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Geschrieben von Boris Janssen am 04. Mai 2016

Aktuell

„Es gibt immer mal Tiefen – aber auch immer wieder Höhen“

Die Jugendlichen der KGS-Schülerfirma „Take it for your schoolbag“ sammeln allerhand Erfahrungen – die besten kommen ganz unerwartet

Der Schülerkiosk ist jeweils in den ersten beiden großen Pausen geöffnet. Hier lernen die jungen UnternehmerInnen…
Der Schülerkiosk ist jeweils in den ersten beiden großen Pausen geöffnet. Hier lernen die jungen UnternehmerInnen…
…Verantwortung im Umgang mit Geld, dem Firmeneigentum und dem von der Schule zur Verfügung gestellten Raum…
…Verantwortung im Umgang mit Geld, dem Firmeneigentum und dem von der Schule zur Verfügung gestellten Raum…
…sich Ideen für größeren wirtschaftlichen Erfolg einfallen zu lassen – zum Beispiel das Angebot von Gutscheinen…
…sich Ideen für größeren wirtschaftlichen Erfolg einfallen zu lassen – zum Beispiel das Angebot von Gutscheinen…
…dass Bürokram einfach dazu gehört und wie er erledigt wird…
…dass Bürokram einfach dazu gehört und wie er erledigt wird…
…Dienstpläne zu erstellen und einzuhalten – und noch viel mehr.
…Dienstpläne zu erstellen und einzuhalten – und noch viel mehr.
Die Schülerfirma mit ihrem Förderer Ratko Lazic.
Die Schülerfirma mit ihrem Förderer Ratko Lazic.
Das Logo der KGS-Schülerfirma.
Das Logo der KGS-Schülerfirma.

In der Schule lernt man ja allerhand, heißt es immer wieder, aber vieles davon könne man im wahren Leben nie gebrauchen. Das mag stimmen, wenn Mathelehrer abgefahrene Kurvendiskussionen an die Tafel zaubern. Für die Beteiligten der KGS-Schülerfirma stimmt es aber auf keinen Fall. Die jungen UnternehmerInnen von „Take it for your schoolbag“ können jede Menge aus ihrem Projekt mitnehmen – drei Monate nach der Eröffnung ihres Schülerkiosks haben sie schon einen ganzen Sack voll Erfahrungen gesammelt.

 

Mut, Teamgeist und Verantwortung

Ganz zu Anfang haben sie gelernt, dass man ein wenig Mut braucht, wenn man an seine Idee glaubt und andere überzeugen möchte. Das haben sie gut gemacht, denn sie haben so viele Förderurkunden verkauft, dass sie die Höchstgrenze des Startkapitals von 900 Euro fast erreicht haben. Dann haben sie gelernt, wie wichtig Teamfähigkeit ist, wenn man das Unternehmen gemeinsam voranbringen möchte. Dazu gehören Zuverlässigkeit und Disziplin – gegenüber Kollegen, Vorgesetzten oder Geschäftspartnern. Schließlich muss jemand anderes Überstunden machen, wenn einer seine Aufgaben mal wieder verschwitzt oder einfach nicht zum eingeteilten Dienst erscheint. Und wenn die monatliche Buchführung nicht rechtzeitig vorliegt, dann schickt der Kooperationspartner der KGS, die IW Junior gGmbH des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, eben die nächste Mahnung.

Natürlich lernen die jungen Geschäftsleute auch, strategisch-wirtschaftlich zu denken. Am Ende des Schuljahres soll ja ein Gewinn unter dem Strich stehen. Und deshalb diskutieren sie regelmäßig: Was bieten wir an, was können wir besser machen, wie binden wir unsere Kunden? Da tauchen Fragen auf wie die, ob ein rein schulinternes Pfand sinnvoll ist oder ob es nicht einfach nur zum Betrug mit anderswo gekauften Packungen einlädt. Lohnt es sich, jeden Kundenwunsch zu berücksichtigen, oder brächten manche Dinge im Sortiment etwa Probleme mit sich – darf man diese „Süßigkeit“ überhaupt in der Schule verkaufen? Hat man gewisse Ansprüche und setzt sich selbst Mindeststandards bei der Auswahl der Produkte? Alles Fragen, die sich immer wieder neu stellen. Als Marketingidee zur Neukundengewinnung haben sich die Schoolbagler Gutscheine ausgedacht, die zum Beispiel Lehrkräfte auch mal als Belohnung ausgeben können. Und bald soll ein Bonusheft die treuen Kunden noch mehr binden.

Vor allem lernen die Jugendlichen in der Schülerfirma auch, echte Verantwortung zu übernehmen. Es geht ja um Geld. Geld, mit dem Waren eingekauft werden, das im Kiosk eingenommen wird, das aufbewahrt und verbucht werden muss, über das Rechenschaft abzulegen ist. Und dann haben sie ja auch ihr Firmeneigentum, die Waren nämlich, und sogar einen eigenen Schlüssel für ihren ganz eigenen Raum in der Schule.

 

Schulleiter verneigt sich: „Diese Spende ist eine Sensation!“

Etwas ganz Wichtiges haben die jungen UnternehmerInnen aber am Freitag (29.04.2016) gelernt. Ratko Lazic spendete der Firmenkasse 40 Euro – sozusagen genau das Geld, das im Februar Einbrecher gestohlen hatten. Lazic verfolgt das Projekt Schülerfirma mit großem Interesse, er besitzt auch eine Förderurkunde. Als er von dem Diebstahl gelesen hatte, entschied er sich spontan zur Spende: „Ich möchte Euch das Geld erstatten, damit Ihr nicht den Mut verliert“, erklärte Lazic. Er habe viele Jahre lang Jugendarbeit gemacht, es sei wichtig, Jugendlichen zu zeigen: „Es gibt im Leben immer mal Tiefen. Aber es kommen auch immer wieder Höhen.“

Die Schulpatin der Schülerfirma und Lehrerin Susanne Rathing-Hundertmark bekräftigte den Dank der SchülerInnen: „Das ist wirklich ein gutes Vorbild.“ Und KGS-Schulleiter Rainer Jakobi formulierte es gewohnt knackig: „Ich tue es selten, aber jetzt verneige ich mich. Diese Spende ist eine Sensation!“ Damit meint er nicht so sehr den materiellen Wert. Es geht ums Symbol. Ja, es gibt gute Menschen. Das ist gut zu wissen – in der Schule und erst recht im Leben.

 

Mehr zur KGS-Schülerfirma „Take it for your schoolbag“ lesen Sie auch hier.


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