Geschrieben von PM SoVD-Kreisverband Osterode am 20. Februar 2018
Handlungsfelder ÖPNV, Kinderbetreuung und Senioren
Offene Sozialwerkstatt: Sozialdezernent Marcel Riethig hat Stellung zur SoVD-Befragung genommen

Zu einer Sondersitzung hatte am Montag (19.02.2018) die offene Sozialwerkstatt des SoVD-Kreisverbandes Osterode eingeladen. Die Auswertung der Befragung „Wie sozial sind wir?“ stand nochmals im Fokus. Dazu hatte sich Sozialdezernent Marcel Riethig vom Landkreis Göttingen angekündigt. Er wollte seine Interpretation der Befragungsergebnisse dem SoVD darlegen.
ÖPNV: „Müssen viel Geld in die Hand nehmen“
Riethig skizzierte drei Handlungsfelder, die seiner Meinung nach im Besonderen anzugehen sind. Der oft in der Umfrage kritisierte ÖPNV ist nach seinen Worten zu teuer und zu unflexibel. Riethig tritt für eine umfangreiche Tarifreform ein. Dabei machte er deutlich, dass ein bedarfsgerechter ÖPNV im ländlichen Raum nicht kostendeckend zu machen sei: „Wir müssen dafür viel Geld in die Hand nehmen.“ Er führte als Beispiel den Landkreis Hameln-Pyrmont an – mit dessen hochsubventionierter Bürgerkarte können die Einwohner für 35 Euro im Monat im gesamten Landkreis fahren. Frank Uhlenhaut, Sprecher der offenen Sozialwerkstatt, fügte an, man dürfe dabei nicht die Barrierefreiheit vergessen. Das derzeitige Angebot sei für Menschen mit Handicap nur unzureichend nutzbar.
Kinderbetreuung: „Da müssen wir ran“
Als zweiten Punkt thematisierte Riethig die Kinderbetreuung, die in der Befragung von den 20- bis 39-Jährigen als schlecht bezeichnet worden ist. Mit Verweis auf die Betreuungsquote von gerade 30 Prozent der Unter-Dreijährigen im hiesigen Raum machte er deutlich: „Da müssen wir ran.“
Alterssicherung: „Diskussion unbefriedigend“
Aber auch die fehlende Wertschätzung gegenüber den Senioren hob Riethig in seinem Statement zur SoVD-Befragung hervor, inklusive der Angst der heute 20- bis 50-Jährigen, alt zu werden. Für den Sozialdemokraten ist die derzeitige bundespolitische Diskussion über die Alterssicherung vollkommen unbefriedigend. In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass viele Befragte kleinerer Einkommen die schlechte Qualität des für sie bezahlbaren Wohnraumes kritisiert hatten.
Der SoVD Bad Lauterberg sprach die derzeitige Praxis des Landkreises Göttingen bei der Verleihung von Ehrenamtskarten an und regte an, das Vorgehen zu hinterfragen. Zu guter Letzt thematisierte Frank Uhlenhaut die aktuelle Diskussion über die Schließung der Außenstelle Wulften der Oberschule Hattorf. Dazu nahm Marcel Riethig ausführlich Stellung und verteidigte seine Beschlussvorlage. Es ging damit eine kritische Diskussion über die Auswirkungen für die Betroffenen, aber auch für den ländlichen Raum einher.