jessica Herzberg, Mitglied des Gemeinderates in Walkenried, schilderte anhand des Fußgängerüberwegs in der Bahnhofstraße ein konkretes Beispiel aus der Praxis. Deutlich wurde dabei, dass Bürgerengagement, Ortsrat, Gemeinderat und Verwaltung zusammenwirken müssen, damit aus einem Anliegen eine Lösung wird. Zugleich machte sie klar, dass solche Prozesse Zeit brauchen: Vom ersten Anstoß bis zur Umsetzung verging in dem geschilderten Fall mehr als ein Jahr.

Für den Abend war zudem eine offene Fragerunde vorgesehen, die im zweiten Teil der Veranstaltung auch intensiv genutzt wurde. Themen waren unter anderem die Attraktivität kommunalpolitischen Ehrenamts, digitale Verwaltungsangebote, Bürgerbeteiligung, kommunale Finanzen und die Frage, wie demokratische Parteien mit rechtsextremen Kräften umgehen sollen. Mehrfach wurde deutlich, dass Kommunalpolitik zwar nah am Alltag ist, ohne Hintergrundwissen jedoch oft schwer nachvollziehbar bleibt.

Junk brachte den Kern der kommunalen Logik auf den Punkt: „Die Menschen interessiert nicht, wer zuständig ist für die Rutsche, die Straße oder das Dach der Grundschule. Die wollen das Thema gelöst haben.“

Am Ende stand ein klarer Appell: Wer Kommunalpolitik mitgestalten will, sollte wählen gehen und sich einmischen. Denn gerade auf der lokalen Ebene werden Entscheidungen getroffen, die unmittelbar im Alltag spürbar sind.


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