Geschrieben von Boris Janssen am 11. April 2015
In der Galerie am Kupferroser Weg
Kunst und Kreativität statt langweiliger Reden: Förderverein der Awo-Kita feiert Zehnjähriges mit Vernissage








Ausgesprochen kunstvoll hat der Förderverein der Awo-Kindertagesstätte am Samstag (11.04.2015) sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Aus dem kleinen Fest in den Räumen der Kita wurde eine große Vernissage mit Hunderten Werken begabter Bad Lauterberger Nachwuchskünstler. Bilder, Skulpturen und Kunsthandwerk gab es zu bewundern, das meiste davon von den Kindern in einem großen Kunstprojekt geschaffen.
Mehrere Monate lang hatten die Kinder unterschiedlichste Maltechniken kennengelernt – Aquarell, Kohle, Zuckerkreide und noch viel mehr. Es war getupft, gespritzt, gerissen und geklebt worden. Die kleinen Künstler hatten großen Vorbildern wie Vincent van Gogh nachgeeifert. Mit Ton, Gips und Papier hatten sie Dekoratives und Skulpturen erschaffen. Ob alte Flaschen, Wolle oder Fliesen, es hatte kaum etwas gegeben, das sich nicht hätte künstlerisch verwerten lassen.
Schon allein damit gab es zur Vernissage so viel zu sehen, dass die Helfer von Förderverein und Kita sich kein großes Programm mehr ausdenken mussten und ihre Energie stattdessen in eine liebevolle Präsentation steckten. Auf offizielle Reden zum Jubiläum verzichteten sie kindgerecht gleich ganz. Was der Förderverein in den vergangenen Jahren schon alles für die Kita tun konnte, ist ja ohnehin zum großen Teil nicht zu übersehen und wurde an diesem Nachmittag ausgiebig beklettert und bespielt (zum Beispiel das große Klettergerüst im Garten). Manch größeres Geschwisterkind nutzte gerne die Gelegenheit, noch einmal mit den alten Lieblingssachen zu spielen. Auch unter den Erwachsenen fielen „Ehemalige“ auf – ein ganz ansehnliches Trüppchen früherer Kita-Mitarbeiterinnen nahm den Tag als prima Anlass zu einem Treffen. Bei Kaffee und Kuchen, und ausnahmsweise mal ein bisschen Sekt, wurde es für alle richtig gemütlich.
Klar, der Förderverein verlor seinen Zweck auch zum Jubiläum nicht aus den Augen und nutzte die Chance, die Vereinskasse für die nächsten Wünsche anzufüttern: Die ausgestellten Werke wurden verkauft – natürlich vorrangig an die Eltern und Großeltern der jeweiligen Künstler –, größere Gemeinschaftswerke gingen gar in eine Versteigerung. Freilich eine Taktik des sanften Zwangs. Aber dass sie bei einigen Besuchern großes Missfallen weckte, wunderte dann doch: Wer nicht mehr hätte geben können oder wollen, hätte es ja beim symbolischen Euro belassen dürfen.
Die meisten aber gingen mit deutlich mehr in den Händen nach Hause, als sie gekommen waren – mit einem echten „van Sohn“ zum Beispiel oder einem eigentlich unbezahlbaren „von der Tochter“. Und sie ließen einiges in der Kasse, sodass der Einsatz auch für den Förderverein ein Gewinn wurde: Über 1.250 Euro sind zusammengekommen. Damit haben die Kinder nun selbst einen großen Beitrag dazu geleistet, schon bald neue Wünsche zu erfüllen. Da sage noch einer, Kunst sei brotlos.