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Geschrieben von Karl-Heinz Wolter am 07. März 2018
Vereine und Verbände

Wirtschaftspläne nach Orkan vom Winde verweht

Großes Interesse bei den Anteilseignern: Jahreshauptversammlung der Forstgenossenschaft Barbis

Entwurzelte Bäume durch "Friederike"
Entwurzelte Bäume durch "Friederike"
Der Vorstand mit den Gästen: Heiner Brandt, Wilhelm Körner, Dietmar Sohns, Klaus Baumann, Christph Schlemm, Horst Winter (2.Vors.)
Der Vorstand mit den Gästen: Heiner Brandt, Wilhelm Körner, Dietmar Sohns, Klaus Baumann, Christph Schlemm, Horst Winter (2.Vors.)
Der geehrte Klaus Baumann
Der geehrte Klaus Baumann
Eine Schneise der Verwüstung in der Barbiser Forst
Eine Schneise der Verwüstung in der Barbiser Forst

Zu der Versammlung am 16.02.2018 konnte der 1. Vorsitzende Wilhelm Körner 50 Mitglieder in der Gaststätte Dreymanns-Mühle begrüßen, darunter auch Dietmar Sohns als Vertreter des zuständigen Forstamtes Riefensbeek und den Betreuungsförster Heiner Wendt. Die Regularien der Tagesordnung wurden gemäß der Vorlagen abgearbeitet. Das Protokoll des Vorjahres wurde vom Schriftführer Christoph Schlemm vorgetragen und von der Versammlung genehmigt. Anschließend gab der Rechnungsführer Klaus Baumann seinen detaillierten Kassenbericht ab.

Die Kassenlage ist trotz einer geringfügigen Reduzierung der Rücklagen sehr zufriedenstellend. Frank Bode bescheinigte als Sprecher der Rechnugsprüfer eine einwandfreie Kassenführung, dem anschließenden Entlastungsantrag wurde  zugestimmt. In seinem Jahresbericht erläuterte Körner die Maßnahmen des Wirtschaftsjahres 2017. So wurden verschiedene Arbeiten durch Fremdfirmen erledigt, auch die Arbeitsgemeinschaft der Genossenschaft war aktiv  dabei. Es wurden die genehmigten Mengen an Brennholz geschlagen, auch Stammholz wurde vermarktet. Dabei kam auch ein Harvester einer Fremdfirma zum Einsatz.

Wirtschaftspläne nach Orkan Friederike vom Winde verweht

Eigentlich lief alles nach Plan, aber nur bis zum 18. Januar 2018: An diesem Tag wurden die Wirtschaftspläne für die nächsten Jahre durch den Orkan Friederike förmlich "vom Winde verweht". In den Wäldern der Genossenschaft sind an diesem Tage nach ersten Schätzungen mindestens 6000 Festmeter Holz (überwiegend Fichten) von dem Orkan umgelegt worden. Ein imenser Schaden ist dadurch entstanden, da zuvor die Menge von ca. 7800 Festmeter - auf 10 Jahre verteilt - als Planziel festgelegt worden war. Selbst wenn man das durch den Orkan gefällte Holz jetzt noch auf dem Markt verkaufen kann; die Preise gehen derzeit deutlich zurück. Hinzu kommt, dass die Aufforstung des Sturmholzes nur durch Fachkräfte mit z.T. Spezialgeräten und somit kostenträchtig möglich ist.

Danach sind Aufforstungen nötig, die auch dementsprechend finanziert werden müssen. Heiner Wendt betonte, dass von dem Orkan fast nur Fichtenbestände umgeworfen worden sind, da diese als "Flachwurzler" deutlich anfälliger sind als andere Holzarten. In den nächsten Jahren wird es keinen Fichteneinschlag geben können. Dietmar Sohns führte einen weiteren Grund an: Die Niederschlagsmengen lagen in den zurückliegenden Monaten deutlich über den Normalmengen. Daher waren die Böden aufgeweicht und der Orkan hatte diese verheerenden Auswirkungen.

Folgeschäden werden erwartet

Sohns berichtete auch aus anderen Regionen, die ebenfalls von dem Orkan heimgesucht wurden. Er bezeichnete die jetzt nötigen Aufräumarbeiten in den betroffenen Wäldern als lebensgefährlich. Das Betreten der Wälder solle nur nach einer professionellen Gefährdungsanalyse geschehen. Eine weitere Gefahr sei der mögliche Befall vom Borkenkäfer. Sohns zeigte sich erschüttert von den Schäden und den zu erwartenden Folgeschäden. Der Vorstand hat aber bereits schnell reagiert und die ersten 7000 Pflanzen für neue Kulturen bestellt. Dabei wird weiterhin auf den Anbau von Mischkulturen Wert gelegt.

Vor den Wahlen ehrte Körner den Rechnungsführer Klaus Baumann für seine 40-jährige Tätigkeit in der Genossenschaft mit einem Präsent. Aber keine Spur von Amtsmüdigkeit bei Klaus Baumann: Er wurde in seinem Amt bestätigt und zeichnet auch künftig verantwortlich für die Kassenführung. Als ehemaliger Banker ist er sicherlich auch gut geeignet für diese Tätigkeit. Zum neuen Rechnungsprüfer wurde Markus Kluger gewählt. Auf Antrag des Vorstandes beschloss die Versammlung, auf eine Ausschüttung aufgrund der Sturmschäden und der damit verbundenen Unsicherheiten zu verzichten. Es folgten Diskussionen zu der Vermarktung von Brennholz, der Waldbewirtschaftung und zu den Jagden in dem Bereich der Genossenschaft. Weiter wurde beschlossen, sich an einer Spende zur Sanierung des Barbiser Kirchturms zu beteiligen. Nach knapp 2 Stunden endete die Versammlung.


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