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Samstag, 18. Mai 2024
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Geschrieben von Boris Janssen am 09. November 2016.
Politik

Keiner will Architekten ausgewählt haben

Auch seine Rolle beim Chaos um den Grundschul-Umbau ist noch gar nicht geklärt, aber die „Schuld“ für die Wahl des Bauleiters wird munter hin und her geschoben

Was ist bei den Bauarbeiten an der Grundschule am Hausberg alles schiefgegangen? Diese Frage will der Rat möglichst schnell und umfassend klären.
Was ist bei den Bauarbeiten an der Grundschule am Hausberg alles schiefgegangen? Diese Frage will der Rat möglichst schnell und umfassend klären.

Zustimmung, aber auch ungläubiges Staunen sind die Reaktionen von Erik Cziesla auf die jüngsten Äußerungen der SPD zu den Entwicklungen beim Grundschul-Umbau. Der bisherige stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion begrüßt zum einem die Idee, einen unabhängigen Gutachter klären zu lassen, was rund um den Um- und Neubau alles schief gelaufen ist und somit zur Kostenexplosion geführt hat. „Wenn das ein Gutachter macht, ist das für alle Beteiligten einfacher“, findet Cziesla. „Dann bekommen wir für die Öffentlichkeit die Transparenz, die wir ihr einfach schuldig sind.“

Dass die Auswahl des Architekten, wie von der SPD behauptet, ausdrücklicher Wunsch aus Reihen der CDU gewesen sei, weist Erik Cziesla hingegen „ganz entschieden“ zurück: „Das stimmt nicht!“ Vielmehr habe er selbst bei der Verwaltung hinterfragt, wieso man mit dem Umbau des Haus des Gastes, der Grundschule am Hausberg und der Lutterbergschule einen einzigen Architekten gleichzeitig mit drei aufwändigen Großprojekten beauftragt. Bürgermeister Dr. Thomas Gans persönlich habe ihm geantwortet, dass er, der Bürgermeister, das so entschieden habe.

Einen ähnlichen Kenntnisstand hat auch Dr. Reiner Schenk (Grüne). Er habe die Auskunft erhalten, dass die Verwaltung die ortsansässigen Architekten angefragt und sich letztlich für den beauftragten entschieden habe.

Bürgermeister Gans bestätigte auf Anfrage von LauterNEUES, dass die Entscheidung von der Verwaltung getroffen wurde. Allerdings sei es ausdrücklicher Wunsch, seiner Erinnerung nach seitens der Union, gewesen, einen ortsansässigen Architekten zu wählen. Die Verwaltung habe eigentlich das spezialisierte Göttinger Büro BMP Architekten bevorzugt, dass seinerzeit bereits die Machbarkeitsstudie zu den Grundschulen erstellt und sich mit den Bad Lauterberger Schulgebäuden entsprechend auseinandergesetzt hatte.

 

Schenk: Erst einmal versuchen, intern zu klären

Wie es denn nun tatsächlich im Einzelnen abgelaufen ist, wird vielleicht die weitere Aufklärung ergeben. Reiner Schenk würde dabei lieber erst einmal auf interne Aufarbeitung setzen, anstatt gleich einen Gutachter zu bestellen, der die Kosten ja noch einmal klettern ließe. Sein Vorschlag: Der Verwaltungsausschuss könne gleich als „Untersuchungsausschuss“ dienen, schließlich tage der ja stets nicht-öffentlich, könne also sensible Themen behandeln, und jedes Ratsmitglied könne an den Sitzungen teilnehmen (wenn auch nicht stimmberechtigt). „Ich denke, dass wir das durchaus intern klären können“, sagt Schenk. Komme man dann doch nicht weiter, könne man immer noch ein Gutachten in Auftrag geben.

Die dringendste Frage ist für Schenk: „Warum hat die Kostensteigerungen keiner gemerkt?“ Sicherlich habe es beim Altbau Renovierungskosten gegeben, die vorher nicht absehbar waren. „Aber ich bin überzeugt, spätestens im November 2015 hätte man schon wissen können, dass der Neubau den Rahmen sprengt.“ Da hätte man genug Zeit gehabt, die Pläne noch zu ändern, vielleicht auf das eine oder andere Bonbon zu verzichten. Es müsse geklärt werden: „Wer hätte wann was wissen müssen?“

 

Für Cziesla das Wichtigste: „Die Kinder sind sicher“

Mal abgesehen vom baulichen und politischen Chaos ist Erik Cziesla in Sachen Grundschule zumindest in einer Hinsicht beruhigt: „Die Kinder sind sicher.“ Die bis vergangenen Donnerstag noch unbemerkt komplett abgeschaltete Brandmeldeanlage funktioniert jetzt soweit, dass sie im Brandfall innerhalb des Gebäudes Alarm schlägt, und die Evakuierungsübung am Freitag hat erfolgreich geklappt – zumindest nachdem die Handwerker die Flure geräumt hatten.

Und versichert sind die Kinder der Grundschule am Hausberg während des Schulbesuchs auch auf jeden Fall. Der Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover (GUVH) hat gegenüber LauterNEUES inzwischen bestätigt: „Für die Kinder besteht auch dann Versicherungsschutz, wenn das Gebäude nicht abgenommen wurde. Gemäß § 7 Abs.2 SGBVII schließt verbotswidriges Handeln den Versicherungsschutz nicht aus.“ Bürgermeister Thomas Gans hatte bei der Begehung am Donnerstag auf diese Frage der Eltern wörtlich geantwortet: „Nach unserer Kenntnis sind die Kinder versichert.“ Also lag er, wenn vielleicht auch nicht mit der Wortwahl, so doch inhaltlich richtig.

Allerdings könnte es im schlimmsten Fall für die Stadt teuer werden. „Da Versicherungsschutz für die Schüler besteht, ist es grundsätzlich möglich, dass ein Regressanspruch beim Schulträger geltend gemacht wird, wenn ein Schülerunfall beispielsweise durch eine mindestens grob fahrlässige Verletzung der Verkehrssicherungspflicht verursacht wurde“, so der Sprecher der GUVH. Soll heißen: Unter Umständen würde sich die Versicherung das Geld von der Stadt zurückholen.


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