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Sonntag, 14. April 2024
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Geschrieben von Boris Janssen am 25. Juni 2015.
Politik

Bartolfelde soll um zwei Hektar schrumpfen

Ratshaus-Umzug, Sanierung der alten B 243, Dorferneuerung, Scholmwehr, Änderung der Gemarkungsgrenzen – viele Themen im Bauausschuss

Seit Jahren gelten zwischen Barbis und Bartolfelde entschleunigende 60 km/h – das soll sich mit einer gründlichen Sanierung ändern, bevor die Stadt die alte B 243 als Gemeindestraße übernimmt.
Seit Jahren gelten zwischen Barbis und Bartolfelde entschleunigende 60 km/h – das soll sich mit einer gründlichen Sanierung ändern, bevor die Stadt die alte B 243 als Gemeindestraße übernimmt.

Beim Umbau des Haus des Gastes wartet die Stadt noch immer auf die Baugenehmigung, auf der alten B 243 wird noch der Sanierungsbedarf ermittelt und in Sachen Dorferneuerung sammeln die Beteiligten Vorschläge und Ideen. Sensationelle Neuigkeiten hat es auf der Sitzung des Bauausschusses am Montag (22.06.2015) nicht gegeben – aber natürlich gab es einiges zu besprechen.

 

Umbau Haus des Gastes

Architekt Thomas Petermann stellte die bekannten Pläne zum Umbau des Haus des Gastes für einen Einzug des Rathauses vor. Aus Gründen des Brandschutzes müssten demnach eine Treppe erweitert sowie eine Fluchttreppe neu errichtet werden. Um den Brandschutzaufwand möglichst gering zu halten, bemühe man sich, die Bereiche mit Nutzungsänderung (neue Büroräume und Aktenlager) von denen ohne klar zu trennen.

Eigentlich könnten die Bauarbeiten seit Monaten sofort losgehen, sagte Bürgermeister Dr. Thomas Gans, die Stadt habe dazu alles vorbereitet. Allein, die Baugenehmigung lässt auf sich warten. Anfang Juli solle es nun so weit sein, das habe ihm der Landkreis zugesichert. Dass der Umzug dann noch wie geplant in diesem Jahr stattfinden kann, sei aber sehr unwahrscheinlich. Gerüchte über eine Kostenexplosion konnte Gans nicht bestätigen: „Da wir die Auflagen aus der Genehmigung ja noch nicht kennen, können wir die tatsächlichen Kosten noch nicht abschätzen.“ Bürgermeister und Architekt gehen aber davon aus, mit den ursprünglich vorgesehenen Beträgen auszukommen.

Der Denkmalschutz mache den Verkauf des bisherigen Rathauses schwierig. „Seine Lage ist erstklassig“, so Gans. „Und ohne Denkmalschutz hätte ich es schon fünf Mal verkaufen können.“ So aber scheuten Interessenten das Risiko, vom Denkmalschutz zu sehr eingeschränkt zu werden.

 

Sanierung der alten B 243

Sachgebietsleiter Technik und Bauhof Thomas Hunold berichtete zur Abstufung der alten B 243 zur Gemeindestraße. Für die alte Bundesstraße soll von Barbis Zoll bis zur Einmündung der K 32 kurz vor Osterhagen künftig die Stadt zuständig sein. Dagegen habe man leider keine Handhabe, erklärte Hunold, „das wird in Berlin einfach so bestimmt.“ Bevor die Stadt die Verantwortung übernimmt, müsse die Straße aber erst einmal saniert werden. Derzeit werde der Sanierungsbedarf ermittelt, vor allem bei den vier – für eine Kleinstadt ziemlich großen – Brückenbauwerken werde kommende Woche noch einmal ganz genau nachgeschaut, denn: „Die können wir so auf keinen Fall übernehmen.“

Klar sei schon einmal: Innerhalb der Ortsdurchfahrten werde nur mehr oder weniger großzügig geflickt – und auch nur die Fahrbahn. Aus Gründen der Zugänglichkeit für die Anwohner werde maximal je halbseitig ausgebessert. Ab Ortsausgang Barbis soll die Straße dann aber gründlich saniert werden und wo nötig einen komplett neuen Fahrbahnaufbau bekommen.

 

Großes Engagement bei Dorferneuerung

Gerhard Johnen berichtete für die Verwaltung zum Stand der aktuellen Dorferneuerung. Inzwischen sei die Bestandserhebung abgeschlossen. Das gemeinsame Herausstellungsmerkmal der Dörfer Barbis, Bartolfelde, Osterhagen und Scharzfeld solle „Karstgebiet Südharz“ sein. Man habe erste private Beratungen aufgenommen und entwickle jetzt Handlungsziele. Dazu habe es schon etliche Treffen gegeben, „das Engagement auf Dorfebene ist sehr groß“, so Johnen. Im Moment seien 104 potentielle Maßnahmen gelistet.

 

Beim Scholmwehr „in die Puschen kommen“

Noch während der Sperrung der Scholmwehrbrücke hatte die Ratsgruppe Volker Hahn/Grüne einen Antrag auf Sanierung des Laufsteges gestellt: Die Stadt solle in Zusammenarbeit mit dem Eigentümer, der Königshütte Industriedenkmal UG, erforderliche Maßnahmen und Finanzmittel ermitteln und einen entsprechenden, schnellstmöglich umzusetzenden Beschlussvorschlag erarbeiten. Dabei solle auch die Möglichkeit der Einwerbung öffentlicher Fördermittel oder privater Sponsorengelder geprüft werden.

Die Brücke ist zwar inzwischen wieder offen, das Problem nicht mehr ganz so akut. Und Fritz Vokuhl (Grüne) lobte auch die Verwaltung für ihre Unterstützung der provisorischen Reparatur sowie die Herrichtung der „Umleitungsstrecke“, von der Bürger und Gäste sicher auch ohne Scholmwehrsperrung noch lange profitierten. Doch mittelfristig betrachtet müsse man mit der Sanierung der Brücke einfach weiterkommen: „Es ist an der Zeit, dass wir in die Puschen kommen.“

„Vehemente Unterstützung“ kam von Eike Röger (BI), weil Stadt und Königshütte gleichermaßen auf das Wehr angewiesen seien. Otto Eiling (CDU) dagegen lehnte es ab, sich an der Sanierung von Privateigentum übermäßig zu beteiligen.

Auch der Bürgermeister ist gegen eine zu große Beteiligung der Stadt. Das öffentliche Interesse an der Oderquerung stehe außer Zweifel und die Stadt tue ja auch was – zum Beispiel kümmere sie sich, wie vertraglich vereinbart, um die Bodenbeläge der Brücke. Aber die denkmalgerechte Sanierung nur des Laufsteges würde schon eine sechsstellige Summe kosten: „Allein dafür können wir schon eine ganz neue – und breitere – Brücke bauen.“ Eine Sanierung des restlichen Wehres inklusive Pfeiler sei da noch gar nicht berücksichtigt. Vor allem aber sei die Sanierung erst einmal Sache des Eigentümers, der mit dem Wehr schließlich Geld verdiene (über die Stromerzeugung per Wasserkraft). Vielleicht könne ja auch der Förderkreis Königshütte helfen, „die wissen, ja, wie man an Fördergelder kommt.“ Dann sei die Stadt auch gerne zu einer Zusammenarbeit bereit.

Mit 2:4 Stimmen sprach sich der Ausschuss gegen den Antrag aus, der Rat entscheidet darüber in seiner nächsten Sitzung.

 

Planänderungen

Gewohnt einstimmig und nahezu ohne Wortäußerungen empfahl der Ausschuss den zuständigen Gremien die Änderung diverser Pläne, um damit Bauvorhaben zu ermöglichen. Beim Bebauungsplan Nr. 52 (Stützerstraße) geht es darum, das Grundstück der Grundschule am Hausberg so weit wie möglich bebaubar zu machen, um für alle denkbaren Umbaumöglichkeiten gerüstet zu sein. Der Bebauungsplan Nr. 26 (Kirchberg) soll geändert werden, um „Am Hang“ eine neue Parkdeckanlage mit 50 Stellplätzen für die Firma Gollée zu ermöglichen. Die 24. Änderung des Flächennutzungsplanes sowie die Änderung des Bebauungsplanes Nr. 69 (Scharzfelder Straße/Zollweg) schließlich soll die Erweiterung der Firma Hemeyer möglich machen.

Über die Änderungen entscheiden letztendlich der Verwaltungsausschuss (nicht-öffentlich) beziehungsweise der Rat der Stadt auf ihren nächsten Sitzungen.

 

Bartolfelde und Kernstadt tauschen Flächen

Außerdem empfahl der Ausschuss dem Rat einstimmig eine Änderung der Gemarkungsgrenzen zwischen Bartolfelde und der Kernstadt. Diese hatte die Flurbereinigungsbehörde vorgeschlagen, weil die B 243n einen kleinen Teil von Bartolfelde „abschneidet“ (im Gebiet nördlich um die Anschlussstelle auf dem Butterberg). Dieser Teil soll nun der Kernstadt zugeschlagen werden, Bartolfelde erhält dafür östlich davon eine Fläche in der Nähe des Winkeltals. Zwar ist die neue Fläche für die Kernstadt zwei Hektar größer, allerdings nimmt hier auch die Trasse der Bundesstraße viel Raum ein.

 

Der Rat der Stadt kommt zu seiner nächsten Sitzung am Donnerstag (25.06.2015) um 18 Uhr in der Grundschule Barbis zusammen.


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