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Geschrieben von Boris Janssen am 13. Dezember 2014.
Politik

Bad Lauterbergs Gäste brauchen keinen Schnee

Trotz Schneemangels waren im Winter deutlich mehr Urlauber da – Das und mehr aus dem Kur- und Touristikausschuss

Ein Tag im Schnee: Spaß macht’s ja, ist aber offenbar kein Muss für Urlauber in Bad Lauterberg.
Ein Tag im Schnee: Spaß macht’s ja, ist aber offenbar kein Muss für Urlauber in Bad Lauterberg.
Die aktuellen Gäste- und Übernachtungszahlen – Zahlen für November und Dezember 2014 geschätzt. (Quelle: Stadt Bad Lauterberg)
Die aktuellen Gäste- und Übernachtungszahlen – Zahlen für November und Dezember 2014 geschätzt. (Quelle: Stadt Bad Lauterberg)

Der Schnee scheint Bad Lauterbergs Gästen egal zu sein: Obwohl es im vergangenen Winter fast gar keine weiße Pracht gegeben hat, zählte die Stadt in Januar, Februar und April 2014 gut 20 Prozent mehr Gäste und über 15 Prozent mehr Übernachtungen als in den Vorjahresmonaten. Die Verluste, die hier im Vorjahr verzeichnet worden waren, konnten damit mehr als wettgemacht werden. Das geht aus den Gäste- und Übernachtungszahlen hervor, die Sachgebietsleiter Stadtmarketing, Kur und Touristik Frank Hartmann am Donnerstag (11.12.2014) dem Kur- und Touristikausschuss vorgestellt hat. Bad Lauterberg ziehe wohl eine andere Klientel als der Oberharz an, schloss Hartmann daraus.

Insgesamt zeigte sich Hartmann mit dem Jahr 2014 zufrieden: „Es ist gut gelaufen.“ Allerdings auch recht turbulent. Wie bereits 2013 ergeben sich von Monat zu Monat teils erhebliche Schwankungen: Im Juli kamen 30 Prozent weniger Gäste als im Vorjahr, die Übernachtungszahlen gingen jedoch „nur“ um 20 Prozent zurück. Im August dagegen stiegen beide Zahlen um fast 30 Prozent. Gehe man nun für November und Dezember von den gleichen Zahlen wie im Vorjahr aus, stünden unterm Strich 94.973 Gäste (ein Plus von 1.538 oder 1,65 Prozent) sowie 472.837 Übernachtungen (+15.511 / +3,39 Prozent). Die Verweildauer stiege geringfügig von 4,89 auf 4,98 Tage.

Die Aussichten für Weihnachten seien sehr gut, so Hartmann, es gebe bereits viele Anfragen. Und: „Wir gehen recht positiv ins neue Jahr.“

Die genauen Zahlen finden Sie in der nebenstehenden Tabelle.

  

Verstärktes Werben um ausländische Urlauber – und Auswanderer

Beim Marketing arbeite man sehr gut mit dem Harzer Tourismusverband (HTV) zusammen. So besuche man zum Beispiel gemeinsam Messen. Zum einen spare die Zusammenarbeit natürlich Kosten, zum anderen sei mittlerweile allen bewusst, dass man den Harz als Gesamtheit vermarkten müsse – schließlich wollen die Urlauber ja in der Regel nicht in der Stadt XY Ferien machen, sondern eben im Harz. „Es gibt bei den Verantwortlichen nicht mehr das alte Ost/West-Denken“, so Hartmann. Man werde 2015 wieder auf der Grünen Woche in Berlin vertreten sein sowie auf Messen in Dresden, Potsdam, Bremen und Kassel.

Verstärkt werden solle das Engagement gegenüber ausländischen Gästen. Der HTV kümmere sich vor allem um die Zielgruppen in den Niederlanden und in Dänemark und verteile auch die Bad Lauterberger Prospekte dorthin. Um entsprechend zeitgemäß mitzuhalten, wolle die Stadt zukünftig zumindest eine mehrsprachige Imagebroschüre herausgegeben – in Englisch, Niederländisch und Dänisch. Sicherlich müsse über kurz oder lang auch der Internetauftritt der Stadt mehrsprachig angepasst werden, erklärte Hartmann.

Im Übrigen beteilige man sich auch an einer Auswandererwerbung, bei der auf Messen für das Leben in Südniedersachsen geworben wird. Themen seien unter anderem Arbeitsplätze und Immobilien. 2015 solle der Schwerpunkt auf dem Landkreis Osterode liegen. „Das ist ein Versuchsballon“, erklärte Frank Hartmann.

 

Das endgültige Ende des Kur- und Touristikbetriebes

Der Ausschuss selbst hatte ziemlich wenig zu tun: Zum einen ging es um den Jahresabschluss 2013 des Kur- und Touristikbetriebes – der letzte des 2014 wieder in die Stadtverwaltung eingegliederten Eigenbetriebes. Der Jahresfehlbetrag steigt demnach auf gut 602.000 Euro (Vorjahr knapp 420.000 Euro). Allerdings sind diese Zahlen nicht mehr vergleichbar: Um die 87.000 Euro „fehlen“ zum Beispiel an Fremdenverkehrsbeiträgen. Die waren schon in der Vergangenheit stets von der Stadt erhoben und später an den Kur- und Touristikbetrieb weitergereicht worden, das war aber 2014 durch die Wiedereingliederung als Regiebetrieb nicht mehr möglich. Verbunden mit dem Rückgang der Übernachtungszahlen im vergangenen Jahr wurden außerdem 42.000 Euro weniger an Kurbeiträgen eingenommen (insgesamt 636.000 Euro). Weil es der letzte Jahresabschluss ist, ist auch das alljährliche Prozedere des Verlustvortrags nicht mehr möglich, er wird dieses Mal sofort aus der Eigenkapitalrücklage des Eigenbetriebes ausgeglichen. „Damit wäre dann die Wiedereingliederung des Kur- und Touristikbetriebes endgültig vollzogen“, stellte Bürgermeister Dr. Thomas Gans fest.

Im zweiten Beschlussvorschlag, der Beitragskalkulation 2013 bis 2015 für die Erhebung von Kur- und Fremdenverkehrsbeiträgen, ging es um eine vorgeschriebene Kontrolle: Wird die in der Kurbeitragssatzung vorgesehene Grenze eingehalten, bis zu der der „Gesamtaufwand für das staatlich anerkannte Kneippheilbad“ abzüglich des sogenannten Einwohnervorteils (den die Stadt bezahlen muss) durch Kurbeiträge gedeckt werden soll? Ja, laut Satzung wären 80 Prozent möglich, es sind jedoch tatsächlich nur 53 Prozent. Bei den Fremdenverkehrsbeiträgen, für die lediglich die Fremdenverkehrswerbung berücksichtigt wird, wäre laut Fremdenverkehrsbeitragssatzung eine Deckung zu 76 Prozent möglich, tatsächlich sind es nur 55 Prozent.

Beide Beschlussvorschläge empfahl der Ausschuss dem Rat ohne Diskussion einstimmig zur Annahme.

Der Rat entscheidet darüber in seiner Sitzung am Donnerstag, 18.12.2014, um 18 Uhr im Sitzungsaal des Rathauses.

 

Badejubiläum: Bad Lauterbergs „Sommermärchen 2014“

Die Versammlung gönnte sich einen kurzen Rückblick auf das „Sommermärchen 2014“, bei dem man in Bad Lauterberg ja nicht wisse, ob man nun von der Fußball-WM der Herren spreche oder aber doch vom großen Badejubiläum, meinte Ausschussvorsitzender Jörg Karsten (CDU). Auch Bürgermeister Gans nutzte die Gelegenheit, um noch einmal zurückzuschauen: Die Festwoche sei ein voller Erfolg gewesen, deren Vorbereitungen sich gelohnt hätten. „Bad Lauterberg hat sich von der besten Seite präsentiert.“ Er dankte nochmals allen, die mitgeplant, mitgefeiert oder auf andere Art ihren Beitrag zum Gelingen geleistet haben.

Als Erinnerung an das Jubiläum sei der Film von Peter Krehan zu empfehlen, so Gans. Er sei auf DVD erhältlich bei der Tourist-Info, bei Foto Lindenberg und in der Buchhandlung Limbarth-Moller.

Und zur Vorfreude erinnerte Thomas Gans daran, dass im kommenden Jahr sowohl der Gesundheitstag des Vereins GesundHarz als auch das besonders erfolgreiche Kinderfest wiederholt werden sollen (Wochenende 18./19.07.2015).


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