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Donnerstag, 16. Juli 2026
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Geschrieben von Boris Janssen am 15. April 2016
Region

LEADER-Region Osterode will durchstarten

Erste Projekte warten jetzt auf die Förderbewilligung, darunter die Minigolf-Anlage für den Bad Lauterberger Kurpark – doch bis das Okay kommt, kann es noch ein Weilchen dauern

Die grausige Minigolf-Ruine ist schon einmal weg und fürs Erste Rasen eingesät. Damit müssen sich die Bad Lauterberger und ihre Gäste wohl noch ein Jahr lang zufrieden geben, bis die neue LEADER-geförderte Anlage gebaut werden kann.
Die grausige Minigolf-Ruine ist schon einmal weg und fürs Erste Rasen eingesät. Damit müssen sich die Bad Lauterberger und ihre Gäste wohl noch ein Jahr lang zufrieden geben, bis die neue LEADER-geförderte Anlage gebaut werden kann.

Die Lokale Aktionsgruppe der LEADER-Region will jetzt richtig durchstarten. Erste Förderbewilligungs-Anträge sind gestellt, ein zweiköpfiges Regionalmanagement-Team ist eingesetzt worden – „wir haben kompetente Kräfte, ein gutes Konzept und wir freuen uns darauf, nun unsere Leitprojekte voranzubringen“, sagte der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe Frank Uhlenhaut am Donnerstag (14.04.2016) bei der Vorstellung der Regionalmanagerin Anne Schüler und ihres Assistenten Edgar Berner.

Anfang März hat Anne Schüler ihre neue Aufgabe übernommen. Im Moment wolle sie die Akteure der Region kennenlernen und Impulse aufnehmen, erklärte sie. Außerdem schaue sie sich nach möglichen Kooperationen mit anderen LEADER-Regionen um. Das Wichtigste aber: „Ich bin Ansprechpartnerin und Ratgeberin für alle, die Projektideen haben und an einer Förderung interessiert sind.“ Erreichbar ist Anne Schüler unter Telefon 05522 / 96 04 182, per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder persönlich im Kreishaus des Landkreises in Osterode (Herzberger Straße 5).

 

3,75 Millionen Euro für die Entwicklung der Region

Der Lokalen Aktionsgruppe stehen bis zum Jahr 2021 insgesamt 2,4 Millionen Euro an EU-Fördermitteln zur Verfügung, über deren Verwendung sie – im Rahmen des selbst erstellten Regionalen Entwicklungskonzeptes – frei bestimmen kann. Zuzüglich der öffentlichen Ko-Finanzierung durch kommunale, Landes- oder Bundesmittel und sonstige für die Förderfähigkeit nötige Finanzierungsquellen (wie zum Beispiel Eigenmittel) würden in den nächsten Jahren 3,75 Millionen Euro für die Entwicklung der Region ausgegeben, verdeutlichte Frank Uhlenhaut. Der größte Vorteil sei dabei die weitgehende Freiheit bei der Projektauswahl: „Wir können gezielt schauen: Was tut der Region gut?“

Die Entscheidung, welche Projekte gefördert werden sollen, fällt die Mitgliederversammlung der Lokalen Arbeitsgruppe. Die Gruppe besteht derzeit aus 34 Akteuren aus der Region – acht aus den Kommunen und 26 aus der Wirtschaft oder dem sozialen Bereich (beispielsweise Banken und Verbände). Den Vorstand bilden der Vorsitzende Frank Uhlenhaut sowie seine Stellvertreter Jochen Bergmann und Bad Lauterbergs Bürgermeister Dr. Thomas Gans.

„Bürgernäher geht es nicht“, lobte auch der als Gast anwesende Franz Brinker vom Amt für regionale Landesentwicklung Braunschweig das LEADER-Prinzip. Sein Amt prüft bei allen Maßnahmen erst noch, ob auch die formellen Kriterien eingehalten werden, bevor es dann wirklich losgehen kann. Das allerdings zieht sich etwas in die Länge, gestand Brinker. Das Amt habe eine Unmenge an Anträgen, auch zu anderen Förderprogrammen, zu bearbeiten, und weil zugesagte Fördermittel aus der EU weitaus langsamer verfallen als beispielsweise die vom Bund, hätten die LEADER-Anträge eben eine niedrigere Priorität.

 

Vor Ort auf Zack, im Braunschweiger Amt überhäuft

Und so dürfte es denn noch ein wenig dauern, bis die ersten drei von der Lokalen Aktionsgruppe beschlossenen Maßnahmen Wirklichkeit werden: ein Forschungsprojekt an der Lichtenstein-Höhle bei Förste, die Neugestaltung des Zorger Heimatmuseums und die neue Minigolf-Anlage für den Bad Lauterberger Kurpark. Auch wenn es den Bad Lauterbergern in Sachen Kurpark kräftig unter den Nägeln brennt – mit dem Minigolfen wird es in diesem Jahr wohl nichts mehr. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, der Förderantrag ist gestellt. Aber wir dürfen nicht anfangen, irgendetwas zu tun, bevor nicht der Bewilligungsbescheid da ist“, erklärte Bürgermeister Gans. Wenn es dann soweit sei, könnten die Ausschreibungen sofort rausgehen.

Auch Frank Uhlenhaut bremste zu eilige Erwartungen aus: „Wir von der Lokalen Aktionsgruppe sind auf Zack. Beratungen und Beschlüsse gehen schnell.“ Doch das Formelle dauere nun einmal seine Zeit. Gleichzeitig warb er für Verständnis: „Nichts wäre ja schlimmer, als wenn einem Projekt am Ende wegen formeller Fehler die Förderung gekürzt oder ganz gestrichen würde.“ Außerdem sei eine sorgfältige Überprüfung auch im Sinne aller Steuerzahler.

Franz Brinker weiß natürlich, dass die Initiatoren den Start ihrer Projekte gar nicht abwarten können. Und er bestätigte: „Diese LEADER-Region ist im Vergleich zu anderen schon sehr weit.“ Aber er ließ auch durchblicken, dass mit den Bescheiden aus seinem Haus wohl nicht vor dem Herbst zu rechnen ist.

Bis dahin hat die Lokale Aktionsgruppe vielleicht schon viele andere tolle Ideen diskutiert und beschlossen, die die Region attraktiver machen könnten. Frank Uhlenhaut betonte jedenfalls ausdrücklich die Offenheit aller Beteiligten: „Alle sind aufgerufen, sich mit ihren Ideen an Anne Schüler zu wenden.“

 

Was ist LEADER?

LEADER ist ein Förderansatz der Europäischen Union, der bereits seit Anfang der 1990er Jahre existiert und mit jeder Förderperiode weiterentwickelt wurde. Die Abkürzung steht für das französische „Liaison entre actions de développement de l'économie rurale“ und bedeutet in etwa „die Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“.

Ziel ist es, eine eigenständige Regionalentwicklung auf Basis freiwilliger Kooperationen in ländlichen Gebieten zu unterstützen und das „Kirchturmdenken“ zu überwinden. Besonderes Kennzeichen von LEADER ist, dass nicht nur die Städte und Gemeinden an der Entwicklung der Region arbeiten, sondern sich auch Wirtschafts- und Sozialpartner sowie Bürgerinnen und Bürger engagieren.

Die LEADER-Region Osterode am Harz umfasst den heutigen Landkreis Osterode und bleibt auch nach der Kreisfusion im November 2016 unverändert. Die Bewerbung um Fördergelder steht jedem offen, der ein nachhaltiges Projekt in seinem Ort anstoßen möchte und dafür finanzielle Unterstützung benötigt. Die Förderung beträgt mindestens 2.500 Euro und kann nur in Ausnahmefällen 100.000 Euro übersteigen. Die Förderung beträgt 60 Prozent, unter bestimmten Bedingungen auch 70 Prozent.

Das grundlegende Regionale Entwicklungskonzept der LEADER-Region Osterode am Harz finden Sie hier (externer Link).


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