Geschrieben von Boris Janssen am 18. August 2016
Feiern, Essen, Kennenlernen
Tag der Nationen am 20.08.2016 ab 11 Uhr auf dem Kirchplatz
Heiner Hunke von der Kulturstiftung für Kinder ist sicher: „Das wird eine wunderschöne Sache.“ Bürgermeister Dr. Thomas Gans freut sich schon auf viele kulinarische Neuentdeckungen. Und Michael Quendler von der Flüchtlingshilfe Bad Lauterberg durch den Deutschen Kinderschutzbund hofft, dass viele Menschen ganz viel Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen mitbringen. Am Samstag, 20.08.2016, wird auf dem Kirchplatz der Tag der Nationen gefeiert. 11 Uhr geht es mit einem Friedensgebet los, als Ende ist 14 Uhr angepeilt. Aber bei guter Stimmung und anregenden Gesprächen kann es gerne in die Verlängerung gehen.
Die Flüchtlingshilfe, die Kulturstiftung und die Stadt Bad Lauterberg haben als Veranstalter ein buntes Programm organisiert. Flüchtlinge und Bad Lauterberger sollen gemeinsam feiern, sich kennenlernen und Kontakte knüpfen. Bürgermeister Gans hofft, dass möglichst viele Menschen kommen, „um Vorurteile abzubauen und sich gegenseitig zu begreifen.“ Dazu beitragen soll unter anderem eine kostenlose internationale Imbissmeile, auf der die Flüchtlinge ihre vielfältigen Kulturen auch kulinarisch vorstellen können, was gleichzeitig eine prima Gelegenheit ist, etwaiges Eis zu brechen. Dazu kann auch die Fahrradwerkstatt beitragen, die mit trickreichen Spezialrädern gleich noch für Spaß sorgt.
Überhaupt: Spaß! Davon wird es einigen geben. Die Johanniter bringen eine große Hüpfburg und eine Bobby-Car-Bahn mit. Die Kreismusikschule bietet Tänze und Musik zum Mitmachen – insbesondere alle Kita- und Schulkinder sind dazu eingeladen. Bei einer Stadtrallye gilt es, in Schaufenstern Instrumente und letztendlich ein Lösungswort zu finden. Jedes Kind, das seinen ausgefüllten Zettel wieder abgibt, bekommt einen Eisgutschein. Monika Wildner stellt ihr Nähstubenprojekt vor, wozu auch die Lehrenden zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es eine Kinderbetreuung, bei der unter anderem Najah Bakdounes und Aiman Aldarwish, eine Künstlerin und ein Künstler aus Syrien, mit den Kindern gemeinsam große Bilder malen. Diese Bilder sollen in den nächsten Familiengottesdienst einfließen.
Es wird zudem viel Information geben. Es beteiligen sich der Präventionsbeauftragte der Polizeidirektion Göttingen Hauptkommissar Peter Osburg und die Präventionsbeauftragten der Polizei Bad Lauterberg Polizeikommissarin Melina Joedicke und Oberkommissar Hergen Müller. Und die Archivgemeinschaft um Leiter Helmut Lüder hat eine umfangreiche Ausstellung zusammengestellt. „Hier wird deutlich wie viele Flüchtlinge und Flüchtlingswellen es in der Geschichte der Stadt schon gab“, erklärt Thomas Gans, und wie die Integration der Stadt stets gut getan habe. Zu sehen sind auch Bilder aus den Fluchtgebieten der aktuellen Flüchtlinge.
Die Jugendgruppen des DRK und des THW Bad Lauterberg verkaufen Getränke, der Erlös daraus kommt wiederum den Jugendgruppen zugute. Außerdem beteiligen sich die Freiwillige Feuerwehr Bad Lauterberg, die Kliniken Dr. Muschinsky und der Berggasthof Hausberg mit diversen Hilfsmitteln. Über weitere Helferinnen und Helfer würden sich die Veranstalter sehr freuen: Für den Aufbau am Freitagnachmittag und Samstagmorgen sowie für den Abbau nach dem Fest könnten helfende Hände gut gebraucht werden. Und natürlich dürften auch die deutschen Besucher gerne etwas zur Imbissmeile beisteuern, betont Michael Quendler.
Fröhliches Fest statt Gegen-Demo
Der Tag der Nationen ist eine indirekte Antwort auf eine „Mahnwache“, die der rechtsextreme „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ im vergangenen März in Bad Lauterberg abgehalten hatte. Damals hatten sich Präventionsrat und Vertreter von weiteren relevanten Institutionen wie Flüchtlingshilfe und Kirche zusammengesetzt und mit großer Mehrheit beschlossen, keine eilig organisierte Gegen-Demo dagegen zu setzen, sondern lieber später bei einem fröhlichen Fest das friedliche Miteinander der Kulturen zu beweisen. Daraus ist nun der Tag der Nationen geworden. Das sei die bessere Reaktion, um die Stadt weltoffen und gastfreundlich zu präsentieren, ist Bürgermeister Gans überzeugt. Deshalb soll das Fest ganz bewusst dahin gebracht werden, wo die Menschen sind: nämlich am Samstagvormittag auf dem Boulevard.
