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Geschrieben von ski am 19. September 2023

Aktuell

Die "Helden von heute" mussten mal eben die Welt retten

„Bombenstimmung“ herrschte bei der Musicalaufführung an der KGS

Der Superagent Jack Boon hat es nicht leicht....
Der Superagent Jack Boon hat es nicht leicht....
...denn Bösewicht Dr. Mortus strebt die Weltherrschaft an
...denn Bösewicht Dr. Mortus strebt die Weltherrschaft an
Fotos: KGS Bad Lauterberg
Fotos: KGS Bad Lauterberg

Zur Feier des 50-jährigen Bestehens der KGS Bad Lauterberg war vieles geboten, von Funsporttagen über einen großen Festakt bis zum Tag der offenen Tür mit Party. Aber vielleicht der absolute Höhepunkt war das Musical, für das Dutzende von Schüler*innen und Lehrer*innen im wahrsten Wortsinn jahrelang geprobt hatten. Denn durch Corona und andere unvorhersehbare Widrigkeiten mussten viele Hindernisse überwunden werden, um „Helden von heute“ auf die Bühne beziehungsweise in die Aula bringen zu können. Und der Aufwand, der betrieben werden musste, war gewaltig – vom Bühnenbild bis zur Technik: eine große Anzahl Mitwirkender machte die Musicalaufführung am 08.09.23 erst möglich.

Die vielen Hundert Stunden, die die Darstellenden und die Musizierenden mit ihren Lehrkräften in die Vorbereitung gesteckt haben, haben sich absolut gelohnt: das begeisterte Publikum erlebte eine großartige Agentenparodie mit jeder Menge Witz und Action und vor allem mit einem Ensemble, das ganz offensichtlich einen Riesenspaß an der Sache hatte. Es gibt eben noch mehr Begabungen außer solche für Mathematik oder Fremdsprachen, und bei diesem Musical kamen Showtalente zum Vorschein, die sowohl Lehrkräfte als auch die Schüler*innen selbst überrascht haben dürften. Die James-Bond-Parodie „Helden von heute“ war dabei der ideale Stoff, um mit eingängigen Melodien, eleganten Tanzeinlagen und den aus den Filmen bekannten Klischees und absurden Situationen die Akteure auf der Bühne mal so richtig aus sich herauszulocken. Da darf der smarte Superagent Jack Boon (Maja Wiedemann) cool und mit lässiger Selbstgewissheit mal wieder die Welt vor dem aalglatten, diabolisch lachenden Dr. Mortus (Constantin Thaute) retten. Dabei ist Boon doch so beschäftigt, weil er ständig von der schwer verliebten Miss Moneycent (Maria Maroon), seiner Affäre Rita, äh, Nancy (Medina Ibraimovic) und Jane, der Frau seines Gegenspielers (Lisa Bartels) angeschmachtet wird. Für die Weltrettung im Auftrag seiner leicht genervten Chefin O (Karlotta Kammholz) benötigt er die Hilfe des befreundeten CIA-Agenten Samuel Peter (Elisa Fehl), der in diesem Zusammenhang leider ein tragisches (aber natürlich heldenhaftes) Ende finden wird. Denn der böse Dr. Mortus hat einen Plan – und den finsteren Handlanger Rickschal (Anna-Lena Kerl). Als Bösewicht, der auf sich hält, will Mortus schließlich die Weltherrschaft - was auch sonst - erringen. Und zwar mit der Giftformel, die der genial-irre Wissenschaftler Dalton (Zoe Sekulla) entwickelt hat. Zum Glück hat Boon die „Technik mit Herz“ des MI6-Technikers M (Joy Sekulla) – vor allem aber die Hilfe der neuen Kollegin Agent J (Finya Adamek), die mit großem Eifer, aber eher wenig Ahnung in den Agentenjob einsteigt. Schade bloß, dass sie gerade die Grippe hatte, als in der Ausbildung das Thema Bombenentschärfen dran war…. aber nun gut, das sensible Publikum war ja von Moderatorin Milla Berkefeld im Vorfeld gewarnt worden, vielleicht doch lieber nach Hause zu gehen und eine Pizza zu bestellen.

Der Zeitzünder tickt, es wird mal wieder knapp, aber am Ende rettet Jack Boon dann doch wieder die Welt - so wie jede Woche- und das Publikum wurde nicht nur vor der Bombe gerettet, es konnte dabei auch noch Tränen lachen. Unter der Leitung von Katrin Kemke und Janine Kellner spielten die Darstellenden mit viel Sinn für Situationskomik und ganz offensichtlich großem Spaß an der Sache, und die ganz kleine, aber um so engagiertere Gruppe von Musikern (Lilli Kilzer am Keyboard, Henriette Alert am Bass und Noel Rother an der Gitarre) überzeugten mit einer großen Klangvielfalt vom Tango bis zur traurigen Ballade. Mit viel Groove ersetzten sie eine ganze BigBand und hielten das Musical unter der Leitung von Ben Schneider (Drums) jederzeit musikalisch zusammen. Dafür forderte das Publikum auch zwei Zugaben, bevor man die Mitwirkenden unter standing ovations von der Bühne ziehen ließ. Unter den Zuschauern herrschte dabei Einigkeit: diese Vorstellung schreit nach Wiederholung. Und überhaupt: das soll bitte nicht das letzte Musical der KGS gewesen sein!


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