Geschrieben von ski am 15. März 2018
Der Bismarckturm ist nicht die einzige "Baustelle"
Aus der Jahreshauptversammlung des Harzklub-Zweigvereins Bad Lauterberg






Die geplante Sanierung des Bismarckturms ist eine gewaltige Aufgabe und wird den Harzklub-Zweigverein Bad Lauterberg noch auf Jahre hin beschäftigen. Doch die Erhaltung des ehrwürdigen Baudenkmals auf dem Kummel war bei weitem nicht das einzige Thema bei der Jahreshauptversammlung, die am 09.03.18 im Café Amadeus stattfand.
Stürme bedeuten viel Arbeit für den Wegewart
Viel zu tun hat nämlich auch der Wegewart des Vereins, Harald Neuber. Zusammen mit weiteren Helfern aus dem Verein hat er im vergangenen Jahr bei zahlreichen Arbeitseinsätzen Wanderwege freigeschnitten, Pfosten und Schilder aufgestellt, Köthen und Hütten kontrolliert und Büsche entfernt. So gab es beispielsweise einen großen Arbeitseinsatz im August, bei dem an der Schutzhütte „Wasserscheide“ und am August-Horre-Platz gearbeitet wurde . Im Jetzt ist durch die Stürme Herwart und Friederike großer Schaden entstanden, und es gibt wieder sehr viel zu tun: „Auf den Waldwegen liegt noch alles kreuz und quer. Eine unserer Hütten, bei der wir erst das Dach neu gemacht hatten, wurde vom Wind auf die Seite gekippt“, so Neuber. Der Wanderweg vom Knollenkreuz zum Großen Knollen ist derzeit nur bedingt begehbar; man muss ein Stück auf einen Rückeweg ausweichen.
"Das Wandern wird immer beliebter - aber leider nicht im Verein"
Doch Wanderwart Wilhelm Diekmann hat die Beschilderung bereits angepasst, damit sich niemand verläuft. Diekmann berichtete von 11 geführten Wanderungen im vergangenen Jahr mit einer Gesamtstrecke von 127 Kilometern. Ebenso viele sind bereits für 2018 fest geplant, wovon zwei bereits durchgeführt wurden. „Das Wandern wird immer beliebter – aber leider nicht das Wandern im Verein“, stellte Diekmann fest.
Viel Zeit wendete der Wegewart aber auch für die digitale Erfassung des Wanderwegenetzes im Harz und die Beschilderung auf. Doch trotz aller Schilder kann man sich auch einmal verirren. Diekmann empfiehlt daher, die Notfall-App Echo 112 auf das Smartphone zu laden: „Gerade, wenn man als Wanderer allein im Wald unterwegs ist, weiß man oft selbst als Einheimischer nicht, wo man sich gerade genau befindet.“
"Für dieses Jahr schaffen wir es noch"
Heimatgruppenwartin Dr. Nicole Fröhlich hatte mit der Brauchtumsgruppe die Versammlung musikalisch eröffnet. Doch im Jahr 2017 sei die Heimatgruppe bereits gesundheitlich und beruflich bedingt nur eingeschränkt auftrittsfähig gewesen. Vor allem die Altersstruktur ist ein Problem: jüngere Mitglieder fehlen. „Für das Brauchtum kann man die Jugend einfach nicht gewinnen“, so Fröhlich. Durch zunehmendes Alter und gesundheitliche Probleme werden es immer weniger Sängerinnen und die Sänger. Auch die Stimme werde mit zunehmendem Alter dünner – da ist es schwer, noch Auftritte zu gestalten. Wie lange die etwa 20 Aktiven noch weitermachen können, ist fraglich: „Für dieses Jahr schaffen wir es noch, aber nächstes Jahr sieht es schon schlecht aus“, sagt Fröhlich. Trotz aller Schwierigkeiten hat die Heimatgruppe jedoch neun öffentliche Auftritte im vergangenen Jahr gestaltet. Der nächste Auftritt wird übrigens am Ostersonnabend (31. März) beim Harzer Volksmusik- und Folklorenachmittag im Kursaal stattfinden. Denn, so erklärte Fröhlich: „So lange wir können, sind wir mit Spaß und Freude dabei“.
Erfolgreiches Wirtschaftsjahr
Schatzmeister Horst Jäde konnte von einem erfolgreichen Wirtschaftsjahr für den Verein berichten: „Das ist sogar das beste Ergebnis, seitdem ich Schatzmeister bin“. Den rund 17.000 Euro Einnahmen des Vereins stehen 13.000 Euro an Ausgaben gegenüber, vor allem für Veranstaltungen, Versicherungsbeiträge, die Beiträge zum Hauptverein und die Unterhaltung des Harzklubheims „Uhlenflucht“. Da nach wie vor ein ein Heimwart fehlt, wird es kommissarisch vom Vorstand bewirtschaftet. Bei den Veranstaltungen habe es sich bewährt, statt fester Eintritte einen Spendentopf herumgehen zu lassen. Für die Sanierung des Bismarckturms seien bereits einige zweckgebundene Spenden eingegangen, so Jäde. Schriftführer Klaus Wiedemann hatte die Präsentation der neuen Internetseite des Harzklubs (externer Link) mitgebracht, sie soll, so Wiedemann, „Das Aktuelle mit dem Gestrigen verknüpfen“.
Der Vorsitzende des Bad Lauterberger Harzklubs, Heinz-Gerd Trüter, hat also Grund zur Zufriedenheit. Allerdings wünscht er sich mehr Mitglieder, die zur aktiven Mitarbeit bereit sind: „Beim Konzert des Polizei-Orchesters haben wir mit leider nur sehr wenigen Helfern die Gäste mit Speisen und Getränken versorgt – eigentlich sind wir mit solchen Aktionen personell überfordert.“ Dank des intensiven Einsatzes der Bereitwilligen hat die Aktion dennoch rund 1.000 Euro für den Bismarckturm eingebracht.
Es gab zahlreiche Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft vorzunehmen:
Für 10 Jahre: Jolina Emma Gettel, Linnea Sawall, Frank Hartmann, Jürgen Welz, Hans-Peter Helmboldt, Erik Cziesla, Horst Tichy, Birgit Hahne, Carmen Illert, Klaus-Peter Münch, Kurt Dreymann
Für 25 Jahre: Daniela Bech, Ingrid Töpperwien, Herta Hahn, Barbara Heidenbluth, Nadine Hahn, Erika Minetzke, Ingrid Matiske, Elisabeth Eichenbach, Erwin Gunkel
Für 40 Jahre: Armin Kleschies
Für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt und, nach Beschluss der Versammlung, zum Ehrenmitglied ernannt wurden:
Jürgen Bäcker, Horst Meinecke, Ingrid Kleschies, Willi Kleschies
Für 60-jährige Mitgliedschaft wurde geehrt:
Gerhard Kiphenn
Und ein ganz seltenes Vereinsjubiläum konnte gefeiert werden: für 75-jährige Mitgliedschaft wurde Walter Beckmann geehrt. Er war im Alter von 15 Jahren in den Verein eingetreten und ließ es sich nicht nehmen, selbst nach vorn zu kommen und seine Urkunde aus den Händen des Vorstands entgegenzunehmen.
Schließlich gab es noch Auszeichnungen für besonders Engagement: Mit der Ehrennadel in Bronze wurden ausgezeichnet: Peter Laumann und Harald Neuber. Die Ehrennadel in Silber erhielten: Dr. Nicole Fröhlich und Brigitte Spangehl.
Und die Ehrennadel in Gold aus den Händen von Peter Sieckel, dem stellvertretenden Präsidenten des Harzklub-Hauptvereins, erhielt Brigitte Müller, die davon völlig überrascht wurde. Ihr zu Ehren spielten die „Barbiser Straßenmusikanten“ und sorgten für musikalische Begleitung beim anschließenden zünftigen Imbiss.