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Geschrieben von ski am 28. Februar 2017
Vereine und Verbände

Vom Jagdscheintourismus bis zum Schießübungsnachweis

Eine Vielzahl an Themen wurde bei der Hegeringversammlung des Hegerings Bad Lauterberg diskutiert

Die Jagdhornbläser eröffneten die Versammlung
Die Jagdhornbläser eröffneten die Versammlung
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Die große Jagdpolitik, aber auch die örtlichen Gegebenheiten, waren Thema bei der Hegeringversammlung des Hegerings Bad Lauterberg, die am 24.02.2017 in Dreymann's Mühle in Barbis stattfand.

Hegeringleiter Olaf Koch konnte sich über gute Beteiligung bei der Versammlung freuen, aber er musste auch eine bessere Beteiligung an den Arbeitseinsätzen einfordern: „Beim letzten Einsatz waren keine fünf Prozent der Jägerschaft da. Hier muss sich unbedingt etwas ändern, sonst müssen wir die Arbeiten von Externen machen lassen, und dafür den Beitrag erhöhen“.

Jagdpolitik

Karl-Heinz Seifert berichtete der Versammlung von der Hegeringleiterversammlung in Goslar, wo viele jagdpolitische Themen diskutiert wurden. Eines davon war beispielsweise der Einsatz bleifreier Munition, wo die Jägerschaft sichergehen will, dass deren Einsatz ebenso tierschutzgerecht tötet wie die bleihaltige Munition. Ein weiteres Thema betrifft die rechtliche Situation um den Einsatz von Schallminderern. Die Landesjägerschaft wünscht aus Gehörschutzgründen eine generelle Freigabe. Im Mittelpunkt der derzeitlichen Diskussion steht jedoch die Einführung eines Schießübungsnachweises. Dieser wird auf alle Fälle kommen, da sind sich die Jäger sicher. Man arbeite jedoch darauf hin, dass lediglich ein Übungsnachweis und kein Leistungsnachweis vorgeschrieben wird, der künftig jährlich erbracht werden muss. Derzeit fehle es an der eindeutigen gesetzlichen Regelung. Hegeringleiter Olaf Koch verwies bei der Gelegenheit auf das Hegeringschießen am 6. Mai auf dem Schießstand Aschenhütte, wo gleich der Nachweis erbracht werden kann.

Ein weiteres Thema, das die Jägerschaft derzeit beschäftigt, ist der Wolf. Noch ist er im Harz nicht offiziell gesichtet worden, aber in Niedersachsen gibt es bereits mindestens acht Rudel plus eine Dunkelziffer. Bis der Wolf auch im Harz auftritt, ist es folglich nur eine Frage der Zeit, da sind sich die Jäger einig. Der stellvertretende Kreisjägermeister Claus-Wilhelm Deig erklärt die offizielle Position der Jägerschaft zu dieser Frage so: „Wir warten ab und beobachten die Situation.“ Früher oder später werde man in dieser Sache auf die Jägerschaft zukommen, ist er sich sicher.

Die Anforderungen, die bei der Jägerprüfung an die Teilnehmer gestellt werden, sind derzeit noch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Die niedersächsische Landesjägerschaft hofft auf ein bundeseinheitliches Jagdgesetz, damit der Jagdscheintourismus aufhört und das Niveau der Ausbildung gesichert ist: „Wir wollen nicht Jagdscheininhaber, sondern Jäger ausbilden.“ Derzeit bilde man 22 Jungjäger aus, so Deig.

Die organisatorischen Herausforderungen der Kreisfusion betrifft natürlich auch die Kreisjägerschaft: Claus-Wilhelm Deig konnte aus organisatorischen Gründen erstmals nicht über die Strecken berichten; für den neuen Großkreis liegen die Zahlen noch nicht vor. Lediglich vom Rotwild gibt es Zahlen: rund 2.400 Stück wurden erlegt. Man gehe im Rotwild Ring davon aus, dass dadurch lediglich der Zuwachs ausgeglichen wurde; die angestrebte Reduktion des Bestandes sei dadurch nicht erreicht worden. Für das kommende Jahr werde die Strecke auf 3.000 Stück hochgesetzt.

Deig konnte auch von den Fortschritten bei den Bauarbeiten für den Neubau des Schießstands Aschenhütte berichten. Es hat sich durch die Witterung und durch behördliche Genehmigungen (so musste z.B. ein Schallschutzgutachten eingeholt werden) eine Verzögerung von zwei Monaten ergeben. Der neue Schießstand war aufgrund neuer schießtechnischer Anforderungen notwendig geworden. Finanziert wird er mit Mitteln der Landesjägerschaft, durch eine Darlehensaufnahme und mit der im vergangenen Jahr beschlossenen Umlage in 2017 und 2018.

Problematisch ist die Ausbreitung invasiver, also nicht-heimischer Tierarten. Marderhund, Mink, Nutria und Waschbär haben sich ausgebreitet. Von den Jägern wird eine Aufhebung der Schonzeiten angestrebt. Eine generelle Bejagung sei erwünscht, erklärte Deig: „Diese fremden Arten gehören nicht hierher - man will sie wieder loswerden“. Aber das dürfte schwierig werden, denn sie haben sich längst stark verbreitet, wie auch aus der Runde der Jäger bestätigt wird: „Man hat damit zu lange gewartet“.

Die neue Hundeobfrau Iris Wohlfahrt stellte sich der Versammlung vor. Sie will künftig die Hundeausbildung intensivieren, so gibt es nun zum Beispiel eine Welpengruppe und die Stöberprüfung soll künftig zweimal jährlich angeboten werden.

Ehrungen für 25-jährige Mitgliedschaft:

Heinz Aschermann, Georg Beyer, Rudi Brothuhn, Stefan Goellnitz, Jürgen Hanelt, Christoph Schlemm, Thorsten Stollberg, Axel Ohnesorge, Dietmar Werner


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