Es gebe da offenbar eine gewisse „Uneinigkeit“ zwischen den vier Bad Lauterberger Feuerwehren, sagte Horst Tichy auf der . Es gebe da offenbar eine gewisse „Uneinigkeit“ zwischen den vier Bad Lauterberger Feuerwehren, sagte Horst Tichy auf der

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Geschrieben von Boris Janssen am 22. November 2013.
Politik

Bei den Feuerwehren schwelt es

Nach einer Resolution der Bad Lauterberger Feuerwehr vertagt der Stadtrat die Ernennung eines neuen Stadtbrandmeisters – Brandschutzbedarfsplan vorgestellt – Klaus Hilbert zum Ehrenstadtbrandmeister ernannt

Dicke Luft: Zwischen den Wehren der Ortsteile und der Kernstadt scheint es ein wenig zu schwelen. Der Stadtrat gab ihnen etwas Zeit, die Gemüter abzukühlen.
Dicke Luft: Zwischen den Wehren der Ortsteile und der Kernstadt scheint es ein wenig zu schwelen. Der Stadtrat gab ihnen etwas Zeit, die Gemüter abzukühlen.
Auch für einen Bürgermeister etwas Besonderes: Thomas Gans (rechts) ernannte Klaus Hilbert zum Ehrenstadtbrandmeister.
Auch für einen Bürgermeister etwas Besonderes: Thomas Gans (rechts) ernannte Klaus Hilbert zum Ehrenstadtbrandmeister.

Es gebe da offenbar eine gewisse „Uneinigkeit“ zwischen den vier Bad Lauterberger Feuerwehren, sagte Horst Tichy auf der Ratssitzung am Donnerstag (21.11.2013) diplomatisch. Tatsächlich aber scheint es hinter den Kulissen schon gefährlich zu schwelen: Auf den Vorschlag des Stadtkommandos, Klaus-Dieter Morich (Barbis) zum neuen Stadtbrandmeister und Klaus-Dieter Schröder (Osterhagen) zu seinem Stellvertreter zu ernennen, hatte sich im Vorfeld bei der Bad Lauterberger Wehr Widerstand geregt. Der gipfelte in einer unveröffentlichten Resolution an den Stadtrat und sorgte für einen Ratssaal, der aus allen Nähten platzte. Die Folge: Der Rat vertagte die Ernennungen einstimmig auf die Dezembersitzung.

Was ist da bloß los? Am 31. Dezember enden turnusgemäß die Amtszeiten des Stadtbrandmeisters und seines Stellvertreters. Also musste die Ernennungsprozedur in Gang gebracht werden. Die läuft so: Das Stadtkommando der Feuerwehren wählt für die Posten Personen aus, die es dem Stadtrat zur Ernennung vorschlägt. Der muss dann über die Ernennung abstimmen, weil Stadt- und Ortsbrandmeister zu Ehrenbeamten werden. Tatsächlich hat der Stadtrat die Vorschläge bisher immer ohne Diskussion durchgewinkt, schließlich besteht ja das wählende Stadtkommando aus den eigentlichen Experten.

Nun ist es aber so, dass im Stadtkommando laut Feuerwehrsatzung lediglich folgende Personen stimmberechtigt sind: der Stadtbrandmeister, die vier Ortsbrandmeister und ihre jeweiligen Stellvertreter. Die einzelnen Feuerwehren haben also grundsätzlich dasselbe Stimmengewicht, völlig unabhängig von ihrer Größe. Da hat sich in der Vergangenheit offenbar eine starke Allianz der Ortsteile geschmiedet: Seit Jahrzehnten kommen weder Stadtbrandmeister noch Stellvertreter aus der mit Abstand größten und am besten ausgestatteten Wehr, nämlich Bad Lauterberg. Und das, obwohl der Stadtbrandmeister „im Dienst Vorgesetzter aller Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr“ in ihrer Gesamtheit ist. Im Übrigen liegt somit das Stimmenverhältnis der Ortsteile zur Kernstadt im Stadtkommando bei 8:2.

Zum Jahresende läuft nun jedenfalls die Amtszeit des langjährigen Stadtbrandmeisters Klaus Hilbert (Osterhagen) aus, an dessen Verdiensten keiner zweifelt. Weil er bald die Altersgrenze erreicht, stellte er sich aber nicht erneut für das Amt zur Verfügung. Als Nachfolger gesetzt galt offensichtlich auch bei den Bad Lauterbergern der bisherige Stellvertreter Klaus-Dieter Morich aus Barbis – er wurde vom Stadtkommando jedenfalls einstimmig gewählt. Aber wenigstens den Stellvertreterposten, den hätten die Kameraden aus der Kernstadt nach langer, langer Zeit gerne einmal wieder besetzt. Diese Bitte stieß aber, die Ratsvorlage beweist es, auf taube Ohren: Als Stellvertreter schlug das Stadtkommando den Osterhagener Klaus-Dieter Schröder vor.

Es kam zur Resolution der Bad Lauterberger Wehr an den Stadtrat. Dort ergriff dann CDU-Fraktionsvorsitzender Tichy die Initiative: Der Rat müsste sich bei einem Beschluss auf eine Seite schlagen – und gleichzeitig gegen eine andere entscheiden. Das wolle man aber nicht. Der Rat sei einfach nicht das richtige Gremium, Uneinigkeiten zwischen den Feuerwehren zu klären. Tichy beantragte daher die Vertagung der beiden Ernennungen, um den Wehren selbst noch einmal Gelegenheit zu geben, den Zwist irgendwie beizulegen. „Sie sollten noch einmal nachdenken“, appellierte er an die zahlreichen Feuerwehrleute. Er betonte ausdrücklich, dass es nicht um irgendwelche Personen gehe, sondern nur um die Umstände des Streits. Man solle jetzt Dinge versachlichen und beruhigen – und für die Zukunft vielleicht andere Regelungen finden.

Bürgermeister Dr. Thomas Gans richtete an alle aktiven Feuerwehrleute das Angebot, sich Anfang Dezember gemeinsam auf neutralem Boden zu treffen. Der Stadtrat vertagte daraufhin die Tagesordnungspunkte einstimmig auf die Dezembersitzung.

Bad Lauterbergs Ortsbrandmeister Bernd Wiedemann zeigte sich nach der Sitzung ein Stück weit erleichtert und zufrieden. Auf die Resolution seiner Wehr mochte er nicht näher eingehen. Aber er zeigte sich zuversichtlich: „Wir werden bestimmt eine Lösung finden.“

 

Brandschutzbedarfsplan:
Osterhagen und Bartolfelde durch Zusammenlegung aufwerten

Dass die Feuerwehren Bad Lauterbergs „mental sehr in Ortsteilen“ verharren, ist auch Holger de Vries aufgefallen. Der Gutachter stellte den neuen über 200 Seiten dicken Brandschutzbedarfsplan vor. Dafür hat er erst einmal den Ist-Zustand ermittelt, potentielle Gefahren unter Berücksichtigung der hiesigen Topographie analysiert, die Einsatzdaten ausgewertet und die Personalstruktur untersucht. Die starke Ortsbindung bezeichnete er als „Luxus-Problem“ der Kameraden. „Den Bürgern ist es völlig egal, was da auf der Tür des Feuerwehrautos steht – Hauptsache es kommt.“

Grundsätzlich sei die Feuerwehr in Bad Lauterberg gut aufgestellt, die Unterkünfte in Barbis und Bad Lauterberg seien zufriedenstellend bis gut. Problemkinder seien jedoch die Wehren in Bartolfelde und Osterhagen, die jeweils „unglücklich untergebracht“ seien und deren Fahrzeuge nicht mehr dem technischen Stand entsprächen. Aufgrund der beengten Räume („In Osterhagen müssen die Busse ja jetzt schon gefaltet werden.“) könne man die Fahrzeugsituation auch nicht nennenswert verbessern.

Holger de Vries schlug vor, die Standorte Osterhagen und Bartolfelde zwischen beiden Dörfern in einem neuen Gebäude zusammenzufassen. Dort könne man dann moderne Fahrzeuge, gerne eine Klasse über den bisherigen, unterbringen. „Und meinetwegen steht auf dem einen Garagentor Bartolfelde und auf dem anderen eben Osterhagen.“ Aber nur mit zeitgemäßer Ausstattung könne es gelingen, neue Mitglieder zu gewinnen, die sich für die Feuerwehr begeistern. Und das sei angesichts des demografischen Wandels absolut nötig.

  

Klaus Hilbert ist Ehrenstadtbrandmeister

Ungeachtet der Querelen um die Neubesetzung hat der Rat den noch amtierenden Stadtbrandmeister Klaus Hilbert schon einmal offiziell aus seinem Amt entlassen. Hilbert hatte das Amt seit 1996 über drei Amtszeiten inne – insgesamt 18 Jahre. 1974 trat Hilbert der Feuerwehr bei und wurde schon Mitte der 80er Jahre stellvertretender Ortsbrandmeister, 1990 dann Ortsbrandmeister in Osterhagen.

Bürgermeister Gans dankte Klaus Hilbert für seine „ordentliche Leistung“. Nicht viele Bürgermeister dürften einen Stadtbrandmeister nach so einer langen Amtszeit verabschieden. Deshalb durfte Thomas Gans nach der Ratsentscheidung noch etwas anderes seltenes tun: Er verlieh Klaus Hilbert den Titel „Ehrenstadtbrandmeister“.

 

Holger Böttcher-Faulborn neuer Barbiser Ortsbrandmeister

Quasi als Vorbereitung für die im Dezember dann wirklich nötige Ernennung eines Stadtbrandmeisters ernannte der Rat Holger Böttcher-Faulborn zum neuen Ortsbrandmeister in Barbis. Der designierte Stadtbrandmeister Klaus-Dieter Morich hatte den Posten aufgegeben, da er nicht beide Ämter gleichzeitig ausüben darf. Der Bürgermeister nahm Böttcher-Faulborn sogleich den Amtseid als Ehrenbeamter ab.


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