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Mittwoch, 15. Juli 2026
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 Geschrieben von Tom Zinram am 29. Juli 2019
Von Barbis nach Berlin

Sightseeing in Berlin

Tom Zinram erkundet die Stadt im dritten Teil seines Reisetagebuchs

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Nachdem ich am Mittwoch letzte Woche in Berlin angekommen war, nahm ich mir die Zeit, Berlin mal von einer etwas anderen Seite zu betrachten, als ich es zuvor getan habe. Gott sei Dank hatte ich keinen Muskelkater und konnte bereits am Donnerstag mit der Stadtführung beginnen. Begleitet wurde ich dabei von dem sympathischen und charmanten Kammersänger Heiko Reissig, welcher auch die Elblandfestspiele in Wittenberge ins Leben gerufen hat. Er hat mir ein wenig mehr über die Geschichte Berlins verraten. Dabei durfte natürlich ein Abstecher an die Berliner Mauer nicht fehlen, wobei das anschließende Museum mehr über die Geschichte der damaligen Teilung erzählte. Auch die Bilder, wie Berlin vor und während des 2. Weltkrieges aussahen, sprachen eine eindeutige Sprache. Teilweise waren die Gassen viel idyllischer und heimischer, als sich die Stadt heute präsentiert. Die Verwaltungsgebäude in Berlin Mitte machen einen sehr oberflächlichen, kühlen und billigen Eindruck. Dies konnte man besonders bei einer kleinen Portion Currywurst mit Pommes, welche ja für Berlin typisch ist auf sich wirken lassen. Nach der kleinen Stärkung Nähe des Potsdamer Platzes ging es weiter ins Filmmuseum, um sich von der Zeitgeschichte des Filmes inspirieren zu lassen. Der Kammersänger, der mich an diesem Tag begleitete, kannte bereits viele Darsteller aus den Filmen der damaligen Zeit und konnte viele bunte und interessante Geschichten über sie erzählen. Es war sehr beeindruckend zu sehen, wie viel Arbeit und Mühe es damals machte, einen Film zu erstellen. Darüber hinaus konnte man sich auch von einigen Beispielen aus der Zeit selber überzeugen und sich einige Filmausschnitte anschauen. Auch ein Besuch auf der Siegessäule durfte nicht fehlen, um nicht den Überblick über die 3, 6 Millionen  Einwohner zu verlieren.

Am Abend lustige Unterhaltung

Am Abend beschlossen wir, mit einer weiteren Person aus Reissigs Bekanntenkreis ins Kino zu gehen. Diese spricht mittlerweile fünf Sprachen und hat nun auch ein Buch mit persönlichen Gedichten verfasst. An dem Abend lief Spiderman, was ein völliges Kontrastprogramm zum Rest des Tages darstellte. Das Kino am Alexanderplatz war recht überdimensional, das war ich aus Göttingen oder Herzberg nicht gewohnt. Auch die Tatsache, dass man sich abends um 23 Uhr einfach noch etwas zu essen holen konnte, war eine neue Erfahrung in der Millionenstadt.

Kämpfen für mehr Toleranz

Am letzten Wochenende fand in der Stadt auch wieder das internationale Schwul-Lesbische Stadtfest statt, wobei die Menschen aus aller Welt anreisen, um sich für mehr Toleranz und Anerkennung einzusetzen. In Deutschland soll es bald den ersten schwulen Footballverein geben. Die Stimmung war bei den Festlichkeiten recht ausgelassen und die Feiernden hätten gar nicht unterschiedlicher sein können. Von oberkörperfrei bis bunt verkleidet war wirklich alles dabei, um in unserer Gesellschaft ein Zeichen zu setzen. Aber dies war nicht die einzige Veranstaltung, die es an dem Wochenende in Berlin zu entdecken gab. Auch am Alexanderplatz steppte der Bär und es gab in Sachen Unterhaltung ein großes Angebot für klein und groß. Ist doch schon Wahnsinn, was sich mit einem normalen Fahrrad alles für Möglichkeiten ergeben können. Doch man musste auch feststellen, dass Berlin nicht nur positive Seiten hat

100 Meter zwischen Arm und Reich

Man sagt, die Kluft zwischen Arm und Reich werde in Deutschland immer größer. Dies macht sich vor allen in einer Großstadt wie Berlin bemerkbar. Der Kurfürstendamm mit seinem berühmten KaDeWe stellt eine der nobelsten Gegenden von Berlin dar. Überall lassen sich dort Nobelgeschäfte und teure Autos finden. Doch 100 Meter südlich kämpft ein Obdachloser um einen sicheren Schlafplatz für die kommende Nacht.  Ein Kilometer nördlich befindet sich ein heruntergekommer Wohnblock, der viel mehr an Marzahn oder Neukölln erinnert. Es ist schwer zu begreifen, dass ein Champagner für 1000 Euro nicht weit entfernt vom größten Elend unserer Bundesrepublik gelagert wird. Das KaDeWe bietet insgesamt 7 Etagen mit den teuersten Modemarken unserer Planeten. Gucci, Diesel etc. sind in den Regalen plaziert. Auch Taschen und Uhren werden hier sehr teuer gehandelt. Süßigkeiten, soweit das Auge reichte. Das ließ Kinderträume wahr werden. Doch genau das ist sehr deprimierend und ein Armutszeugnis für unseren Staat. Dieses Bild zieht sich leider durch die gesamte Stadt Berlin. An der einen Ecke teure Hotels wie das Adlon und an der anderen wieder große Wohnanlagen mit wenig Perspektive. Da sieht man Berlin schon einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel. Genau das sollte auch das Ziel einer solchen Tour durch einige Teile unserer Bundesrepublik darstellen: Deutschland mit seinen Höhen und Tiefen begutachten. ( weiterer Bericht folgt)


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Notizen

Bild der Woche