Geschrieben von Christoph Schlemm (Forstgenossenschaft Barbis) am 14. Februar 2016
75 Prozent gegen neue Windräder bei Barbis
Jahreshauptversammlung der Forstgenossenschaft Barbis lehnt Antrag eines Windpark-Planungsbüros ab – Wolfgang Geisler folgt Helmut Wode als Forstaufseher

Die diesjährige Jahreshauptversammlung der Forstgenossenschaft Barbis hat am Freitag (05.02.2016) in der Gaststätte Dreymanns Mühle stattgefunden. Neben dem Bericht des 1. Vorsitzenden Wilhelm Körner und den Berichten des Rechnungsführers und der Rechnungsprüfer nahmen die Verabschiedung des langjährigen Forstaufsehers Helmut Wode und die Wahl seines Nachfolgers sowie ein Antrag der Firma „von Helmolt Consult“ über die Eintragung von Abstandsflächenbaulasten zur Errichtung eines Windparks bei Barbis breiten Raum ein.
In seinem Tätigkeitsbericht ließ Wilhelm Körner das Forstwirtschaftsjahr 2015 Revue passieren und berichtete über die im abgelaufenen Wirtschaftsjahr erfolgten und in diesem Jahr geplanten forstwirtschaftlichen Maßnahmen sowie über die Tätigkeiten der Arbeitsgruppe. Rechnungsführer Klaus Baumann stellte seinen Rechnungsbericht ausführlich dar. Die Rechnungsprüfer Thorsten Ahlborn und Siegfried Dreymann bescheinigten ihm eine sehr gute Kassenführung, auf ihren Antrag hin erteilte die Versammlung dem Vorstand einstimmig Entlastung.
Geplanter Windpark: Erhebliche Einschränkungen befürchtet
Bereits im Vorfeld der Jahreshauptversammlung waren sämtliche Anteilseigner in einem 13-seitigen Anschreiben ausführlich über den Antrag der Firma „von Helmolt Consult“ über die Eintragung von Abstandsflächenbaulasten informiert worden. Die Firma plant südlich der Ortschaft Barbis (Bereich Wahrberg, Jerkenberg Stackelberg) einen Windpark mit sieben Windenergieanlagen, die eine Höhe von etwa 200 Metern erreichen sollen. Drei dieser Anlagen würden aufgrund ihres geplanten Standortes Flächen der Forstgenossenschaft Barbis tangieren.
In der sachlich geprägten Diskussion sprach sich die überwiegende Anzahl der Wortbeiträge gegen den Antrag des Planungsbüros aus. In mehreren Wortbeiträgen wurde sehr deutlich, dass die Forstgenossen erhebliche Einschränkungen in die Lebensqualität und das Landschaftsbild befürchten. Diese Einschränkungen würden durch das jährliche anteilige Entgelt aus dem Nutzungsentgelt der Windenergieanlagen nicht aufgewogen, so die Meinung.
In geheimer Abstimmung sprach sich eine sehr deutliche Mehrheit von knapp 75 Prozent der auf der Versammlung vertretenen Anteilseigner gegen den Antrag der Firma aus.
Zwölf Jahre Arbeit zum Wohle des Barbiser Waldes
Nach seiner mehr als zwölfjährigen Amtszeit wurde Forstaufseher Helmut Wode auf eigenen Wunsch aus seinem Amt verabschiedet. In einer kurzen Laudatio dankte der 1. Vorsitzende Wilhelm Körner dem scheidenden Forstaufseher für seine aufopferungsvolle Tätigkeit zum Wohle des Barbiser Waldes. Als Anerkennung für die geleistete Arbeit überreichte Körner einen prall gefüllten Präsentkorb an Helmut Wode.
Die Stichwahl zum Forstaufseher und Nachfolger von Helmut Wode konnte Wolfgang Geisler in geheimer Wahl für sich entscheiden.