.

Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung von LauterNEUES erklären Sie sich damit einverstanden.

Dienstag, 20. Oktober 2026
Login



Geschrieben von ski am 22. April 2023
Vereine und Verbände

Activities und Freundschaftspflege

Der Lions-Club Südharz feierte sein 60-jähriges Charter

Distrikt-Governor Thomas Prinz (li.) und der amtierende Präsident der Lions Südharz, André Bogdan
Distrikt-Governor Thomas Prinz (li.) und der amtierende Präsident der Lions Südharz, André Bogdan
Landrat Marcel Riethig gratulierte...
Landrat Marcel Riethig gratulierte...
...und Dr. Oliver Junk hielt einen Festvortrag
...und Dr. Oliver Junk hielt einen Festvortrag
Klaus Becker erzählte aus dem Clubleben
Klaus Becker erzählte aus dem Clubleben
Die Adventskalender-Aktion (hier ein Bild aus 2019) wird jedes Jahr durchgeführt
Die Adventskalender-Aktion (hier ein Bild aus 2019) wird jedes Jahr durchgeführt
Im vergangenen Jahr gab es eine Hilfsaktion für die Ukraine
Im vergangenen Jahr gab es eine Hilfsaktion für die Ukraine
Sejoud Al Klatib und Matthias Hofmann umrahmten die Veranstaltung musikalisch
Sejoud Al Klatib und Matthias Hofmann umrahmten die Veranstaltung musikalisch
In diesem Jahr wird unter anderem der Harzklub-Zweigverein Bad Lauterberg unterstützt, der sich der Mammutaufgabe verschrieben hat, den Bismarckturm zu sanieren.
In diesem Jahr wird unter anderem der Harzklub-Zweigverein Bad Lauterberg unterstützt, der sich der Mammutaufgabe verschrieben hat, den Bismarckturm zu sanieren.

„We serve“ - wir dienen, das ist das Motto und das selbstgesteckte Ziel des Lions-Club International, und das ist auch das Herzstück des Lions-Club Südharz, der am 20.04.2023 seine 60-jährige Charterfeier beging. Zwar wurde er eigentlich schon um 1960 gegründet, wieso es aber dann drei Jahre bis zur Charter, also zur offiziellen Konstituierung und Anerkennung durch die Dachorganisation dauerte, lässt sich nicht mehr so ganz nachvollziehen. Es könnte jedoch mit der Bürokratie der amerikanischen Dachorganisation zu tun haben, wie die zahlreichen Ehrengäste und Besucher der Jubiläumsfeier im Herzberger Welfenschloss erfuhren. Der Lions-Club gilt als mitgliederstärkster Service-Club der Welt und ist auch als NGO (Nichtregierungsorganisation) bei den Vereinten Nationen vertreten.

Aber bei aller Globalität: die Mitglieder des Lions-Clubs wirken im Lokalen, vor Ort, durch ihre Projekte, sogenannte „Activities“. Hier im Südharz dürften die Lions vor allem durch ihre Adventskalender-Aktion bekannt sein. Der Gewinnkalender, dessen Erlös bedürftigen Kindern im Altkreis Osterode in Form von Kleidungsgutscheinen zugute kommt, gehört zu den beiden öffentlichkeitswirksamen „Activities“, die der Lions-Club Südharz jedes Jahr durchführt. Musste in den ersten Jahren das Konzept noch jedem Mitglied, jedem Sponsor und jedem Käufer erklärt werden, so ist das Prinzip der nummerierten Kalender mit Gewinnchance inzwischen in der Region längst bekannt und bewährt, und wenn es auf die Adventszeit zugeht, warten die Menschen schon darauf, die Kalender kaufen zu können.
Die andere bekannte „Activity“ der Südharzer Lions ist die Carwash-Aktion, bei der die Mitglieder gegen eine Spende für den guten Zweck Autos waschen. Für die Ukraine engagierten sich die lokalen Lions ebenfalls mit einer Spendensammelaktion. Weniger in der Öffentlichkeit bekannt, aber ebenfalls eine wichtige Activity: die Jumelagen, also die internationalen Freundschaften mit anderen Clubs. Hier pflegen die Südharzer Lions ihre langjährige enge Freundschaft zum Lions-Club in Armentières in Frankreich und Ringsted in Dänemark. Dazu besucht man sich gegenseitig und nimmt auch an den Activities des Partnerclubs teil – und so kamen natürlich auch Ehrengäste eigens aus Armentières und Ringsted angereist, um an der Jubiläumsfeier zum 60-jährigen Charter teilzunehmen. „Activities haben immer Bezug zu einer aktuellen Situation, einem aktuellen Problem – und auch die Freundschaftspflege ist eine Activity mit hohem diplomatischen Wert“, so der derzeitige Präsident der Südharzer Lions, André Bogdan.

Daneben fehlte es selbstverständlich nicht an Politprominenz: es gratulierten Landrat Marcel Riethig und Herzbergs Bürgermeister Christopher Wagner, auch der Landtagsabgeordnete Alexander Saade war zugegen. Riethig dankte den Lions für das soziale Engagement und die gute Zusammenarbeit zwischen ihnen und den Kommunen – die Gutscheine aus dem Adventskalender etwa werden durch die Sozialämter verteilt. Christopher Wagner dankte den Lions ebenfalls für ihr Engagement, auch wenn er, wie er sagte, selbst beim Kalender nie etwas gewinne und deswegen von seinen erfolgreicheren Kolleginnen und Kollegen im Rathaus Trostpreise erhalte.
Der Distrikt-Governor  (das ist in der Lions-Hierarchie so etwas ähnliches wie der Vorsitzende des deutschen Dachverbands) Thomas Prinz stellte heraus, dass die Südharzer Lions einer der ersten Clubs in Niedersachsen, sogar in ganz Deutschland waren – der allererste Lions-Club in Deutschland war nur gut zehn Jahre zuvor, nämlich 1952 in Düsseldorf gegründet worden. Mit sechzig Jahren kann der Lions-Club Südharz also auf eine vergleichsweise lange Geschichte zurückblicken. Gleichzeitig ist es gelungen, trotz der kulturellen Veränderungen, den Club lebendig zu erhalten – denn die Südharzer Lions sind, wie die dänischen Gäste sagten: „Still going strong“.
Zu Gast waren bei der Jubiläumsfeier auch die Vertreter zahlreicher Schulen, denn die Lions-Organisation engagiert sich auch hier: so erhielt beispielsweise die KGS Bad Lauterberg das Lions-Quest-Siegel, weil sich ihre Lehrkräfte in dem Programm Lions Quest – Erwachsen werden fortbildeten und dieses Curriculum zum Thema soziales Lernen im Unterricht vermitteln.

Aber warum wird man überhaupt Lions-Mitglied? Diese Frage beantwortete Klaus Becker in seinem Redebeitrag so: Man wird Lions wegen der Menschen, die man dort antrifft, wegen der Persönlichkeiten, die man dort kennenlernt, weil man sich dort verständigt und austauscht, auch über Landesgrenzen hinweg. Allerdings fordere die Mitgliedschaft auch einiges an Zeit und Engagement, denn es reiche ja nicht, sich zu verständigen, „man muss auch ins Handeln kommen“, um dem Motto „We serve“ gerecht zu werden. Zudem seien viele Mitglieder auch anderweitig ehrenamtlich engagiert. Und die Präsidentschaft, die jedes Mitglied einmal übernimmt, komme immer dann, wenn man beruflich besonders eingespannt sei. Simon Burger, erst seit rund drei Jahren Mitglied, betonte, wenn die Lions weiterhin herausstellen, wie wichtig es ist, sich für Toleranz, Vielfalt und Verständigung in der Gesellschaft einzusetzen, dann wird der Club auch eine gute Zukunft haben. "Es tut gut, ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein“.

Zum „We serve“-Motto der Lions passte natürlich auch das Thema der Festrede, die Dr. Oliver Junk, der Vorsitzende des Harzklub-Hauptvereins hielt. Er sprach zum Thema „Warum ist bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt so wichtig für den ländlichen Raum?“ und skizzierte darin nicht nur die Bedeutung des Ehrenamts und die bekannten Probleme, sondern vor allem einige Impulse, um die Situation zu verbessern.
Aber dass der Harzklub-Präsident sprach, war natürlich auch kein Zufall: in diesem Jahr unterstützen die Lions das ehrenamtliche Engagement des Harzklubs, der sich nicht nur um Brauchtumspflege, sondern auch um die Sicherheit und Pflege der Wanderwege im Harz kümmert. Ganz speziell unterstützen die Lions auch die beiden Zweigvereine Bad Lauterberg, der sich die Sanierung des Bismarckturms auf die Fahnen geschrieben hat, und Bad Grund, der das gleiche für den Iberger Albertturm vorhat.

Für die musikalische Umrahmung im Rittersaal sorgten Sejoud Al Klatib mit ihrer herausragenden Stimme und Matthias Hofmann am Piano und gaben der Charterfeier den würdigen Rahmen.



.................................................................................................................................................

Bild der Woche