Geschrieben von Boris Janssen am 18. Juli 2017
Endlich Surfen ohne Ladebalken
Telekom hat schnelles Internet in Bad Lauterberg freigeschaltet

Kurz vor halb elf drückten die Vertreter von Telekom und Stadt symbolisch auf den Buzzer: Bad Lauterberg, Barbis, Bartolfelde und Osterhagen haben seit Montag (17.07.2017) endlich das langersehnte schnelle Internet. Rund 5.800 Haushalten stehen jetzt Bandbreiten bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) beim Herunterladen und 40 Mbit/s beim Hochladen zur Verfügung. Damit könne man gleichzeitig über das Netz telefonieren, surfen und fernsehen, erklärte Alexander Kruppa, Regionalmanager der Deutschen Telekom. Die Ära der Ladebalken – sie sollte damit vorbei sein.
Allerdings: Der Internetsegen kommt nicht automatisch von allein ins Haus. Die Kunden müssen auf ihren jeweiligen Anbieter zugehen und gegebenenfalls ihren Vertrag anpassen. Eventuell ist auch ein neuer Router erforderlich. Am Anschluss selbst ändert sich dagegen nichts.
Winter und felsige Böden sorgten für Verzögerung
Eigentlich sollte es das schnelle Internet ja schon als Weihnachtsgeschenk gegeben haben, so hatten es Kruppa und Holger Detlefsen, Telekom-Projektleitung Hamburg, im Juni 2016 angekündigt. Seitdem wurden fast 20 Kilometer Glasfaserkabel gezogen, mit denen das schnelle Internet überhaupt in die Orte kommt, und gut 30 Verteilerkästen zu sogenannten Multifunktionsgehäusen umgebaut, in denen dank Vectoring-Technologie Störsignale auf den bestehenden Kupferleitungen von hier zu den Häusern beseitigt und so die hohen Übertragungsraten bis zu den Anschlüssen ermöglicht werden.
Aber dann überraschte der Winter – und der felsige Untergrund. „Solche Böden sind wir aus Hamburg nicht gewohnt“, gestand Detlefsen. Und die Straßenbehörden hätten auch nicht vorgewarnt. So bedankte er sich bei der Stadt für die große Geduld und eine gute Zusammenarbeit.
Nahbereich soll bis Ende Jahres folgen
Apropos Geduld: Ausgerechnet im Zentrum der Kernstadt müssen die Bad Lauterberger doch noch ein wenig auf die neue schnelle Technik warten. Den sogenannten Nahbereich darf die Telekom erst jetzt ausbauen. Bis Ende des Jahres soll es soweit sein, verspricht Alexander Kruppa. Und abgelegene Gebiete wie Königshagen könne die Telekom aus ökonomischen Gründen nicht eigenfinanziert anbinden. „Solch weiße Flecken werden dann durch die Förderung des Landkreises abgeholt“, vertröstet Kruppa.
Der Regionalmanager ist sicher, das schnelle Internet stärke den Wirtschaftsstandort, steigere den Wert der Immobilien und sei nicht zuletzt auch für die Touristen während ihres Urlaubs von immer größerer Bedeutung. Die Bad Lauterberger könnten sich also freuen. Wie Michael Schmidt: Der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters strahlte tatsächlich, als er mit dem Druck auf den Buzzer dem lahmen 2000er-Internet im heimischen Osterhagen ein Ende bereitete.
Auch in Herzberg wurde das schnelle Internet am Montag freigeschaltet. In Bad Sachsa soll die Freischaltung Mitte August 2017 erfolgen.