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Geschrieben von PM Verein Haus und Grund e.V. am 05. September 2018
Vereine und Verbände

Prunkgemächer, Raubgrafenkasten und Domschatz

Die Jahresfahrt des Haus und Grund Bad Lauterberg e. V. führte nach Quedlinburg

Reisegruppe im Park der Stiftskirche zu Quedlinburg
Reisegruppe im Park der Stiftskirche zu Quedlinburg

Knapp 50 Mitglieder des Vereins nahmen an der diesjährigen Jahresfahrt nach Quedlinburg teil. Zunächst nahm man mit der „Bimmelbahn“ eine geführte Rundfahrt durch die Altstadt von Quedlinburg vor und lernte dabei die verschiedensten Fachwerkbaustile kennen. Nach Stärkung im Brauhaus „Ludde“ besichtigte man zunächst das Schlossmuseum.

Besonderen Eindruck machten die restaurierten Prunkgemächer des Evangelischen Damenstifts mit den herausragenden Stuckdecken. Diese Prachtsäle gaben durch die Einrichtung mit historischen Gemälden und Möbel (überwiegend Barock und Empire) einen Einblick in die adlige Wohnkultur des 17. und 18. Jahrhunderts.

Zudem fand besonderes Interesse der sogenannte Raubgrafenkasten. Hierbei handelte es sich um ein besonderes Schaustück mittelalterlicher Justiz in Form eines ca. 2,5 x 2,5 Meter großen Fichtenbohlenkastens, der als separate Gefängniszelle für Gefangene diente. Inzwischen ist dieses Quedlinburger Ausstellungsstück der einzige Raubgrafenkasten, der die Zeiten überdauert hat. Im Anschluss hieran unternahm man eine Führung durch das Weltkulturerbe der Stiftskirche St. Servatii. An diesem Ort fanden zahlreiche Reichstage der Ottonen statt, wobei der glanzvollste unter Otto dem I. im Jahr 973 durchgeführt wurde. Gleichermaßen wurde ein intensiver Reliquienkult betrieben, um das Ansehen des Stifts, auch als Familienheiligtum, zu stärken. In den Jahren 961 – 964 wurden ganze „Körper von Heiligen“, wie der des Heiligen Servatius, überführt und mit großer Prachtentfaltung aufgestellt.

Das Hauptportal gilt als das älteste Säulenportal Deutschlands mit seinem mächtigen romanischen Rundbogen. Die Führung schloss mit der Besichtigung der berühmten romanischen Krypta, welche im „Dritten Reich“ gegen heftigen Widerstand der Kirche zu Kultzwecken missbraucht wurde. Ein Blick auf den Domschatz rundete die Führung ab.

Nach einem Zwischenstopp auf dem Marktplatz trat die Gruppe wieder die Rückreise an. Alle Teilnehmenden waren begeistert von dem abwechslungsreichen Programm und bedankten sich bei dem Organisator Eike Röger für die Planung und Gestaltung der Jahresfahrt.


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