Geschrieben von Karl Heinz Bleß am 19. September 2016
Auf der Suche nach Spuren der Vergangenheit
Göttinger Studenten haben die KZ-Gedenkstätte in Osterhagen besucht




Die Göttinger Studenten Katharina Friedek und Ansgar Quint haben am Samstag (17.09.2016) die Gedenkstätte des ehemaligen Außenlagers des KZ Mittelbau-Dora in Osterhagen besucht. Sie sind Mitglieder im Verein „Jugend für Dora“, der bereits im vergangenen Jahr eine „Fahne der Erinnerung“ in dem Bad Lauterberger Ortsteil aufstellen ließ.
Jugend für Dora ist ein internationaler Jugendverein, der sich vorrangig mit der Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers Mittelbau-Dora und seiner Außenlagerkomplexe auseinandersetzt. Friedek und Quint hatten an der Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen ein Freiwilliges soziales Jahr geleistet. Obwohl beide nicht Geschichte studieren, hat sie das Thema des KZ in Nordhausen und seiner Außenlager nicht losgelassen. Sie möchten das Ziel ehemaliger Häftlinge weiterverfolgen, dass die „Hölle von Dora“ niemals vergessen wird. Vor allem wollen sie gerne junge Leute für das Thema interessieren.
Sachgemäß an ein Stück Stadtgeschichte erinnern
Die Studenten gingen nicht alleine auf Spurensuche, sondern wurden von Bürgermeister Dr. Thomas Gans begleitet. „Wie war das im Krieg hier“, wollten sie von Gans wissen, der die Situation natürlich selbst nur aus Erzählungen und aus historischen Schriften kennt. So berichtete er vom Bau der Helmketalbahn. Die rund 300 Zwangsarbeiter, die diese Bahnstrecke für den Transport von Rüstungsgütern bauen mussten, waren ein Jahr lang vor den Toren Osterhagens in Baracken untergebracht. Heute erinnert so gut wie nichts mehr an den Ort des Schreckens, kaum mehr als ein Gedenkstein. Oder: Immerhin. Denn in den ehemaligen Rüstungsbetrieben Bad Lauterbergs, auf dem Schickert-Gelände oder dort, wo Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkrieges untergebracht waren, erinnert heute nichts mehr daran.
Gemeinsam mit dem Bürgermeister überlegten die beiden Studenten aus Göttingen, wie man sachgemäß an die damalige Zeit und ein Stück Stadtgeschichte erinnern kann, um damit einen Beitrag zum Verständnis der Geschichte des Nationalsozialismus zu leisten. Gibt es Vereine, die das unterstützen würden? Gibt es Möglichkeiten, um mit Schulen zusammenzuarbeiten?
Katharina Friedek und Ansgar Quint, die auch Kontakt zu drei weiteren Gemeinden haben, in denen es KZ-Außenlager von Dora gab, wollen jetzt Vorschläge erarbeiten. Sie sollen in ein Konzept einmünden, wie man junge Leute für dieses Thema interessiert.