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Donnerstag, 16. Juli 2026
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Geschrieben von ski am 12. Januar 2014
Kultur und mehr

Alle Wagner-Opern in viereinhalb Minuten....

..., den bestfrisierten Jazzflötisten der Welt und vieles mehr erlebte das Publikum beim Neujahrskonzert mit der Brass Band Berlin

Ob Marilyn Monroe den gleichen Gesichtsausdruck beim Singen machte?
Ob Marilyn Monroe den gleichen Gesichtsausdruck beim Singen machte?
Voller Kursaal beim Neujahrskonzert des Kulturkreises
Voller Kursaal beim Neujahrskonzert des Kulturkreises
Die elf Musiker verblechbläserten einfach alles...
Die elf Musiker verblechbläserten einfach alles...
...und brachten den Swing in den Kursaal
...und brachten den Swing in den Kursaal

"Das neue Jahr hat grad begonnen, die ersten Vorsätze sind zerronnen..." so begrüßte Bandleader Thomas Hoffmann das Publikum im fast ausverkauften Kurhaus. Wer aber den Vorsatz gehabt hatte, sich gut zu amüsieren, der war jedenfalls genau richtig beim Neujahrskonzert des Kulturkreises Bad Lauterbergam Sonntag. Die Brass Band Berlin hatte ja schon zwei Jahre zuvor das Publikum begeistert, und die elf Musiker konnten auch diesmal überzeugen. Dass dabei der eine oder andere Gag recycelt wurde, sei verziehen. Denn wer würde nicht noch einmal sehen und hören wollen, wenn Bandleader und Percussionist Hoffmann die unsterbliche Marilyn Monroe mimt und ein erotisches "I wanna be loved by you" haucht, Strumpfband inklusive?

Natürlich gab es auch ernste Musik, schließlich spielen hier durchweg hervorragende Orchestermusiker, bierernste Wagneropern etwa: alle wichtigen Themen und Motive in viereinhalb Minuten, und das im Dixielandsound. Oder Johann Sebastian Bach, nur mit Blechbläsern statt Orgel, und im Swing- statt Kirchenfeeling.  
Überhaupt zeigten sich die elf Virtuosen der Brass Band Berlin spiel- und experimentierfreudig und ver(blech)bläserten alles, was ihnen vor die Instrumente kam, von der Operette bis zu Ravels Bolero.  Ob Andreas Spannagel, der beste, auf alle Fälle aber bestfrisierte Jazzflötist der Welt, auf der Piccoloflöte in schwindelerregendem Tempo "Tico Tico" spielte, Friedrich Milz seine Posaune im laufenden Stück auseinander- und wieder zusammenbaute oder sich zwei Posaunen zu Bizets "Carmen" duellieren - immer geht die Brass Band Berlin flott und mit Humor zur Sache.

Hoffmann, soweit er seine Schlegel nicht zum Dirigieren benötigt, hüpft, singt oder bearbeitet derweil seine vielen Percussioninstrumente, was gelegentlich in einem Pistolenschuss gipfelt. Ein Weckruf ans Publikum? Nein, der ist wirklich nicht nötig. Denn das ist begeistert. Der Kursaal, fast komplett gefüllt und dazu noch passend mit Langspielplatten dekoriert, erklatscht sich noch eine tolle Zugabe und erlebt "Minnie the Moocher" mit Hoffmann auf den Spuren von Cab Calloway. Kein Wunder, dass der Bandleader schmeichelt: "Sie waren ein wunderbares Publikum, wir werden Sie weiterempfehlen!".  Ein toller Start ins neue Jahr also - trotz vielleicht zerronnener Vorsätze.

Und der Kulturkreis Bad Lauterberg kann mit seinem ersten Konzert für 2014 mehr als zufrieden sein.


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