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Mittwoch, 15. Juli 2026
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Kommentar von Sabine Kilzer, 23. Juni 2026
Das ist doch...

… nicht das Wesentliche

Kommentar zur BürgerBühne

Moderatorin Stefanie Jäkel befragte die KandidatInnen bei der BürgerBühne
Moderatorin Stefanie Jäkel befragte die KandidatInnen bei der BürgerBühne

Den Ehrenamtlichen des SoVD gebührt großer Dank und großer Respekt dafür, diese Veranstaltung organisiert zu haben – ist es doch bislang das erste Mal, dass die Lauterberger ihre Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten vor der Wahl bei einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung erleben konnten. Und derzeit sieht es so aus, als würde es auch das einzige Mal bleiben. „Ich hoffe, dass der Abend dazu beiträgt, dass Sie sagen, jetzt weiß ich, wo ich im September mein Kreuzchen machen werde“, so Frank Uhlenhaut. Doch dazu konnte die Veranstaltung nur bedingt beitragen – und das lag nicht an der hervorragenden Organisation oder der professionellen Moderation durch den SoVD. 

Statt um die großen Themen, die wirklich in den kommenden Jahren über die Zukunft der Stadt entscheiden werden – beispielsweise die Schulden, die aufgenommen wurden, um den laufenden Verpflichtungen nachzukommen, die Frage nach den geplanten Millioneninvestitionen in ein neues Bauhofgebäude und ein neues Feuerwehrhaus, und woher das viele Geld dafür kommen soll, die Zukunft des defizitären Vitamar – ging es um Mülleimerleerungen, Bordsteine und darüber, ob der Barbiser Ortsrat über den Termin zur Aufstellung der Jugendhütte informiert war oder nicht. 
Selbst bei dem Thema Straßenzustand wurde nur darüber sinniert, welche Straßen eine Sanierung nun am allernötigsten hätten. Kein Wunder, dass zwischen den vier KandidatInnen große Übereinstimmung und Harmonie herrschte. Die Frage ist aber doch nicht, ob eine großangelegte Straßensanierung nötig wäre, sondern von welchem Geld das konkret bezahlt werden soll. Vage Hinweise auf eventuell möglicherweise existierende Förderprogramme und Wundermaschinen sind aber noch kein Finanzierungskonzept. 

Dass es viele Schlaglöcher gibt, herumliegender Müll ein Ärgernis ist, mehr Angebote für Jugendliche und Ältere wünschenswert wären, darauf konnten sich die vier Kandidierenden einigen. Das ist aber auch keine besondere Kunst. Bürgerbeteiligung ist wichtig, Mobilität für Ältere ist wichtig, die Ortsteile sollen auch gepflegt werden – da stimmten alle artig überein. Was soll man auch sonst sagen? 

Auch mit ihren bisherigen, öffentlichen Äußerungen zu ihrer geplanten Politik wurden die KandidatInnen bei dieser Veranstaltung nicht konfrontiert. Dabei hätte sich da durchaus einiges zur kritischen Nachfrage angeboten; man denke nur an die Aussage von Lea Peters, die sich ein Atomkraftwerk in Bad Lauterberg vorstellen kann.

Die Themenblöcke, die bei der BürgerBühne zur Sprache kamen, waren vom SoVD unter den Besucherinnen und Besuchern beim Frühlingshappening erfragt worden. Auch die Anwesenden am Montagabend hatten Gelegenheit, Fragen zu stellen. Wie desöfteren bei solchen Veranstaltungen waren einige davon nicht in der Lage, eine konkrete Frage an die KandidatInnen zu formulieren. Sie ergingen sich lieber darin, minutenlang ihre eigene Meinung zu verkünden - über die Arbeitsmoral der Bauhofmitarbeiter, die herumliegenden Schnipsel vom Kinderfest am Vortag oder dass man Parkscheine nur für längstens drei Stunden ziehen kann. 

Wenn das wirklich die Themen sind, die die Bürgerinnen und Bürger von Bad Lauterberg am meisten bewegen – dann muss die Stadt keine echten Probleme haben. Oder eine sehr, sehr schlecht informierte Bevölkerung. Ich fürchte ja, dass Letzteres der Fall ist. 
 


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