Geschrieben von ski am 05. September 2017
Riesenandrang bei der Wistoba
Die Barbiser Pinselfabrik feierte ihr 100-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür





„Mit so einem großen Interesse der Bevölkerung haben wir nicht gerechnet“, erklärte Thorsten W. Stollberg. Das Firmenjubiläum der Wistoba war nämlich wie ein riesiges Volksfest: An die zweitausend Gäste könnten es gewesen sein, die am Samstag (02.09.2017) der traditionsreichen Pinselfabrik in Barbis einen Besuch abstatteten. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens hatte Betrieb zu einem Tag der offenen Tür geladen, und die Resonanz übertraf alle Erwartungen. „Wir hatten geplant, acht Werksführungen anzubieten – am Ende waren es 50 oder 60 Führungen. Die Leute haben bis zu einer Stunde angestanden, um teilzunehmen“, so Stollberg.
Einblicke in die Pinselfabrik
Die beiden Geschäftsführer Arndt-Wilhelm und Thorsten Wilhelm Stollberg sind die Enkel des Gründers Wilhelm Stollberg, der die Wistoba 1917 gegründet und nach seinen Initialen und dem Firmensitz Barbis benannt hatte. Heute stellt die Pinselfabrik auf der rund 5000 Quadratmetern umfassenden Produktionsfläche im Gewerbegebiet Bühwiesen pro Jahr rund sechseinhalb bis sieben Millionen Pinsel her. Rund 80 Mitarbeiter sind dort beschäftigt, und die Besucher am Tag der offenen Tür hatten die Gelegenheit, alle Phasen der Pinselfertigung kennenzulernen und erfuhren so nicht nur einiges über die verschiedenen Pinselarten, sondern auch über die verwendeten Materialien, von chinesischen Schweineborsten bis zu Gummibaumholz. Neben High-Tech-Maschinen gibt es bei der Fertigung auch immer noch traditionelles Pinselmacherhandwerk zu erleben.
Auch beim Regenschauer ging niemand nach Hause
Die vordere Fassade des Gebäudes wurde übrigens anlässlich des Jubiläums von Berliner StreetArt-Künstlern gerade neu gestaltet und das neue Design erhielt viel Lob von den Besuchern.
Wer gerade nicht an einer Führung teilnahm, ließ sich von den Barbiser Straßenmusikanten, der Feuerwehrkapelle und dem Südharzer Bläserquartett musikalisch unterhalten und ließ es sich mit Grillspezialitäten und Kuchen gutgehen.
Selbst der nachmittägliche Regen- und Hagelschauer hatte die vielen Besucher nicht vertrieben: „Es sind einfach alle ins Zelt gegangen“.
Der Erlös der Veranstaltung wird demnächst an die AG Barbiser Vereine übergeben. „Da dürfte bestimmt eine ordentliche Summe zusammenkommen“. Die beiden Stollberg-Brüder sind überwältigt von der Resonanz: „Wir sind regelrecht überrannt worden - und auch übermannt worden, von der Wertschätzung, die unserem Betrieb und unserer Familie entgegengebracht wurde. Es waren so viele Leute gekommen, wir haben sehr kreative Jubiläumsgeschenke erhalten, Walter Ziegler hat sogar eigens ein Lied umgedichtet – es war einfach Bombe“.