Geschrieben von Boris Janssen am 27. Januar 2015
Bad Lauterberg wird erleuchtet
Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik hat begonnen





Der Startschuss ist gefallen: Seit Dienstag (27.01.2014) wird fast die komplette Straßenbeleuchtung in Bad Lauterberg auf LED-Technik umgerüstet. Los geht es in Barbis, dann kommen Bartolfelde und Osterhagen dran, als letztes ist die Kernstadt an der Reihe. Wenn Wetter und vorhandenes Laternenmaterial mitspielen, soll die Umrüstung bereits in drei Monaten abgeschlossen sein. Und mit etwas Glück wird die Maßnahme am Ende sogar deutlich günstiger als gedacht: Mit 700.000 Euro hatte die Verwaltung gerechnet, laut Ausschreibung könnte es aber bei 500.000 Euro bleiben – sofern sich unvorhersehbare Probleme im Rahmen halten.
Insgesamt 1.558 Quecksilberdampf-Leuchten werden durch neue LED-Aufsätze ausgetauscht. Dazu wird einfach der bestehende Leuchtenkopf durch einen neuen ersetzt. Die Laternenmasten bleiben stehen, so sie noch in Ordnung sind. Die Arbeiten übernimmt das Unternehmen Elektrotechnik Jörg Gensmann aus Weinähr (Rheinland-Pfalz), verbaut werden LED-Module der Firma Hella. Sie haben sich in der Ausschreibung nicht nur preislich durchgesetzt, sondern unter anderem auch mit jahrzehntelanger Ersatzteilverfügbarkeit.
Bis zu 70.000 Euro Ersparnis – jedes Jahr
Die LED-Umrüstung ist eine der Sparmaßnahmen, zu der sich die Stadt im Zukunftsvertrag verpflichtet hat. Denn auch, wenn der Spaß jetzt erst einmal ordentlich was kostet, der Einsatz ist ganz schnell wieder raus: Die LED-Leuchten werden bis zu 75 Prozent weniger Strom verbrauchen. Damit könne die Stadt jedes Jahr etwa 70.000 Euro sparen, schätzt Bürgermeister Dr. Thomas Gans – wobei die jetzigen Anschaffungskosten sogar schon berücksichtigt sind. Damit würde die Stadt diese Bedingung des Zukunftsvertrages im besten Falle sogar übererfüllen, ging man doch bisher von einer jährlichen Ersparnis von „nur“ 50.000 Euro aus.
Es gibt aber auch noch einige andere Vorteile. Die Leuchten sollen wesentlich länger halten, mindestens zehn Jahre. Dadurch sinkt auch der Aufwand für Wartung und Austausch der bisherigen Leuchten. Und Straßen und Wege sollen viel besser, vor allem gezielter, ausgeleuchtet werden – Laternen, die das heimische Schlafzimmer gleich mit illuminieren, sollen der Vergangenheit angehören. Zu guter Letzt halte die Stadt dank der mit der Umrüstung verbundenen Reduzierung der CO2-Emissionen sogar die Vorgabe der EU-Klimaschutzverordnung aus dem Jahr 2009 ein.
Der Bürgermeister sieht deshalb in der LED-Umrüstung den ersten großen Erfolg durch den im Dezember geschlossenen Zukunftsvertrag. Schließlich ist sie nicht nur Bedingung des Vertrages, dieser macht sie überhaupt erst möglich. Die Stadtfinanzen bieten nämlich nur dank der Entschuldungshilfe wieder Luft für derart große Investitionen. Man hätte in der nächsten Zeit ohnehin viele der alten Lampen austauschen müssen, jetzt könne man das gleich richtig machen, freut sich Gans.
Wo noch alles beim Alten bleibt
Die Schaltung der Straßenbeleuchtung wird übrigens nicht verändert: Es bleibt dabei, dass am späten Abend einige Laternen ausgehen. Eine komplette Nachtabschaltung ist weiterhin nicht geplant. Denkbar wäre in Zukunft allerdings eine Nachtabsenkung, denn die LED-Leuchten lassen sich auf 50 Prozent herunterregeln. Die orangefarbene Ausleuchtung neuralgischer Punkte wie Zebrastreifen oder Kreuzungen soll ebenfalls beibehalten werden – die Leuchten bekommen dafür einfach ein entsprechendes Leuchtenglas verpasst.
Von der Umrüstung ausgenommen bleiben vorerst die dekorativeren Laternen, wie sie zum Beispiel die Einkaufsstraße beleuchten. Aufgrund des Lampenkopfes wäre eine professionelle Umrüstung schwieriger. Allerdings verwende man hier ohnehin schon seit Jahren Energiesparlampen, sodass das Einsparpotential nicht so arg groß wäre. Und vielleicht gibt es ja bald auch hierfür geeignete LED-Birnen.