Geschrieben von Karl-Heinz Wolter am 18. April 2018
Neugierig bleiben - der Demenz vorbeugen
Vortrag bei den Landfrauen Südharz



Zu dem interessanten und aktuellen Thema Demenzerkrankungen hatte der Landfrauenverein Südharz am Mittwoch, dem 11.04.2018, in Müllers Hofcafe in Bartolfelde eingeladen. Als Referentin konnte Jutta Kindereit, Vorstandsmitglied der Alzheimer Gesellschaft Harz e.V., gewonnen werden.
Das Thema stieß offensichtlich auf sehr großes Interesse bei den Mitgliedern und anderen Interessierten: Der Gastraum des Cafes war voll besetzt, die Besucher saßen dicht beieinander. Die Alzheimer Gesellschaft leistet ehrenamtliche Unterstützung für betroffene Menschen und deren Familien durch Informationen, persönliche Beratungen und fördert den Umgang mit den Erkrankten, um das Umfeld entlastend mitzugestalten. Weitere Ziele des Vereins sind die mitunter immer noch unzureichenden Behandlungen und Versorgungen von Demenzerkrankten zu verbessern und die Öffentlichkeit über das Krankheitsbild aufzuklären. Jutta Kindereit ist seit 27 Jahren in einem Pflegeberuf tätig und kann auf einen großen Erfahrungsschatz - gerade auch mit dieser Krankheit - zurückblicken.
Den Einstieg in das Thema wählte Frau Kindereit mit der Beschreibung des Filmes "Honig im Kopf", der diese Krankheit sicherlich bei Vielen in ein anderes Licht gerückt hat. Sie hielt keinen rein wissenschaftlichen Vortrag, sondern gab Einblicke in die Entstehung, den Verlauf und den möglichen Umgang mit der Krankheit. Der Vortrag war trotz des ernsthaften Themas locker und verständlich dargestellt, in die lebhaften Schilderungen war das Publikum oftmals mit eingebunden. "Eine mitunter festzustellende Vergesslichkeit im Alltag muss noch lange keine Demenz sein", so Kindereit. "Solange die Erinnerung wiederkehrt, ist alles okay."
Vergesslichkeit kann viele andere Gründe haben. Allerdings verändert sich im Alter auch das Gehirn, es altert mit. Es gibt eine Vielzahl von Demenz-Formen, die Alzheimer-Demenz ist die am weitesten verbreitete Form. Eine Demenz kommt schleichend. So riet Frau Kindereit, erste Anzeichen ernst zu nehmen und weitere Untersuchungen durchzuführen, um eventuell auch andere Krankheitsursachen auszuschließen. Erste Anzeichen für eine Demenz können sein: Verringerung des Sprachschatzes, Wortfindungsstörungen, Rückzug aus bisherigen Gewohnheiten.
Eine wichtige Anlaufstelle für die hiesige Region sei die Gedächtnisambulanz in der Göttinger Uni-Klinik. Auch in der Klinik in Herzberg gibt es jeden Mittwoch von 16.00 bis 17.30 Uhr einen Demenz-Treffpunkt in der dortigen Bibliothek. Die Alzheimer Gesellschaft Harz ist täglich unter der Tel.-Nr.:05586-8040 erreichbar. Vorbeugende Tipps waren: Gesunde Ernährung; Pflege von sozialen Kontakten; mal Dinge tun, die man lange nicht gemacht hat. Und zum Schluss riet Frau Kindereit: "Bleiben sie neugierig", und erhielt für ihren Vortrag herzlichen Applaus und dankende Worte des Vorstandes der Landfrauen.