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Mittwoch, 15. Juli 2026
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 Geschrieben von Tom Zinram am 18. Juli 2019
Von Barbis nach Berlin

Tag 1: So weit, aber doch so nah!

Tom Zinrams Fahrradtour: das Tagebuch

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Nun ist sie gestartet: Die erste überregionale Radtour von Bad Lauterberg nach Berlin. Gleich der Anfang hatte es ordentlich in sich, denn der erste Teil der Strecke führte einmal komplett durch den Oberharz. Gegen acht Uhr ging es bei mir zu Hause in Barbis los, um durch Lauterberg in Richtung Braunlage zu kommen. Gleich dieses Stück wies eine unheimliche Steigung auf, so dass die gesamte Kondition bereits gefordert wurde. Die ersten Pedalschläge dieser Tour waren schon etwas Besonderes und ein wehmütiges Gefühl, Bad Lauterberg mit dem Fahrrad für längere Zeit zu verlassen, war auch dabei. Was wird mich unterwegs erwarten? Das waren Fragen, die mir durch den Kopf gingen, als ich am Ortsausgangsschild von Bad Lauterberg stand. Ich muss ehrlich gesagt auch gestehen, dass ich ein wenig gezweifelt habe, ob ich auch wirklich bei meinem ersten Etappenziel ankomme, denn wenn man den Leuten erzählt, dass man die Strecke Bad Lauterberg-Magdeburg an einem Tag fahren möchte, bekommt man natürlich erst einmal fragende Blicke.


Ruhige Verkehrslage im Harz

Das Durchkommen im Harz verlief weitestgehend unproblematisch. Am Morgen war noch wenig Verkehr und der Touristenansturm hielt sich auch noch in Grenzen. So leer hatte ich Braunlage zuvor noch nie erlebt. Doch mich sollte es nicht stören, denn um so schneller konnte ich weiter Richtung Elend, Königshütte und Elbingerode biken, wodurch die erste Hürde bereits gemeistert war. Ich hatte wenigstens schon einmal Sachsen-Anhalt erreicht. Doch waren es am Nordrand des Harzes (in Blankenburg) immer noch 70 km. Ab dieser Stadt merkte man auch prompt, dass sich die Kultur und Landschaft so langsam änderte. Die Waldlandschaft musste mehr und mehr weichen und wurde immer mehr durch das Großstadtfeeling ersetzt. Plattenbau, Einkaufszentren usw. bestimmten nun das Gesamtbild der weiteren Strecke. Ab diesem Punkt war das Harzer Mittelgebirge nun entgültig zurückgelassen und ich konzentrierte mich nur noch darauf, was die weitere Strecke mit sich bringt.


Auf einmal "nur noch" 55,8 Kilometer

In Halberstadt stand dann eine größere Pause an. Nun stand auch das erste Mal Magdeburg ausgeschildert, was ein wirklich sehr motivierendes Gefühl war. Ich schrieb währenddessen noch mit ein paar Freunden über WhatsApp. Auch bei André Holst, Moderator beim MDR in Magdeburg gab ich Bescheid, dass ich 55 km vor dem Ziel bin. Dies blieb natürlich nicht unkommentiert und es folgten Sprüche wie "Der Wagen hat dich mitgenommen" oder "Du bist ja flink wie der Wind". Es war sehr schön zu sehen, wie sich die Kilometerzahl immer weiter verringert hat. Das Fahren durch die Börde war unvergleichlich schön, da es für mich selten so einfach war in die Pedale zu treten, wegen des flachen Profils. Auch Bilder durften von der Landschaft natürlich nicht fehlen.


Für Spendenaktion ist die Gegend weniger geeignet

Mein Plan war eigentlich, wieder auf die Fibromyalgieerkrankung aufmerksam zu machen und die Menschen zum Spenden anzuregen. Doch diese Region ist sehr ländlich geprägt und im Gegensatz zum Harz ist sie sehr touristenarm. Man hat in der Zeit kaum einen Menschen auf der Straße gesehen und wenn, waren sie in ihrem eigenen Garten anzutreffen. Hinzu kam später noch, was aber eher weniger Einfluss auf solche Aktionen hat, dass die Fahrbahnen vor Magdeburg sehr schlecht zu befahren waren und Kopfsteinflaster auf den Wegen zu finden war.


Ein sehr unreales Gefühl

Nachdem dann auch die letzte Hürde geschafft war, kam das Ortseingangschild von Magdeburg. Erst habe ich es für einen Fake gehalten und dachte, dass das doch eigentlich kaum möglich ist. Mit dem Zug fährt man ja bereits zweieinhalb Stunden, bis man von Barbis aus in Magdeburg ist. Magdeburg kam mir immer so unglaublich weit vor, doch nun wirkt es einfach so unglaublich nah. Von der Theorie und dem Training her, waren die 130 km schon länger möglich; dann in der Praxis zu sehen, dass man auch wirklich ankommt, ist unglaublich. Bisher ist der Langstreckenrekord von 150 km noch nicht gebrochen, doch dies könnte eventuell auf dem Weg nach Berlin passieren, was dann das Hauptziel darstellt. Hier habe ich die Zeit bisher genutzt, um ein wenig Sightseeing zu betreiben und mir meine Wunschfachhochschule anzuschauen. Mal schauen, was die nächsten Tage noch so bringen. (Weiterer Bericht folgt)


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Notizen

Bild der Woche