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Montag, 15. April 2024
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Geschrieben von Boris Janssen am 20. Dezember 2014.
Politik

Gesundheitsamt untersucht Grundschule

Was ist dran an einer Schimmelbelastung im Keller der Hausberg-Schule? – Auch nach der Standort-Entscheidung beschäftigen die Grundschulen den Rat

Eine eigene Welt: Die Katakomben der Grundschule am Hausberg…
Eine eigene Welt: Die Katakomben der Grundschule am Hausberg…
…definitiv feucht und nicht wirklich nutzbar,…
…definitiv feucht und nicht wirklich nutzbar,…
…aber auch gesundheitsgefährdend?
…aber auch gesundheitsgefährdend?

Nach anonymen Anzeigen nimmt das Gesundheitsamt Osterode die Grundschule am Hausberg unter die Lupe. Das hat Bürgermeister Dr. Thomas Gans auf der Ratssitzung am Donnerstag (18.12.2014) bestätigt. Konkret geht es um die Befürchtung, durch den stark durchfeuchteten Keller könne das Schulgebäude schimmelbelastet sein. Erste Untersuchungen der Raumluft hätten jedoch keine Auffälligkeiten ergeben, sagte Gans.

Wer geglaubt hatte, mit der Sondersitzung vom 27. November, auf der der Rat sich für die Grundschule am Hausberg als künftig einzigen Grundschulstandort in Bad Lauterberg entschieden hat, sei die Grundschul-Debatte beendet, hat sich also mächtig getäuscht. Das Thema kochte auch unter Anfragen und in der Einwohnerfragestunde erneut hoch.

Volker Hahn (parteilos, Gruppe Volker Hahn/Grüne) fragte, ob es nicht sinnvoll gewesen wäre, solche Befürchtungen vor der Standort-Entscheidung zu klären. Dem hielt der Bürgermeister entgegen, bereits 2012 sei die Raumluft untersucht worden, nachdem zwei Lehrerinnen unter geröteten Augen geklagt hätten. Damals seien aber weder überhöhte Werte noch Schimmelsporen festgestellt worden. Auch den mit der Machbarkeitsstudie beauftragten Architekten sei nichts aufgefallen – im Gegensatz zu möglichen Asbest- und Mineralwolle-Belastungen an den anderen Standorten. Dazu habe jedoch niemand ein Wort verloren, merkte Gans an. Außerdem seien im Keller der Grundschule am Hausberg keinerlei Räume für Schüler untergebracht. Der Bürgermeister bat: „Trennen wir das Thema doch von jeglicher Emotion und lassen wir die Fachleute ihre Arbeit machen.“

In der Machbarkeitsstudie hatten die Architekten für jeden Standort alle ihrer Meinung nach potentiell erforderlichen Sanierungsarbeiten bereits berücksichtigt. Für die Schadensbehebung am feuchten Keller der Hausberg-Schule veranschlagen sie allein gut 100.000 Euro, wobei die Räume dann weiterhin ausschließlich als Keller nutzbar blieben.

 

Grundschul-Debatte flammt wieder auf

Bei den Gerüchten, das Gebäude sei gar nicht trockenzulegen, weil es im Grundwasser stehe, sprang der BI-Fraktionsvorsitzende Eike Röger der Stadtverwaltung „als Bauingenieur“ bei: Die Feuchtigkeit sei erst dann zum Problem geworden, als vor einigen Jahrzehnten Licht- und Belüftungsschächte des Kellers zugeschüttet wurden.

Die Anfrage seines Fraktionskollegen Klaus-Richard Behling, ob denn ein Wetterschutz an der Bushaltestelle Schanzenstraße vorgesehen ist, wenn dort künftig erheblich mehr Kinder auf ihren Bus warten werden, beantwortete Gans ausweichend: „Das Problem ist der Verwaltung bewusst.“ Einwohner Günter Engel regte später an, ob nicht besser ein Stück des Schulhofes für eine ganz neue Bushaltestelle genutzt werden könnte.

Zum Ansinnen mancher Eltern, ihre Kinder in Zukunft lieber zum Beispiel nach Scharzfeld zu schicken als in die Grundschule am Hausberg, sagte Thomas Gans, über entsprechende Anträge entscheide seit jeher die Landesschulbehörde, nicht die Stadt.

Kritisiert wurde auch die Idee, den städtischen Kindergarten im Barbiser Schulgebäude unterzubringen. Gerlind Gottschling vom Barbiser Kirchenvorstand fragte, ob die Stadt in Kauf nehmen wolle, damit die evangelischen Kitas in Barbis und Bartolfelde „auszubluten“. Der Bürgermeister erklärte, es gehe bei dieser Idee vielmehr darum, das Gelände weiter zu nutzen und die Turnhalle zu erhalten.

Die 500.000 Euro Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II, mit denen die Grundschule Barbis erst in den letzten Jahren in einen energetischen Topzustand versetzt wurde, müssten auf jeden Fall nicht zurückgezahlt werden, beantwortete Ratsvorsitzender Otto Eiling (CDU) eine weitere Frage Gottschlings. Natürlich könne die Stadt das Gebäude bald auch einfach veräußern, „aber das ist nicht in unseren Köpfen“, versicherte er.

Insgesamt bedauerte Eiling die erneut aufflammende Diskussion. Der Rat habe nun einmal einen Entschluss gefasst. Als Demokrat müsse man jetzt damit umgehen und das Beste daraus machen. Das gilt ja auch für ihn selber – ist er doch eines der sechs Ratsmitglieder, die am 27. November mit ihrem Votum für Barbis klar geschlagen wurden.


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