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Geschrieben von ski am 26. April 2020
Aktuell

Die Ein-Minuten-Maske

Ab morgen gilt die Maskenpflicht. Diese Maske hier kann wirklich jeder innerhalb einer Minute herstellen

Ein-Minuten-Maske_geschnitten_2.jpg
T-Shirt, Schere, Blatt Papier....
T-Shirt, Schere, Blatt Papier....
....mehr wird nicht benötigt.
....mehr wird nicht benötigt.
(Bügeln ist optional, wie man sieht...)
(Bügeln ist optional, wie man sieht...)
Richtig angelegt, bietet die Maske einen recht guten Tragekomfort.
Richtig angelegt, bietet die Maske einen recht guten Tragekomfort.

 Durch einen Mund-Nasen-Schutz, oder auch durch eine textile Mund-Nasen-Bedeckung, können Tröpfchen, die man z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, abgefangen werden. Das Risiko, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, kann so verringert werden (Fremdschutz), so das Robert Koch-Institut. Da man selbst infektiös sein kann, ohne überhaupt irgendwelche Symptome zu haben, ist das also eine sinnvolle Prävention - es sollten sich also möglichst viele daran beteiligen. Ab dem 27. April gilt daher die allgemeine Pflicht, in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln eine "textile Barriere als Mund-Nasen-Bedeckung" zu tragen - so formuliert es die Verordnung des Landes Niedersachsen.

Das Tragen eines einfachen, nichtmedizinischen Mundschutzes war ja in den Wochen zuvor bereits empfohlen worden - dennoch sah man nur recht wenige Bürger*innen tatsächlich damit beim Einkaufen. Denn: ja, es ist ohne Zweifel eine Einschränkung des Komforts - das Atmen ist etwas anstrengender, da man durch den Stoff hindurch atmen und dabei einen gewissen Widerstand überwinden muss. Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, für die das Tragen einer Maske daher nicht zumutbar ist, sind daher von der Verordnung ausgenommen. Von der Maskenpflicht befreit sind auch Kinder unter sechs Jahren. Man muss sich aber keine Sorgen machen, dass man selbst - oder Kinder - unter der Maske Luftnot bekommen könnte. Ein dubioser Kettenbrief hat sich in den sozialen Medien und über WhatsApp verbreitet und warnt vor dem Tragen von selbstgenähten Atemschutzmasken bei Kindern, da sich darunter angeblich CO2 staut - das ist jedoch Unsinn, es handelt sich ja nicht um luftdichtes Plastik. Bei einer gut sitzenden Maske "staut" sich ohnehin kaum Luft, sie soll ja eng anliegen.

Nähen oder tackern

Klar, dass jetzt ein großer Bedarf an solchen Masken herrscht. Manche Firmen haben die Produktion von Textilmasken aufgenommen, außerdem wurden in Bad Lauterberg von Ehrenamtlichen bereits mehrere Hundert davon genäht und für eine Spende zugunsten des Mädchencafés Kratzbürste abgegeben. Zumindest die einfachen OP-Mundschutze sind zwar inzwischen wieder in Apotheken erhältlich, aufgrund des weltweit sprunghaft angestiegenen Bedarfs aber erheblich teurer als vor der Corona-Pandemie. Zum Glück ist das nicht die einzige zugelassene Methode, Mund und Nase zu bedecken: "(...) geeignet sind auch Schals, Tücher, Buffs, aus Baumwolle oder anderem geeignetem Material selbst hergestellte Masken oder Ähnliches", heißt es ausdrücklich in der Verordnung.

Komfortabler beim Tragen ist dabei allerdings eine Stoffmaske mit Gummis oder Bindebändern. Hier haben wir verschiedene Anleitungen verlinkt. Wer mit Nadel und Faden oder Nähmaschine so gar nicht umgehen kann, kann sich übrigens auch mit einem Trick behelfen: anstatt zu nähen, kann der Stoff auch geheftet werden. Dies geht mit einem handelsüblichen Heftgerät (Bürotacker). Wichtig ist dabei, die Heftklammern eng nebeneinander zu setzen und fest zuzudrücken. Der Stoff sollte in jedem Fall aus Naturfasern sein, damit er sich heiß waschen lässt. Dazu lässt sich beispielsweise ausrangierte Baumwoll-Bettwäsche gut verwenden.

Masken tragen, aber richtig

Häufig sieht man leider Masken, die falsch gebraucht werden: es hat keinen Sinn, sie unterhalb der Nase oder baumelnd am Hals zu tragen. Und wer die Maske abnimmt, um mit anderen Leute zu sprechen, hätte sie sich auch gleich sparen können. Bei allen Arten von Masken gilt nämlich: sie können ihren Zweck nur dann erfüllen, wenn sie sowohl Mund als auch Nase bedecken und möglichst wenig Luft an den Seiten durch lassen. Und: man sollte sie während des Tragens gar nicht berühren oder daran herumhantieren. Zum Abnehmen die Maske nicht am Stoff, sondern an den Bändern bzw. am Gummiband anfassen und danach Hände waschen.

Masken nach Gebrauch desinfizieren

Die Maske wird bei Gebrauch feucht und sollte daher bei längerem Tragen gewechselt werden. Es ist daher sinnvoll, mehrere Masken zur Verfügung zu haben. Wichtig ist, dass die Mund-Nasen-Bedeckung nach jedem Gebrauch wieder desinfiziert wird. Denn in dem warm-feuchten Milieu könnten sich auf Dauer sonst nicht nur Corona-Viren sammeln, sondern auch andere Krankheitserreger wohl fühlen.

Das Desinfizieren kann entweder durch Waschen mit Waschpulver ab 60 Grad geschehen, oder durch Erhitzen im Backofen auf 70 Grad (20 Minuten) oder durch heißes Bügeln. Wenn die Masken einen Draht oder enthalten, um den eng anliegenden Sitz an der Nase zu gewährleisten, sollten sie nicht in die Mikrowelle. Auch Masken, die mit der Heftklammer-Methode gefertigt wurden, sind nicht mikrowellengeeignet. Ansonsten kann man sie auch ein ein mikrowellengeeignetes Gefäß mit Wasser legen und durch den heißen Dampf sterilisieren.

Eine der einfachsten und schnellsten Methoden: Kochtopf mit Wasser füllen, Maske rein, Deckel drauf und das Wasser ein paar Minuten sprudelnd aufkochen lassen.

Auch die Einweg-Mundschutze aus Papier/Vlies-Material können übrigens notfalls ein paar Mal verwendet werden, wenn man sie zwischendurch im Backofen desinfiziert. Dabei sollte man allerdings die 70 Grad auch nicht überschreiten, da das Material sonst Schaden nehmen kann.

Die Ein-Minuten-Maske zum Selbermachen

Wer aber gar nicht nähen oder tackern kann, für den gibt es hier eine superschnelle Anleitung für eine Behelfsmaske. Was man dazu benötigt: ein altes T-Shirt, eine Schere, ein Blatt Papier (DIN A4). .

Am besten klappt es mit einem T-Shirt, das "stretchig" ist, also einen Elasthan-Anteil hat, das liegt am besten am Gesicht an und bietet guten Tragekomfort.

Dazu muss man nur ein Stück Stoff in DIN-A4-Größe aus dem Shirt ausschneiden. Danach werden an den kurzen Seiten die künftigen Bänder geschnitten (etwa 2 cm breit, muss nicht genau sein). Das war's auch schon.

Die Maske wird angelegt, indem die oberen Bänder hinten am Kopf über den Ohren und die unteren Bänder ein bisschen lockerer unten am Hals verknotet werden. Dann kann man den überstehenden Stoff nach oben umklappen, die unteren Bänder auch über die Ohren schieben und die Stofflage somit verdoppeln - fertig!




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