Geschrieben von Steffen Müller (ASV Lauterberg) am 07. Juni 2016
Hunderte Angler aus ganz Niedersachsen zu Gast
Der ASV Bad Lauterberg hat die Mitgliederversammlung des Landesportfischerverbandes Niedersachsen ausgerichtet – auch viele Ehrengäste dabei

Der Angelsportverein Bad Lauterberg (ASV) hat ein äußerst erfolgreiches Wochenende hinter sich. Nach dem sehr gut besuchten Räucher- und Grillfest am Samstag hat der ASV am Sonntag (05.06.2016) als einer der 335 Vereine im Verband die Mitgliederversammlung des Landesportfischerverbandes Niedersachsen (LSFV Nds) mit etwa 250 Teilnehmern im Bad Lauterberger Kurhaus ausgerichtet. Der LSFV Nds ist der größte anerkannte Naturschutz- und Fischereiverband in Niedersachsen, in ihm sind etwa 90.000 Angler in 335 Vereinen innerhalb von 20 Bezirken organisiert.
Viele der Delegierten hatten ja schon beim Räucherfest am Vortag erleben können, was auf dem Vereinsgelände im Odertal zuweilen so los ist. Bei der Begrüßung zur Versammlung am Sonntag im Kurhaus informierte der 2. Vorsitzende des ASV Steffen Müller das Präsidium des LSFV Nds, die Ehrengäste sowie die zahlreichen Delegierten aus dem gesamten Bundesland Niedersachsen noch genauer über den Verein und die Gewässer im Südharz. Im Anschluss hielt Bürgermeister Dr. Thomas Gans eine kurzweilige Rede über Bad Lauterberg, die „wahrscheinlich lebendigste Stadt im Südharz“.
Große Diskussionen um geplante neue Schutzgebiete
Für Diskussionen im öffentlichen Teil der Versammlung sorgte die weitere Arbeitshilfe des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) für das Verfassen von etwa 280 neuen Schutzgebieten in Niedersachsen bis zum Jahre 2018. Selbst der Leiter des Dezernats Binnenfischerei beim LAVES Michael Kämmereit kritisierte, dass wie bereits bei der letztjährigen kritisierten Musterverordnung diese Empfehlungen ohne nachvollziehbare fachliche Begründung verfasst und verbreitet worden seien – allerdings nicht an jene, die davon betroffen wären, nämlich die Angelvereine und ihr Landesverband. Auch der Niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne), zuständig für die Angelei in Niedersachsen, bekannte in seiner Rede, dass es größere Störfaktoren für Flora und Fauna gebe als die Angler.
Viel Beifall erhielten jeweils auch weitere Redner wie Holger Oertel (Präsident des Deutschen Fischereiverbandes), der in seinem Grußwort darauf hinwies, wie zersplittert die organisierte Angelfischerschaft sei. Helmut Dammann-Tamke (Präsident der Landesjägerschaft in Niedersachsen) forderte, die Musterverordnung gleich komplett zu streichen, und verwies auf die gute Beziehung zwischen Anglern und Jägern in Niedersachsen. Landtagsabgeordneter Dr. Gero Hocker (FDP) mahnte die Landesregierung, Angler als Experten für Gewässer- und Fischartenschutz anzuerkennen und den größten Naturschutzverband endlich beim Naturschutz als Partner auf Augenhöhe zu behandeln.
Verbandspräsident Klasing: Nicht das letzte Mal in Bad Lauterberg
Harald Rohr (Vizepräsident des Landesverbandes Sächsischer Angler) wiederum wünschte sich eine Intensivierung der nachbarschaftlichen Verhältnisse. Darauf bezogen versprach der Präsident des LSFV Nds Werner Klasing, der seit Samstag zum ersten Mal in der Kneippstadt und beim ASV war, dem Bürgermeister, dass er nicht das letzte Mal in Bad Lauterberg gewesen sei und er deshalb schon einen Ort für die Gespräche mit dem Nachbarverband wüsste.
Allerdings würde es nicht der „Landesportfischerverband Niedersachsen“ sein, der dann wiederkäme: Im nichtöffentlichen Teil beschloss die Versammlung nämlich mit großer Mehrheit zur Optimierung der Öffentlichkeitsarbeit unter anderem eine Satzungsänderung. Der Verband bekommt den neuen Namen „Anglerverband Niedersachsen e.V.“ und auch ein neues Logo. Des Weiteren ist in Planung, eine größere Geschäftsstelle in Hannover zu erwerben, da die bisherige gemietete Geschäftsstelle für die Biologen zu klein geworden ist.