Geschrieben von ski am 07. November 2021
Der KGS-Anbau soll zum Februar fertig werden
Landrat Marcel Riethig informierte sich vor Ort über den Baufortschritt und das Digitalkonzept der KGS
Landrat Marcel Riethig besuchte die KGS Bad Lauterberg und beantwortete die Gretchenfrage: Wann sind die neuen Klassenräume fertig? Zum 1.2.2022 soll der neue Anbau aus Containermodulen bezogen werden können, so Riethig. Noch vor den Sommerferien hatte es allerdings seitens des Landkreissprechers optimistisch geheißen, die Schule könne die neuen Räume im September beziehen. Zweifel an diesem Zeitplan konnte man allerdings schon zu diesem Zeitpunkt haben – noch im Juni stand auf der Wiese neben der großen Sporthalle nämlich – gar nichts. Noch nicht einmal die Vorarbeiten für den Baugrund hatten begonnen.
Inzwischen hat sich das geändert, und die Containerelemente stehen seit einigen Wochen auf der Wiese. Von außen sieht dies sogar schon ziemlich fertig aus – doch innen wird noch gearbeitet – zumindest soweit auch das bestellte Material kommt. „Es ist bei dieser Baustelle nicht anders als bei allen anderen, auch bei den privaten“, so Riethig. Denn sowohl Handwerker als auch manche Materialien sind derzeit Mangelware. „Wir hatten teilweise Ausschreibungen gemacht, auf die wir nicht ein einziges Angebot erhalten haben“, berichtet der frisch ins Amt gewählte Landrat.
Ob beispielsweise die Abtrennungen für die Toilettenkabinen geliefert werden können, sei unklar. Aber Schulleiterin Inger Schweer ist pragmatisch: „Dann muss man am Anfang eben noch auf die WCs im Hauptgebäude gehen“. Wichtig ist, dass die große Raumnot endlich behoben wird. Denn nicht erst seit Einführung der gymnasialen Oberstufe, sondern bereits lange vorher fehlte es an Räumen. Es gibt „Wanderklassen“ ohne festen Klassenraum, und was an Räumlichkeiten da ist, wird bis in den letzten Winkel genutzt. Das hängt auch damit zusammen, dass es nun mit Schulsozialarbeitern, Berufseinstiegsbegleitung, Inklusion und Schulbegleitungen auch zahlreiche weitere Bedarfe an Räumen gibt, die zur Zeit des Baus der KGS noch gar nicht gegeben waren.
Nun entstehen acht Klassenräume im neuen „C-Gebäude“, das tatsächlich von innen deutlich größer wirkt als von außen. Außerdem, so lobte Riethig, sehe es gar nicht aus wie ein Container. Zumindest von innen werden die Räume hell und freundlich, und mit buntem Bodenbelag einladend ausgestattet. Von außen sieht man die Containerbauweise natürlich deutlich, aber durch die bunte Farbgebung hat das nichts Bedrückendes an sich.
Von den Lehrkräften wäre statt eines Anbaus, der ohnehin schon langen Wege an der Schule noch vergrößert, eher eine Aufstockung favorisiert worden, aber das kam für den Landkreis aus finanziellen Gründen nicht in Frage. Auch bei dieser vergleichsweise günstigen Lösung aus Fertigelementen wird das Preisschild für den Landkreis deutlich über 2 Millionen Euro betragen, so der Landrat: „Eine Zukunftsinvestition in die KGS Bad Lauterberg“.
30 Räume noch komplett ohne digitale Ausstattung
Nicht ganz billig wird auch die Digitalisierung der Schule. Hier hat sich in den vergangenen Jahren an der KGS Bad Lauterberg bereits viel getan, was beispielsweise die inzwischen flächendeckende Abdeckung mit WLAN betrifft. Schon lange setzt die KGS das System IServ ein, um mit den Schülern zu kommunizieren. In den Zeiten des Distanzunterrichts hat sich dies als unverzichtbar erwiesen, so Schulleiterin Schweer: „Das hat auch noch mal einen richtigen Schub gegeben – ich weiß gar nicht mehr, wie wir jemals ohne ausgekommen sind“. Auch die Lehrer sind mit Ipads ausgestattet, und es gibt versuchsweise Ipad-Klassen.
Einen Schub wünscht sich die KGS nun auch für die Ausstattung der Unterrichtsräume mit moderner Technik. Denn bislang sind nur drei Räume mit veralteteten Whiteboards und 15 Räume mit Beamern ausgestattet, und diese sind bei den Lehrkräften sehr begehrt, erklärt Alexander Germann, der die IT der Schule betreut: „Auf die Räume mit den Beamern gibt es immer einen Run“. Rund 30 Unterrichtsräume sind komplett ohne Digitalausstattung.
Eine beliebte Möglichkeit sind zeitgemäße interaktive Whiteboards. Das Problem: sie sind teuer, aufwändig in der Administration, halten nur begrenzte Zeit und sind derzeit nur begrenzt lieferbar. Germann hat daher vorgeschlagen, nur einen Teil der Räume damit auszustatten. Eine Low-Cost-Lösung präsentierte er gleich in einem der Klassenzimmer: mit einerm verhältnismäßig preiswerten Beamer an der Decke, der mittels Bluetooth-Dongle mit dem Lehrer-Ipad verbunden wird, kann der Inhalt des Tablets an die Wand projiziert werden. Und würde man die guten alten Kreidetafeln mit einer magnetischen Whiteboardfolie bekleben, könnte auch darauf projiziert und gleichzeitig von Schülern direkt draufgeschrieben werden. „Vor allem muss es eine einfache und schnelle Möglichkeit geben“, erklärte Schweer dazu: „Es darf nicht zu viel Zeit kosten, bis die Technik läuft – das muss in der Schule einfach funktionieren“. Und eine digitale Ausstattung in allen Räumen wünscht sich die Schule möglichst rasch: „Während des Distanzlernens wurden viele neue Unterrichtsformen ausprobiert, und als die Schüler wieder aus dem Lockdown kamen, waren wir im Klassenzimmer wieder in der Kreidezeit.“ Riethig sagte zu, diese Vorschläge mit nach Göttingen zu nehmen. Er mahnte aber auch an, zu bedenken, auch bei Dingen, die aus Mitteln des Digitalpakts angeschafft werden, Folgekosten entstehen, die wiederum der Landkreis dauerhaft tragen müsse.
Bezüglich der immer wieder diskutierten Verkehrssituation an der KGS wollen Schule und Landkreis nach Abschluss der Baumaßnahmen nochmal ein neues Verkehrskonzept entwickeln und in Angriff nehmen.


