Geschrieben von ski am 21. April 2020
Masken mit und ohne Nähen
Die Mund-Nasen-Bedeckung könnte bald Pflicht werden - aber woher nehmen?
Einige Bundesländer haben es vorgemacht, manche Städte auch: die Maskenpflicht beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Vermutlich wird auch der Landkreis Göttingen schon sehr bald eine solche Maskenpflicht erlassen, denn er rät den Bürgerinnen und Bürgern bereits jetzt, sich darauf einzustellen.
Durch einen Mund-Nasen-Schutz, oder auch durch eine textile Mund-Nasen-Bedeckung, können Tröpfchen, die man z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, abgefangen werden. Das Risiko, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, kann so verringert werden (Fremdschutz), so das Robert Koch-Institut. Da man selbst infektiös sein kann, ohne überhaupt irgendwelche Symptome zu haben, ist das also eine sinnvolle Prävention - es sollten sich also möglichst viele daran beteiligen.
Im Nachbarlandkreis Nordhausen ist beispielsweise ist das Tragen einer Bedeckung von Mund und Nase bereits Pflicht beim Einkauf im Supermarkt - und dabei sind die Fallzahlen dort bei weitem geringer als in Göttingen.
Aber es muss gar nicht ein medizinischer Mundschutz oder gar eine professionelle FFP2/FFP3-Maske mit Filter sein, diese sollten dem medizinischen Personal vorbehalten bleiben. Stattdessen wird das Tragen von textilen Mund-Nasen-Bedeckungen empfohlen. Das kann übrigens auch durch einen Schal, ein Halstuch oder einen Schlauchschal geschehen.
Okay, also irgendeinen Schal oder ein Halstuch hat wohl wirklich jeder. Wer es etwas praktischer haben will, macht sich selbst eine textile Maske. Dabei sollte Baumwollstoff verwendet werden, der mit 95 Grad Celsius gewaschen werden kann. Das Herstellen einer textilen Maske ist mit oder ohne Nähkenntnisse möglich.
Verschiedene Nähanleitungen sind im Internet, zum Beispiel hier zu finden (externer Link). Eine Anleitung ist auch auf der Webseite des Landkreises eingestellt, für fremdsprachige Mitbürgerinnen und Mitbürger stehen Übersetzungen in englischer, russischer und arabischer Sprache und in Farsi bereit.
Es gibt aber auch Anleitungen zum Anfertigen einer Maske aus einem T-Shirt, bei denen überhaupt nicht genäht werden muss (externer Link)
Man kann sich aus einem Halstuch und zwei Haushaltsgummis eine Maske falten (externer Link).
Und schließlich gibt es noch die Herrenunterhosen-Methode (externer Link).
Zugunsten des Mädchencafés nähen einige Freiwillige außerdem Stoffmasken, die gegen eine Spende in der Janssen-Apotheke erhältlich sind - allerdings ist der Vorrat begrenzt und sie sind schnell vergriffen. Voraussichtlich sind ab Samstag, 25.04. dort wieder welche vorrätig. Auch kommerziell gefertigte Stoffmasken gibt es dort und bei anderen Stellen zu kaufen.
In den Pfarrbüros Barbis und Bartolfelde sind selbstgenähte Masken gegen eine Spende erhältlich.
Maske tragen - aber richtig
Häufig sieht man leider Masken, die falsch gebraucht werden: es hat keinen Sinn, sie unterhalb der Nase oder baumelnd am Hals zu tragen. Und wer die Maske abnimmt, um mit anderen Leute zu sprechen, hätte sie sich auch gleich schenken könnn......
Bei allen Arten von Masken gilt nämlich: sie können ihren Zweck nur dann erfüllen, wenn sie sowohl Mund als auch Nase bedecken und möglichst wenig Luft an den Seiten durch lassen.
Zum Abnehmen die Maske nicht am Stoff, sondern an den Bändern bzw. am Gummiband anfassen und danach Hände waschen.
Masken nach Gebrauch desinfizieren
Wichtig ist, dass die Mund-Nasen-Bedeckung mindestens täglich bzw. nach jedem Gebrauch wieder desinfiziert wird. Das kann entweder durch Waschen mit Waschpulver ab 60 Grad geschehen, oder durch Erhitzen im Backofen auf mind. 70 Grad (20 Minuten) oder durch heißes Bügeln. Wenn die Masken einen Draht enthalten, um den eng anliegenden Sitz an der Nase zu gewährleisten, sollten sie nicht in die Mikrowelle. Ansonsten kann man sie auch ein ein mikrowellengeeignetes Gefäß mit Wasser legen und durch den heißen Dampf desinfizieren.
Eine der einfachsten und schnellsten Methoden: Kochtopf mit Wasser füllen, Maske rein, Deckel drauf und das Wasser einige Minuten sprudelnd aufkochen lassen.
