Geschrieben von Rolf Steinke am 10. Dezember 2023
Als das E-Bike noch in den Windeln lag
August Varges, Norbert Wettmarshausen und Hatto Luthien vom Radverein Wanderlust e.V. erinnern sich an ihre Radtouren







Im August dieses Jahres feierte der Radverein Wanderlust e.V. sein 125-jähriges Jubiläum. In diesen vielen Jahren bestimmte der Amateurradsport das Geschehen in der Kneippstadt. (LauterNEUES berichtete ausführlich)
Kameradschaft unter den Radsportlern
Hatto Luthien erzählt gern über seine Radvergangenheit. Über 50 Jahre ist er dem Radverein Wanderlust e.V. treu geblieben. Er erinnert sich an viele Wanderfahrten und betont die Gemeinschaft unter den Radlern. Erst mit 28 Jahren ist erst vom Schwimmen zum Radsport gekommen. Der damalige Wanderwart Adolf Holzigel wohnte in seiner Straße und brachte ihn zum Radfahren. Mit seinem 3-Gänge-Rad radelte er viele Touren. Nachdem ihn eine Biene bei einer Tour nach Hildesheim unter dem Helm stach, verzichtete er auf das Tragen des Helms. Trotz seines "Nostalgie-Rads", erzählt Luthien, sei er niemals vom Rad gefallen. Den Kontakt zum Wanderlust hat er nicht verloren. Er freue sich, dass er zu den Feiern des Vereins immer eingeladen wird.
Pokale als Anreiz zum Radfahren
Norbert Wettmarshausen ist immer noch mit dem Radverein Wanderlust unterwegs, heute allerdings mit einem E-Bike. Als er 1980 seinen Dienst bei der Bundeswehr absolviert hatte, sah er bei seinem Bruder zahlreiche Pokale. So erwarb er bei der Firma Ruprecht in Barbis sein erstes Fahrrad, um auch Pokale zu erringen. Über drei Jahre fuhr er damit bis nach Ulm, Frankfurt oder Darmstadt. Seine längste Tour radelte er zum Bundestreffen nach Ulm. Über 17 Tage war er unterwegs und übernachtete meist in Jugendherbergen.
Inzwischen ist er seit 40 Jahren im Verein Wanderlust unterwegs. Auf Grund eines Vorschlages wurde er vor 20 Jahren in die Ehrengilde des Bundes Deutscher Radfahrer aufgenommen. Auch Wettmarshausen betont die Kameradschaft unter den Mitradlern. Aus Bad Lauterberg wurden die Touren am Vormittag bei jedem Wetter gestartet.
Über 300 Kilometer an einem Tag geradelt
August Varges radelt immer noch bei den wöchentlichen Touren im Wanderlust mit. Allerdings fährt er mit seinem Rennrad mit und führt auch einige Touren an. Sein Schwiegervater brachte ihn zum Radfahren, als er schon 33 Jahre alt war. Sein erstes Weihnachtsgeschenk war ein Radrahmen, den er mit seinem Schwiegervater zum Rennrad aufbaute. Im Gegensatz zu den Wanderlustradlern erklärte er, dass beim Radtouren die Kilometerleistung in der Bundeswertung zählt. Seine erste Radtour führte ihn nach Hamburg, wo er seinen ersten Radmarathon über 305 Kilometer absolvierte. Nach dem Supercup folgte der Eurocup, der jeden Tag in den Dolomiten, Frankreich oder nach Belgien über 300 Kilometer führte. An eine Radtour über vier Stunden im Regen "in Regensburg" hat Varges eine besondere Erinnerung: Vier Mal hatte er einen Platten. Doch nach dem Duschen, berichtet Varges, war die Radfahrwelt wieder in Ordnung. Übernachtet wurde in Jugendherbergen und Turnhallen, später auch in Hotels.