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Geschrieben von Gordy am 13. November 2015
Vereine und Verbände

Als Osterhagen noch einen "Kaiser" hatte...

...realisierte der Schützenverein den Kauf des Dorfgemeinschaftshauses

Der Vorsitzende der Osterhagener Schützen, Michael Schmidt, bei seiner Begrüßungsrede
Der Vorsitzende der Osterhagener Schützen, Michael Schmidt, bei seiner Begrüßungsrede
Ehrung für Monika Förste (links) und Eleonore Bothe für 40 Jahre Mitgliedschaft
Ehrung für Monika Förste (links) und Eleonore Bothe für 40 Jahre Mitgliedschaft
Der "vereinseigene" DJ Ingo Schomburg ließ es ordentlich krachen
Der "vereinseigene" DJ Ingo Schomburg ließ es ordentlich krachen
Gute Stimmung auch an diesem Tisch
Gute Stimmung auch an diesem Tisch


Das Dorfgemeinschaftshaus (DGH) in Osterhagen ist nicht nur Ortsmittelpunkt sondern vor allem auch der Mittelpunkt aller Geschehnisse rund um den traditionsreichen Schützenverein mit seinem ihm angeschlossenen Schalmaienzug. Seit nunmehr 10 Jahren ist es im Besitz des Schützenvereins und wird seither sehr erfolgreich geführt, bewirtschaftet und sorgfältig in seiner Bausubstanz gepflegt. Dies nahm man am vergangenen Samstag (7.11.15) dann zum Anlass, alle Mitglieder und ihre Angehörigen zu einem kleinen Festakt in kameradschaftlicher Atmosphäre einzuladen. Bis auf eine finanzielle Beteiligung von zehn Euro pro Person zeigte sich der Verein verantwortlich für ausreichend Speis und Trank und - das muss man hier einfach auch mal erwähnen – Getränkehändler Karl-Heinz Höche spendierte spontan noch 100 Liter Bier extra, damit man wegen der großen Mitglieder-Beteiligung getränkemäßig auf der „sicheren Seite“ war.
Für den leider im Mai 2013 plötzlich verstorbenen Vorsitzenden Lothar Melzer (ebenso liebevoll, wie respektvoll "Kaiser" genannt), der den Verein jahrzehntelang erfolgreich leitete, wie auch für seine Freunde und Schützenbrüder Joachim Zietz (Jockel, verst.), Wilfried Schinkel (Willi, verst.) und Otto Eiling (Onkel Otto) war der Erwerb des Dorfgemeinschaftshauses ein absolutes Herzensanliegen gewesen, das sich im Jahre 2005 dann auch realisierte.
Von diesem Erfolgsquartett steht nach dem Tod der drei o. g. Freunde nur noch DGH-Geschäftsführer Otto Eiling als Zeitzeuge zur Verfügung. An diesem Abend durch Krankheit verhindert, wandte er sich in schriftlicher Form an die Mitglieder, was vom heutigen Vorsitzenden Michael Schmidt noch vor seiner eigenen Rede an die Schützenschwestern und -brüder weitergegeben wurde. Beide Reden waren geprägt von fühlbarer, echter Herzlichkeit und freundschaftlicher Kameradschaft. So soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass sich alle zur besonderen Ehrung der drei, innerhalb kurzer Zeit verstorbenen Vereinskameraden in stiller Erinnerung erhoben hatten.
Der Kaufpreis des DGH betrug damals 51.511 Euro, der auf Grund des Beschlusses des Rates der Stadt Bad Lauterberg erstmalig ab dem 01.07.2010 in einer jährlichen Höhe von 1.717,03 Euro fällig werden sollte und über einen Zeitraum von 30 Jahren an die Stadt Bad Lauterberg zurückgezahlt werden, so Michael Schmidt in seiner Rede.
Der Vorstand hielt den Kaufpreis zuzüglich der laufenden Kosten für eine überschaubare jährliche Summe, die durch Mieteinnahmen der Kegelbahn und aus der Vermietung der Räumlichkeiten durchaus aufzubringen sei, so Schmidt weiter. Außerdem hätte man ja gut fünf Jahre Zeit, um dem Haus neues Leben einzuhauchen, bevor die finanzielle Rückzahlungspflicht erstmalig zum Tragen käme. Alle waren sich einig: „So sollte es klappen!“
Rückläufige Mieteinnahmen der Kegelbahn, dringende Erneuerungsmaßnahmen die durch lang anhaltenden Investitions- und Unterhaltungsstau am DGH vorhanden waren, veranlassten Lothar Melzer und Otto Eiling Anfang 2009 an die Stadt Bad Lauterberg mit dem Ziel heranzutreten, einen Verzicht auf den im Jahr 2005 verhandelten Kaufpreis zu erbitten.
Die dadurch dann frei werdenden finanziellen Mittel, würden es ermöglichen, das Haus dauerhaft für den Schützenverein und die Allgemeinheit zu erhalten und die dringend erforderlichen Erneuerungen durchzuführen. Um die vorhandene Substanz des Hauses zu erhalten, wurden die notwendigen Erneuerungen angeführt und in einer Kostenaufstellung dargestellt.
Gespräche mit Fraktionsmitgliedern aus beiden großen Fraktionen, sowie mit dem Altbürgermeister Otto Matzenauer, so Schmidt, hätten dann zu einer einvernehmlichen Regelung geführt. Hierin sollte dem Schützenverein der jährlich zu zahlende Teilkaufpreis angerechnet werden, wenn er mindestens eine Investition von 5.000 Euro pro Jahr zur Instandhaltung und Instandsetzung in das DGH nachweise. Darüber hinaus wurde ebenfalls vereinbart, dass auch weitergehende Investitionen, die über den Jahresbetrag von 5.000 Euro hinausgehen, prozentual auf den Kaufpreis angerechnet werden.
Dieser Regelung gab der Rat der Stadt im Sommer 2009 seine Zustimmung.
Seit dieser Zeit lebe und arbeite man mit dieser Regelung, so der Vorsitzende, und man habe in gemeinschaftlicher Arbeit viel geschafft, worauf man mit Fug und Recht sehr stolz sein könne. So habe man von der Rückzahlungsverpflichtung von 30 Jahren durch Arbeitseinsätze und Investitionen am DGH bereits 25 Jahre rückgezahlt, so dass jetzt nur noch fünf Jahre Rückzahlungsverpflichtung verbleiben würden. Hauptziel sei und bliebe aber auch weiterhin, das Haus schuldenfrei zu bekommen.
Bevor der Abend dann für den „gemütlichen Teil“ freigegeben wurde, hatte Michael Schmidt noch die ehrenvolle Aufgabe, Monika Förste und Eleonore Bothe für ihre 40jährige Mitgliedschaft zu ehren.
Danach bewiesen die Osterhagener Schützen, dass sie nicht nur mit Fleiß und persönlichen Einsatz so ein tolles Haus, wie das DGH, erhalten und versorgen können sondern auch über ganz besondere Feier-Qualitäten verfügen. Es wurde ein rundum gelungener Abend in harmonischer Gemeinsamkeit mit Tanzmusik aus der mobilen Disco von Vereinsmitglied Ingo Schomburg und jeder Menge bestens aufgelegter Gäste. Auffällig an diesem Verein ist immer wieder - so auch diesmal - das unkomplizierte Miteinander von „alt und jung“.
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